Für den Winter ist das Wetter zu warm, für die Standbetreiber auf der Winterwelt aber genau richtig. Noch eine Woche dauert der Weihnachtszauber in der Innenstadt an, Zeit für ein Bilanz.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 28.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Temperaturen sind mild, die Stimmung auf der Eisfläche entsprechend ausgelassen. Auch kurz vor der Jahreswende sind es vor allem Kinder, die mit geliehenen oder den eigenen Schlittschuhen über die Eisfläche gleiten, während die Eltern vom Rand aus Tipps geben oder einfach entspannt zuschauen.

Das Kühlaggregat, das über ein Leitungssystem die Eisfläche im gefrorenen Zustand erhält, laufe natürlich momentan auf Hochtouren, erklärt Carina Klabes, die für den Bahnbetreiber „Interevent“ arbeitet: „Die Belastungsgrenze der Technik haben wir in diesem Winter allerdings noch nicht erreicht.“

Einen Unterschied in der Eisqualität lasse sich bei bis zu 15 Grad Celsius aber schon feststellen, erzählt Klabes. So würden sich bei solchen Temperaturen schon mal kleinere Pfützen auf dem Eis bilden, die die Mitarbeiter dann beseitigen. Dem Spaß auf der Eisbahn tue dies aber keinen Abbruch.

Neue „Almhütte“ kommt bei den Besuchern der Winterwelt gut an

Michael Glöckner, Chef der Firma „Emotions-Eventservice“, hat die Pforten zu seinem selbst entworfenen Holzpavillon am frühen Nachmittag wieder geöffnet, der inoffiziell noch immer unter dem Namen „Almhütte“ läuft. Für ihn laufe das Geschäft bisher ausgezeichnet, so Glöckner: „Die milden Temperaturen haben für deutlich mehr Besucher gesorgt.“

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Winterwelt 2019: Erste Bilanz ist positiv

Der Winter fällt in diesem Jahr mild aus. Das hält die Kamener aber nicht davon ab, auf der Eisbahn ihre Runden zu drehen und warmen Glühwein zu trinken. Die meisten Standbetreiber sind bisher zufrieden mit der Veranstaltung.
23.12.2019
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Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad
Die erste Bilanz der Winterwelt fällt positiv aus. © Borys P. Sarad

Auch bezüglich seines neuen Pavillons habe er bisher nur positive Rückmeldungen von den Besuchern erhalten. Besonders der offene Stil des Pavillons komme bei den Menschen gut an, die Vorteile liegen für Glöckner auf der Hand: „Die offene Front bietet einen guten Blick auf die Eisfläche. Die Besucher können im Pavillon entspannen und dabei ihren Kindern beim Eislaufen zuschauen.“ Das Glühwein-Geschäft bleibe von den wärmeren Tagen weitestgehend unbeeinflusst, außerdem bietet Glöckner an seiner Theke auch kühle Getränke an, die solche Effekte ausgleichen können.

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Neue Standorte machen es den Standbereitern schwer

Marvin Heitmann gehört genauso wie Glöckner zu den Standbetreibern, die schon seit der ersten Winterwelt mit dabei sind. Bei „Heitmann‘s Minuto“ bekommen die Besucher Hot Dogs, Hamburger oder vegane Champignons frisch aus der Pfanne. Auch drei Sorten Pommes hat Heitmann im Angebot. Wie Glöckner ist es für ihn dieses Jahr bisher deutlich positiver verlaufen, trotz neuem Standort. Denn früher stand Heitmann nahe der Almhütte, in diesem Jahr hat sein Stand neben dem Brunnen einen Platz gefunden.

Für einige seiner Stammkunden sei das zuerst schon eine Umgewöhnung gewesen, weiß Heitmann: „Inzwischen haben mich aber fast alle Stammkunden wiedergefunden.“ Das schöne Wetter habe für deutlich mehr Kundschaft gesorgt, Heitmann ist zufrieden.

Glühwein schmeckt auch bei über null Grad: Die Winterwelt trotzt dem nicht-winterlichen Wetter

Die Eisbahn ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. Nach der Schule eine Runde auf dem Eis drehen – das ist freilich etwas besonderes. © Borys P. Sarad

Manuel Sperlich verkauft an seinem Stand gebrannte Mandeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen, kandierte Äpfel und viele weitere Leckereien. So wie Heitmann hat auch er in diesem Jahr einen anderen Standort als zuvor, nämlich direkt an der Eisfläche. Auch für seine Stammkundschaft sei das eine Umstellung gewesen, einige habe er bisher nicht wieder getroffen. „Das ist für mich schon ein Problem. Denn vorher kamen viele der Kunden auf dem Weg in die Innenstadt bei mir vorbei, ohne den inneren Bereich des Marktes betreten zu müssen.“

So habe er schon häufiger zu hören bekommen, dass die Kunden ihn nur zufällig gefunden hätten und bis dahin dachten, dass er die Winterwelt in diesem Jahr gar nicht bestücken würde. Das höhere Besucheraufkommen könnte das Problem zwar wieder etwas ausgleichen, begeistert ist Sperlich von dem Standortwechsel trotzdem nicht.

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Die Eisbahn begeistert sogar Besucher aus England

Das Kinderkarussell, das ebenfalls in der Nähe des Brunnens einen Platz gefunden hat, ist vor allem bei den jüngsten Besuchern beliebt. Egal ob auf einem Motorrad, in einem Lkw oder sogar einem Fahrrad - die kleine Rundfahrt sorgt für strahlende Kindergesichter. Doch für Michael Berg, dem Betreiber des Karussells, ist der Winter nach eigener Aussage bisher nicht sonderlich erfolgreich verlaufen: „In meinen Haupt-Betriebszeiten hat es oft geregnet. Das hat mir weniger Umsatz beschert.“

Glühwein schmeckt auch bei über null Grad: Die Winterwelt trotzt dem nicht-winterlichen Wetter

Nicht nur das Bühnenprogramm lockte die Kamener auf die Winterwelt. Auch das Eisstockschießen war in diesem Jahr wieder sehr gut besucht. Am Finaltag war es auf dem Markt proppevoll. © Borys Sarad

Berg ist zum ersten Mal auf der Winterwelt dabei, ob er im nächsten Jahr noch einmal wiederkommt, weiß er noch nicht. „Das hat gar nichts mit dem Regen zu tun. Die Winterwelt ist im Vergleich zu gewöhnlichen Weihnachtsmärkten sehr lang. Das bedeutet für mich andere, logistische Herausforderungen.“

Bei den Besuchern ist die Begeisterung derweil ungebrochen. Jon Brand ist mit seiner Familie extra aus England angereist, um die Winterwelt zu sehen. Na gut, vielleicht ist die Winterwelt nicht der Hauptgrund für Brands Reise. Tatsächlich besucht der Engländer die Familie seiner Ehepartnerin, die aus Lünen stammt. Doch Brand ist begeistert von dem gemütlichen und familiären Ambiente auf dem Markt: „Die Eisfläche ist ein ganz besonderer Hingucker, sowas haben wir auch in unserer Heimatstadt Milton Keynes nicht.“

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