Wer steht für den Kamener Stadtrat zur Wahl? Nur bei der FDP steht das Bewerberfeld schon jetzt. Die SPD hat erste Vorschläge präsentiert. Wie weit die Ratsparteien sind, wie transparent sie vorgehen und was die AfD plant, zeigt der Überblick.

Kamen

, 11.02.2020, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

In 215 Tagen wählt Kamen einen neuen Stadtrat. Während die 20 Wahlbezirke inzwischen nach einer Anpassung feststehen, haben nur die wenigsten Parteien bereits Kandidaten vorgeschlagen – oder bereits offiziell nominiert. Das Auswahlverfahren läuft größtenteils noch, wie ein Überblick zeigt. Auffällig ist, dasss einzelne Parteivorstände versuchen, die Namen von vorgeschlagenen Kandidaten zurückzuhalten, bis sie in Mitgliederversammlungen präsentiert und beschlossen werden. Potenzielle Wähler erfahren damit erst später als Parteimitglieder, wer zur Wahl steht. Andere setzen auf mehr Transparenz.

  • Die SPD (22 Sitze im Rat) hat Personalvorschläge aus zwei der vier Ortsvereine bekannt gegeben. Die Ortschefs von Methler, Joachim Eckardt, und Südkamen, Petra Hartig und Volker Sekunde, entschieden sich, die Vorschläge des Ortsvorstands zu veröffentlichen, noch bevor die Mitglieder in Versammlungen über die Namen der Kandidaten abstimmen bzw. weitere Vorschläge machen konnten. Dies gilt als Zeichen von Transparenz. Gökçen Kuru, Chef der SPD Kamen-Mitte, will keine vorzeitige Veröffentlichung der Vorschläge aus Kamen-Mitte vor der Mitgliederversammlung Anfang März. Die Mitglieder der SPD Heeren-Werve haben die Kandidaten bereits längst beschlossen, dennoch steht eine Mitteilung durch Ortsvereinschef Martin Köhler aus. Offiziell nominiert werden alle Kandidaten voraussichtlich im März auf Stadtverbandsebene.

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  • Der Vorstand der CDU unter Vorsitz von Wilhelm Kemna wollte sich Anfang dieser Woche mit Vorschlägen aus den Ortsunionen Methler, Kamen-Mitte/Südkamen und Heeren-Werve befassen. Kemna will die Kandidatenvorschläge spätestens zur Vorstandssitzung am 2. März beisammen haben. Die Mitglieder sollen die Namen voraussichtlich bei einer Versammlung am 23. März beschließen. Kemna ließ offen, wann die Namen bekannt gegeben werden. Die CDU verfügt im Stadtrat über zehn Sitze.
  • Bündnis 90/Die Grünen befand sich zuletzt in personellen Sondierungen. Die Mitglieder sollen die Kandidaten bei einer Versammlung am 22. April beschließen. Erst im Anschluss werde die Partei die Besetzung der Wahlbezirke und Listenplätze öffentlich bekannt geben, erklärte Ortsvereinssprecher Andreas Dörlemann. Die Grünen haben im Rat vier Sitze.

  • Die Linke und die Grün-Alternative Liste (GAL) (2 Ratssitze) haben bei früheren Wahlen gemeinsame Sache gemacht. Linke-Sprecher Friedhelm Schaumann konnte oder wollte auf schriftliche Anfrage nicht sagen, wer jeweils in den Wahlkreisen und auf der Liste kandidiert bzw. vorgeschlagen ist. Offen ließ er auch, wann die Kandidaten präsentiert werden sollen oder die Vorschläge veröffentlicht werden. Auch die Frage nach einem Termin für die Nominierung ließ er unbeantwortet. Man werde „zu gegebener Zeit“ informieren.
  • Die Freien Wähler (1 Sitz im Rat) unter Vorsitz von Tanja Brückel sind noch nicht so weit. Ein Termin für die Mitgliederversammlung stand zuletzt noch nicht fest. „Wir haben noch etwas Zeit“, erklärte Brückel, die wahrscheinlich als Spitzenkandidatin antreten wird. Die Freien Wähler verfügen derzeit über einen Ratssitz. Bis spätestens 59 Tage vor der Wahl müssen Parteien, Wählerguppen und Einzelbewerber ihre Vorschläge im Rathaus eingereicht haben. Dies ist am 16. Juli. Die Kommunalwahl findet am 13. September statt.

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  • Die neu gegründete AfD Kamen hält an ihrer Ankündigung fest, erstmals bei der Ratswahl anzutreten. „Wir arbeiten daran“, sagte AfD-Kreissprecher Michael Schild, der anstelle von Ortssprecher Ulrich Lehmann auf eine Presseanfrage antwortete. Als potenzielle Kandidaten kommen aus Schilds Sicht mindestens Lehmann und dessen Stellvertreter Peter Knepper infrage. Es gebe Mitglieder, die das Risiko einer Kandidatur nicht eingehen wollen. Er schloss nicht aus, dass die AfD nur einige Wahlkreise besetzt. Voraussichtlich im zweiten Quartal würden die Kandidaten aufgestellt. Der Kreisvorstand wolle bei einem Treffen in der nächsten Woche das weitere Vorgehen besprechen.
  • Die Initiative „Kamen spricht“ von Ex-Bürgermeisterkandidat Jonas Büchel bleibt weiterhin stumm, was mögliche Ambitionen für eine Kommunalwahl-Teilnahme angeht. Derzeit deutet nichts auf eine Kandidatur hin.
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