Gesprenkelte Ahornblätter am Sesekedamm: Ist der Pilzbefall gefährlich?

dzNatur in Kamen

Weiße Flecken bedecken die Blätter der jungen Ahornbäume am Sesekedamm. Spaziergänger können den Befall der Bäume gar nicht übersehen. Warum die Stadt nicht eingreifen will und muss.

Kamen

, 28.07.2020, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Rosenzüchter auf ihren heiligen Pflanzen einen Pilzbefall entdecken, dann spritzen sie die Pflanzen. Denn eine Rose mit gefleckten, kranken Blättern bringt keinen Ertrag. Bei Pflanzen in der freien Natur muss man da nicht so penibel sein. Wenn sie nicht gerade einen Schönheitswettbewerb gewinnen sollen und die Krankheit auch so wegstecken können, sollte man sich zweimal überlegen, ob man spritzt, denn dadurch sterben wertvolle Insekten.

Für den umweltfreundlichen Weg hat die Stadt Kamen sich bei den befallenen Ahornbäumchen am Sesekedamm entschieden. Die jungen Bäume haben auffällige weiße Flecken auf den Blättern, die dem Spaziergänger gleich ins Auge stechen. Doch so schlimm wie die Blätter auch aussehen mögen, so sind sie doch vergleichsweise harmlos, wie Stadtsprecher Peter Büttner auf Nachfrage erklärt.

Ahornbäume am Sesekedamm in Kamen stecken den Pilzbefall weg

„Es handelt sich bei dem Befall um Mehltau, das regelt die Natur selbst“, so Büttner. Zwar schädige der Befall die Ahornbäume und schön sehe es auch nicht aus, aber er sei nicht besorgniserregend. „Das stecken die weg“, sagt Büttner. Für die Stadt ist der Befall keine allzu große Überraschung: „Das ist ein Pilz, der sehr gerne den Ahorn befällt“, so Büttner. Es gebe zwar eine gute Möglichkeit zu spritzen, aber weil dadurch nützliche Insekten getötet würden, verzichtet man in diesem Falle darauf. Die Antwort auf die Frage, ob der Pilz für den Baum gefährlich ist, lautet also „Nein“.

Wer am Sesekedamm in Kamen entlang spaziert, dem fallen gleich die gesprenkelten Ahornblätter auf.

Wer am Sesekedamm entlang spaziert, dem fallen gleich die gesprenkelten Ahornblätter auf. © Claudia Pott

Doch Mehltau ist natürlich nicht der einzige Schädling, mit dem sich die Pflanzenexperten der Stadt befassen müssen. Befälle und Erkrankungen seien in der Natur nichts ungewöhnliches, sagt Büttner. Neuere Krankheiten können durch das Klima hervorgerufen werden. Während die Natur jedoch Befälle wie den Mehltau selbst regeln kann, ist das bei gefährlicheren Krankheiten anders. Als Beispiel nennt Büttner die Rußrindenkrankheit, die sich im vergangenen Jahr in der Region ausgebreitet hat.

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Klima und Temperatur spielen eine Rolle beim Schädlingsbefall

Befallene Bäume müssen in der Regel gefällt und die Baumreste gesondert entsorgt werden, sagt Büttner. Der schwarze Pilz, der sich wie ein dunkler Schatten über die Rinde zieht, vermehrt sich über Sporen und setzt nicht nur den Bäumen zu, sondern kann auch Menschen schaden. Sie können allergische Reaktionen erleiden. Wegen dieses fiesen Pilzes musste die Stadt im vergangenen Jahr an der Lüner Höhe etwa 50 Bäume fällen lassen.

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Eine anderer Befall, mit dem die Stadt vor ein paar Jahren zu kämpfen hatte, ist die Kastanienminiermotte, die Kastanien zusetzte und ihre Blätter herbstlich färbte. In diesem Jahr wurde sie in Kamen aber bislang nicht gesichtet – genau so wenig wie Bäume mit der Rußrindenkrankheit. Anders ist das freilich beim Eichenprozessionsspinner, der derzeit wieder in aller Munde ist. Während der Befall in Kamen im vergangenen Jahr recht stark war, ist es in diesem Jahr laut Büttner aber nicht so schlimm.

Und was im kommenden Jahr sein wird und ob vielleicht ein neuer Schädling sein Unwesen treiben wird, ist noch völlig ungewiss. Wie Büttner erklärt, spielen dabei Feuchtigkeit, Temperatur und Zeitpunkt eine Rolle. Bleibt also zu hoffen, dass die Natur verschont bleibt – oder zumindest nur von Pilzen befallen wird, die sie aus eigener Kraft bekämpfen kann. Wie eben den weißen Mehltau am Sesekedamm.

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