Gespräch auf dem Abiball endet mit einer blutigen Nase

dz900 Euro Geldstrafe

Weil er jemanden mit seiner damaligen Freundin sprechen sah, schlug ein Kamener auf der Abiballfeier zu. Beim Prozess fand der Richter deutliche Worte: „Sie sind ruckzuck im Gefängnis.“

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 13.11.2018, 16:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein eher harmloses Gespräch zwischen seiner damaligen Freundin und einem Anderen versetzte einen Kamener auf der Abiballfeier in der Stadthalle offenbar so in Rage, dass er ohne Vorwarnung zuschlug. Das hatte nun Folgen.

Auf der Tanzfläche sah das spätere Opfer in den frühen Morgenstunden des 7. Juli eine alte Bekannte, sprach sie an und sie unterhielten sich. Das bemerkte der Kamener aus einiger Entfernung, wähnte die Hand des vermeintlichen Rivalen an der Hüfte seiner damaligen Freundin und sah akuten Handlungsbedarf. Hinterrücks, so die Anklage, verpasste er dem Anderen einen Faustschlag auf die Nase. Die Konsequenz: Es floss reichlich Blut und der Geschädigte kämpfte dank einer Nasenbeinprellung über Wochen mit üblen Schmerzen. Er, der in der Nacht eigentlich nur das bestandene Abitur feiern wollte, erstattete letztlich Strafanzeige gegen den Angreifer, bei dem es sich um den jungen Kamener mit einschlägiger Vergangenheit handelte.

Letzterer saß am Dienstag im Amtsgericht auf der Anklagebank und lieferte eine etwas andere Version der Ereignisse als Einlassung ab. Demnach wollte er den Kontrahenten lediglich weggestoßen und habe ihn dabei versehentlich an der Nase getroffen. Er habe das weder bewusst, noch gezielt getan. Schließlich habe er ja noch am Tag zuvor Sozialstunden im Amtsgericht wegen einer alten Sache abgeleistet. Er habe daraus gelernt. Und: „Es tut mir auch sehr leid für ihn.“

Das Opfer gab an, dass sich das Ganze nach einem Faustschlag angefühlt habe. Ein Zeuge sah den Hieb mit der Faust sogar direkt und außerdem passte das Verletzungsbild genau dazu. Der Vertreter der Anklage hatte letztlich keine Zweifel, dass es sich um einen vorsätzlich ausgeführten Faustschlag handelte. Er beantragte für den Kamener sechs Monate Haft mit Bewährung und 120 Sozialstunden. Der Richter sah das Ganze nicht anders, beließ es in dem Fall aber noch einmal bei 900 Euro Geldstrafe. Seine Warnung für die Zukunft fiel jedoch deutlich aus: „Sie sind ruckzuck im Gefängnis.“

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