Kamener (94) starb nach Unfall – der Schuldige (81) rührt sein Auto nicht mehr an

dzUnfall auf Derner Straße

Eine Überlandfahrt von Kamen nach Heeren mit dem Elektromobil wird einem 94-Jährigen zum Verhängnis. Er wird von einem Auto angefahren und stirbt später an den Unfallfolgen. Der Unfallverursacher ist nun verurteilt worden.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 10.03.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 2019 kam es auf der Derner Straße zu einem tragischen Unfall. Ein Rentner in einem Auto übersah einen Rentner auf einem Elektromobil. Der stürzte und verstarb einige Zeit später. Nun befasste sich die Justiz mit dem Unglück.

Am 27. Juni befuhr der Pkw-Fahrer die Derner Straße in östliche Richtung. Dabei kämpfte er mit diffusen Lichtverhältnissen. Sonne und Schatten wechselten sich ob der Bäume ab. Den älteren Mann auf dem Elektromobil, der am rechten Rand fuhr, nahm der 81-Jährige hinter dem Steuer nicht wahr.

Es kam zur Kollision, durch die das Opfer zu Boden fiel und dabei unter anderem ein Schädelhirntrauma erlitt. Der Senior erholte sich davon nicht, bekam vielmehr eine Lungenentzündung und verstarb am 13. August.

81-Jähriger fährt seit dem Vorfall nicht mehr Auto

Fahrlässige Tötung wurde dem Autofahrer nun vor dem Amtsgericht zur Last gelegt. Ihm, der in seinen über acht Lebensjahrzehnten nie eine Straftat beging oder negativ im Straßenverkehr auffiel, war die Erschütterung deutlich anzusehen. „Es tut mir unendlich leid.“

Jetzt lesen

Dann suchte er Erklärungen für das, was er selbst nicht begreifen konnte: „Da kam von oben rechts die Sonne und dann habe ich nichts mehr gesehen.“ Er habe den Knall gehört, sei aus dem Wagen gestiegen und der Betroffene habe auf dem Boden gelegen. Er sei höchstens Tempo 40 gefahren, habe sofort gestanden. Seit dem Tag sei er nicht mehr gefahren. „Ich habe den Wagen nicht mehr angepackt“, so der Kamener.

Der Richter sprach am Ende von einer fatalen Geschichte. „Solche Fälle lassen uns regelmäßig ratlos zurück.“ Das Verschulden sei relativ gering, die Folgen seien aber erheblich – ein Mensch sei gestorben. Der Angeklagte hätte das Elektromobil sehen können, aber es sei schwierig gewesen. Er verurteilte den 81-Jährigen zu 5400 Euro Geldstrafe. Doch der beteuerte nur erneut: „Mir tut das so unendlich leid, dass das passiert ist.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Spiele-Berater
Online, in der Familie, zu zweit oder alleine: Mit Spielen gegen den Corona-Koller
Hellweger Anzeiger Krankenhäuser
Covid-19-Patient wird in streng isoliertem Bereich in Unna stationär behandelt