Gesichtsschutz aus dem Drucker: Kamener Gesamtschule sagt Coronavirus den Kampf an

dzCoronavirus

Nicht nur Atemschutzmasken werden in diesen Tagen händeringend benötigt, sondern auch Gesichtsschilde. Bauteile dafür kommen auch aus den 3D-Druckern der Kamener Gesamtschule.

Kamen

, 06.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

28 Bauteile pro Woche – was zunächst nicht viel klingt, macht am Ende doch ordentlich was aus. Denn mittlerweile haben sich über 2400 Freiwillige zusammengetan, um die Produktion von Gesichtsmasken zu unterstützen.

Die Masken, um die es sich hierbei handelt, sind keine Mundschutze, sondern Schilde aus Kunststoff, die das ganze Gesicht abschirmen.

Sie schützen so zusätzlich vor Tröpfcheninfektionen und sind wie Atemschutzmasken in Kliniken, Arztpraxen und anderen medizinischen Bereichen Mangelware, wie Arnd Joeres, Sprecher der Gesamtschule Kamen, erklärt.

Jetzt lesen

Gesamtschule Kamen fertigt Gesichtsmasken im Kampf gegen das Coronavirus

Die Schule hilft nun bei der Produktion solcher Gesichtsschilde – sogenannter Face Shields. Denn die Bauteile für diese Masken können mit 3D-Druckern hergestellt werden – von denen die Gesamtschule zwei hat. Auf die Idee kam die Schule durch einen Aufruf aus Unna. Dort stellt der Verein „UN-Hack-Bar“ Masken als Teil des Netzwerkes „Maker vs. Virus“ her.

Die Initiative bringt Menschen oder Organisationen, die dringend Ausrüstung oder Ersatzteile brauchen mit Helfern, die diese produzieren können, zusammen.

Rene Niederdraeing, Mitglied der UN-Hack-Bar, holt einen fertigen Stirnbügel aus dem 3D-Drucker. Etwa 75 Minuten braucht der Apparat, um das Kunststoffteil in den leeren Raum zu zeichnen. Solche Bauteile entstehen auch in der Gesamtschule Kamen.

Rene Niederdraeing, Mitglied der UN-Hack-Bar, holt einen fertigen Stirnbügel aus dem 3D-Drucker. Etwa 75 Minuten braucht der Apparat, um das Kunststoffteil in den leeren Raum zu zeichnen. Solche Bauteile entstehen auch in der Gesamtschule Kamen. © Udo Hennes

In Unna arbeitet man hart, doch dass der Ausstoß pro Tag bei „nur“ etwa 15 Masken liegt, hängt nicht mit fehlender Manneskraft, sondern mit der Technik zusammen.

Denn ein 3D-Drucker braucht recht lange, um die Bauteile zu fertigen. Die Unnaer baten deshalb um Hilfe: Jeder, der einen solchen Drucker hat, könne helfen, die Produktionskapazitäten hochzufahren.

Als die Kamener Gesamtschule die Anfrage erhielt, sei die Entscheidung sofort gefallen, so Frank Stewen, Leiter der Gesamtschule. „Es ist für uns als Gesamtschule Kamen selbstverständlich, unseren Beitrag zu leisten, um diejenigen Menschen zu unterstützen, die täglich gegen die Pandemie kämpfen, an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten versorgen und dabei tagtäglich ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen“, so Stewen.

Die Nachfrage an den Gesichtsmasken ist stark gestiegen

Und seitdem surren die Drucker, was das Zeug hält. Die Schule hat eine Druckvorlage aus Unna erhalten, stellt die Teile her und dann holt der Unnaer Verein die Teile ab, um sie weiterzuverarbeiten.

Jetzt lesen

Bei der Aktion „Maker vs. Virus“ entstehen auf diese Weise rund 6000 Face Shields pro Tag, erklärt Arnd Joeres. Der Bedarf sei nach anfänglicher Unsicherheit der Krankenhäuser mittlerweile riesig. „Dieses Material lässt sich im Klinikalltag am besten desinfizieren. Wunschmengen von 1000 bis 5000 Exemplaren sind keine Seltenheit.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neue Kandidatur angekündigt
Achim Megger will Unnas neuer Bürgermeister werden: Nach Herzinfarkt gibt er wieder Vollgas
Hellweger Anzeiger Ab 15. Juni
Täglicher Unterricht für Grundschüler: „Wir sitzen dann enger zusammen als in jedem Lokal“
Hellweger Anzeiger Feuerwehr Kamen
Jetzt spricht der Feuerwehrchef: „Wir erreichen unsere Schutzziele nicht!“
Hellweger Anzeiger Geräte für alle – das ist die Frage
Home-Schooling prägt die neue Normalität an Kamens Schulen