Das Geschlecht von der Recke bringt Radler auf die Strecke

dzTour mit Manfred Böse

500 Jahre lang hat die Familie von der Recke die Geschicke der Stadt Kamen maßgeblich beeinflusst. Bei einer Radtour erzählt Gästeführer Manfred Böse von den Herrschaften.

Kamen

, 12.08.2019, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Gästeführer Manfred Böse auf historischen Pfaden. Er führt die Radtour an, die am Samstag, 17. August, um 14 Uhr ab Kirchplatz startet. In der dortigen evangelischen Kirche sind noch heute viele der Reckes begraben, finden sich ihre Grabsteine in dem ehemaligen Wehrturm, der erst später Kirchturm wurde.

Dort gibt Manfred Böse den Teilnehmern zunächst einen Überblick über die Geschichte des Adelsgeschlechtes von der Recke, das 300 Jahre lang das Amt des Drostes in seinen Reihen weitervererbte und nicht unerheblich daran beteiligt war, dass Kamen noch heute mehr Protestanten als Katholiken hat.

Neun Diedrichs von der Recke standen Familie vor

Wenn Manfred Böse von dem Adelsgeschlecht spricht, ist er kaum zu bremsen. Es gibt viel zu erzählen von den zehn Generationen, denen neun Diedrichs von der Recke als Erbherren vorstanden. Der Stammbaum reicht von 1270 bis 1870. Das Adelsgeschlecht hat die Geschicke der Stadt entscheidend beeinflusst. Vorneweg Dietrich von der Recke III., der nicht nur die Bezeichnung Schloss Recke für den Familiensitz in Lerche einführte, sondern auch mit dem Austritt seiner Familie aus der katholischen Kirche 1567 Zeichen setzte.

Bei der Radtour erinnert Böse zunächst jedoch an die gräfliche Burg von Gaf Adolf von der Mark, die am Treffpunkt Kirchplatz einst ihren Standort hatte. Dann geht es zum Reckhof in der Innenstadt, wo die Burgherren von der Recke ihren Sitz hatten, nachdem der Graf nach der Zerstörung seiner Residenz in Unna 1250 seine kleine Burg in Kamen bezog. Vom nahegelegenen Reckhof zeugt heute jedoch nur noch der Straßenname.

Radtour mit Manfred Böse

Treffpunkt und Gebühr

  • Die Teilnehmer der Radtour vom Kirchplatz zum Haus Reck in Lerche startet am Samstag, 17. August, um 14 Uhr . Anmeldungen sind nicht erforderlich.
  • Teilnehmer zahlen vor Ort die Teilnahmegebühr von 4 Euro.
  • Die Tour dauert etwa zweieinhalb bis drei Stunden.
  • Informationen hat Manfred Böse, Tel. 02307/72834 oder 0172/5 31 68 77.

Letzte Hinrichtung auf dem Galgenberg im Jahr 1800

Von dort geht es weiter zum Nordentor, wo sich einst das Gefängnis befand, weiter zum Freistuhl (ehemalige Gerichtsstätte) und zum Galgenberg, wo zuletzt 1800 drei Soldaten aus der Garnison Hamm einen Gefangenen hinrichteten.

An der Overberger Schule wird Manfred Böse berichten, dass die Familie von der Recke nicht nur mit strenger Hand regierte, sondern auch viele Wohltaten für die Bevölkerung verantwortete. So machte sich das Adelsgeschlecht um die Bildung verdient. Das alte Gebäude der 1646 gegründeten Pastoralschule zeugt heute noch davon.

Die letzten Stationen der Radtour liegen in Lerche, wo die Teilnehmer zunächst die alten Gebäude rund um Haus Reck in Augenschein nehmen. „So, wie die Burg heute ist, sind die Gebäude im Grunde schon um 1500 errichtet worden“, weiß der Gästeführer.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Feuerwehr Kamen
Frau treibt bewusstlos in der Seseke: Feuerwehr und Rettungshubschrauber im Einsatz
Hellweger Anzeiger Samstag und Sonntag
Gemütlich und besonders: Dörflicher Charakter lockt auf den Weihnachtsmarkt in Methler
Meistgelesen