Zwei weitere Jahre gegen den Klimanotstand: Klimaschutzmanager darf vorerst bleiben

dzKlimaschutz

Klares Votum in Zeiten des Klimanotstands: Klimaschutzmanager Tim Scharschuch darf seine Arbeit um zwei weitere Jahre fortsetzen. Möglicherweise wird die Stelle danach sogar fest installiert.

Kamen

, 10.11.2019, 11:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klimaschutzmanager Tim Scharschuch darf seine Arbeit in Kamen fortsetzen. Die auf drei Jahre befristete Stelle soll zwei weitere Jahre erhalten bleiben.

Seit Mai 2017 ist der 34-Jährige in dem Amt bei der Stadt Kamen tätig und organisiert vor allem Informationsveranstaltungen, die für ein umweltbewusstes Handeln werben. Die vom Bundesumweltministerium mit 85 Prozent geförderte Stelle wäre im Mai kommenden Jahres ausgelaufen.

Die Stelle wird für die Stadt Kamen nun aber teurer: Die Förderquote sinkt auf 55 Prozent.

Zwei weitere Jahre gegen den Klimanotstand: Klimaschutzmanager darf vorerst bleiben

Anpacken für den Klimaschutz und werben für das Fahrrad als emissionsfreies Fortbewegungsmittel. Tim Scharschuch kann seine Arbeit in Kamen fortsetzen. © Stefan Milk

Diskussion um den Klimawandel vertiefen

Ungeachtet dessen steigen die Chancen, dass Scharschuch im Jahr 2022 dann einen möglicherweise unbefristeten Vertrag erhält.

Denn das im Stadtrat am Donnerstag einstimmige Votum für den Klimaschutzmanager gilt auch als Zeichen dafür, dass die Arbeit allgemeine Anerkennung findet und weiter fortgesetzt werden soll. Daran haben die aktuelle Klima-Debatte und die Fridays-for-Future-Bewegung großen Anteil, deren Bedeutung in Scharschuchs Zeit zunehmend Wucht erhalten hat.

„Diskutieren statt demonstrieren“, sagte er, bevor er in diesem Jahr entsprechende Aktionen an den örtlichen Schulen organisierte.

Diskutieren statt demonstrieren - nicht etwa, weil er die Fridays-Demonstrationen nicht gut findet, sondern weil er die Diskussion um den Klimawandel vertiefen und auf eine solide Basis stellen wollte. „Um noch besser zu verstehen, wofür man protestiert.“ Denn: Durch den Einsatz der Schüler werde das Problem nun auch gesamtgesellschaftlich diskutiert. „Das freut mich. Zuvor war es oft schwierig, solche Inhalte zu vermitteln.“

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„Wir wollen das dauerhaft - für immer!“

Die Stimmen aus der Politik sind eindeutig. „Wir unterstützen die Arbeit nachdrücklich“, so Daniel Heidler, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Scharschuch hat das unglaublich gut umgesetzt.“

Sein Wunsch: Scharschuch im Rathaus auch über die zwei Jahre hinaus zu binden. „Wir wollen das dauerhaft - für immer!“ Ähnlich sieht es bei der Fraktion Freie Wähler/FDP aus: „Wir brauchen einen Klimaschutzmanager. Ob es danach weiter geht, werden wir sehen“, so Vorsitzender Helmut Stalz.

Die Bündnisgrünen gaben ebenso ein klares Signal in Richtung Scharschuch. Ihre Befürchtung: Wenn dieser nur befristete Verträge erhalte und keine dauerhaften Perspektiven habe, könnte er von anderen Kommunen abgeworben werden. „Wir müssen dann damit rechnen, dass uns ein guter Mann flöten geht“, so Ratsherr Stefan Helmken.

Auch mit Stimmen der CDU und GAL/Linke fiel der Beschluss am Ende einstimmig aus.

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