Glasfaser fürs Gewerbe in Kamen: 500 Mal schneller im Internet unterwegs

dzNeues Netz in Betrieb

Das Internet ist jetzt 500 Mal schneller als bislang: Kamen will mit einem neuen Glasfasernetz einen Standort-Nachteil für das Gewerbegebiet Hemsack wettmachen. Zum Start sind 40 Kunden dabei.

Kamen

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Rund 40 Firmen- und Privatkunden im Gewerbegebiet Hemsack in Kamen können nun deutlicher schneller im Internet surfen. Die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) und die Tochterfirma Helinet haben ein 20 Kilometer langes Glasfasernetz in Betrieb genommen.

Wo bisweilen nur eine Bandbreite von 2 Megabit pro Sekunde vorhanden war, können die Nutzer jetzt mit bis zu 1000 Megabit bzw. 1 Gigabit pro Sekunde Daten transportieren. Noch schnellere Übertragungsraten seien möglich und eine Frage des Preises, sagte Projektleiter und Helinet-Prokurist Matthias Pomplun am Montag bei der Vorstellung des neuen Netzes.

Download dauert nur noch 25 Sekunden

Die Firmen im Gewerbegebiet Hemsack – bekannt als Sitz von Unternehmen wie Vahle und Huckschlag – sind „jetzt an die Datenautobahn angeschlossen“, sagte Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD). Für die „innovativen Unternehmen“ in dem Gewerbegebiet sei das neue Glasfasernetz von „großer Wichtigkeit“.

Bei einer Gigabit-Netzanbindung dauert es etwa 25 Sekunden, bis ein Spielfilm in Bluray-Qualität aus dem Netz heruntergeladen ist. Zum Vergleich: Bei einer Anbindung von zwei Megabit pro Sekunde vergeht mehr als ein Tag.

GSW und Helinet bauten das Netz gemeinsam, nachdem potenzielle Kunden vor zwei Jahren bei einer Umfrage den Bedarf angemeldet hatten. Mehr als ein Drittel der Anlieger sollen nun verbindlich bestellt haben, wie es heißt. Rund 600.000 Euro wurden in das neue Glasfasernetz investiert.

Glasfaser fürs Gewerbe in Kamen: 500 Mal schneller im Internet unterwegs

20 Kilometer Glasfaser für das Gewerbegebiet Hemsack in Kamen: (v.l.) Felix Eller (GSW), Jürgen Braucks (Helinet), Elke Kappen (Bürgermeisterin), Matthias Pomplun (Helinet) und Jochen Baudrexl (GSW). © Borys Sarad

Während die GSW durch die Dortmunder Baufirma Hoffmann-Wüstefeld die Gräben ziehen und Leerrohre verlegen ließ, sorgte das GSW-Tochterunternehmen Helinet für die Technik und vermarktet nun die Produkte zu Schnupperpreisen ab 19,95 Euro im Monat.

Die komplette Technik steckt in einem grauen Verteilerkasten an der Wilhelm-Bläser-Straße, von dort gehen die Lichtwellenleiter zu den einzelnen Hausanschlüssen. Angebunden sei das neue Netz über 288 einzelne Glasfaserstränge, die in drei Leitungen gebündelt vom GSW-Blockheizkraftwerk an der Wilhelm-Bläser-Straße ankommen, sagte GSW-Projektleiter Felix Eller.

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Die öffentliche Hand hat durch die GSW seit Ende der 1990er Jahre ein Glasfasernetz in Kamen, Bönen und Bergkamen aufgebaut, das aus mehreren Inseln besteht, zum Beispiel auf der Lüner Höhe. Das neue Netz im Hemsack soll später auf das geplante Neubaugebiet „Wohnen am Fluss“ ausgeweitet werden.

Neuer Anlauf für das Gewerbegebiet Mühlbach

Auf Eis liegen bislang die Ausbaupläne für ein Glasfasernetz im Gewerbegebiet „Am Mühlbach“ in Heeren-Werve, weil sich bei einer Bedarfsabfrage nicht genügend Interessenten gemeldet hatten. Helinet und GSW signalisierten am Montag, dass sie einen zweiten Versuch erwägen.

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