Klack-klack! Gegen klappernde Gullys und wackelnde Trittstufen

dzFür intakte Kanäle

Neue Mitarbeiter für die Stadtentwässerung, die Gullydeckel richtig rücken und für mehr Sicherheit beim Abstieg in die Kanalisation sorgen. Neue Fahrzeuge für die Inspektion sind bestellt.

Kamen

, 27.11.2018, 13:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klack-klack! So macht der Schachtdeckel, wenn er nicht ebenerdig in der Straße liegt. „Das kann unheimlich nerven“, sagt Kämmerer Ralf Tost als Betriebsleiter der Stadtentwässerung Kamen. Deswegen sollen in den kommenden Jahren im gesamten Stadtgebiet jene nervenden Gullydeckel gerichtet werden, die für derlei Ungemach sorgen. „Und wenn man da mal mit einem Reifen drin ist, weil sich einer verschoben hat, dann ist das auch gefährlich.“

Klack-klack! Gegen klappernde Gullys und wackelnde Trittstufen

Es geht tief hinab in die Kanalisation, teilweise fünf Meter. Deswegen sollten die Trittstufen sicher sein. An allein 600 Schächten sind diese Stufen nicht mehr in Ordnung. © Stefan Milk

Start in Heeren-Werve

Klack! Gullydeckel sind in der jüngsten Vergangenheit mehrfach in die Schlagzeilen geraten, weil sie als schweres Einbruchswerkzeug, verfügbar auf jeder Straße, benutzt wurden. Möglicherweise sind sie künftig schwerer aus ihrem Rahmen zu lösen, wenn die sogenannte „Schachtdeckelsanierung“ erfolgt ist. Zwei neue Mitarbeiter, unbefristet eingestellt für die Kanalunterhaltung, werden sich ab Januar mit dieser Aufgabe, zunächst in Heeren-Werve, beschäftigten. Aber freilich nicht nur damit. „Wir haben bei der Überprüfung der Schächte festgestellt, dass die Trittstufen, die hinab führen, wackelig sind“, berichtet Tost. Das beträfe allein in Heeren-Werve 600 Schächte. „Wir gehen davon aus, dass die Situation in Kamen-Mitte, Methler und Südkamen nicht anders ist“, so Tost. Deswegen gebe es in den kommenden Jahren reichlich Arbeit für die beiden neuen Kräfte, die organisatorisch dem Bauhof zugeordnet werden, wo sie ebenso mitanpacken sollen. Die Einstellungen sollen sich letztlich positiv auf den Haushalt des städtischen Eigenbetriebs auswirken, auch wenn die Personalkosten steigen. Das liegt daran, dass die Arbeiten ansonsten ausgeschrieben werden müssten. Tost rechnet auf lange Sicht mit einer Ersparnis von 200.000 Euro, wenn eigene Leute aktiv werden.

Klack-klack! Gegen klappernde Gullys und wackelnde Trittstufen

Ähnlich wie bei der Stadtentwässerung Bergkamen (SEB) wird jetzt auch in Kamen ein TV-Inspektionsfahrzeug angeschafft. Das etwa 430.000 Euro teure Gerät soll Mitte Dezember geliefert werden und am Bauhof stehen. © Stefan Milk

Eigene TV-Inspektion

Ein ähnlicher Effekt könnte sich einstellen durch die Anschaffung eines TV-Kanalinspektionswagens, der Mitte Dezember geliefert werden soll: Kostenpunkt circa 430.000 Euro. Im Laufe dieses Jahres hat bereits ein TV-Inspekteur seinen Dienst aufgenommen, der mit dem Fahrzeug künftig die Kanaluntersuchungen durchführen wird. Auch dort rechnet die Stadt mit Ersparnissen, weil die Leistung nicht mehr teuer eingekauft werden muss. Personalratsvorsitzender Uwe Fleißig freut sich über die personelle Verstärkung, auch weil es sich um qualifizierte Stellenprofile im technischen Bereich handelt. Mit Blick auf die Neuanstellungen fügt er im Angesicht des engen Stellenmarkts an: „Ich hoffe, dass es gelingt, die Stellen auch qualifiziert zu besetzen.“

Weitere Mitarbeiter

Für die vielfältigen Aufgaben der Kanalunterhaltung werden im Übrigen noch vier weitere Mitarbeiter eingestellt – eine Baustellenaufsicht, ein Bauingenieur und zwei weitere Mitarbeiter für die Kanalunterhaltung. Angeschafft werden zudem eine Pritsche für die Kanalunterhaltung, ein Kanalspülwagen und ein Wagen für die Bauaufsicht mit Gesamtkosten von 995.000 Euro (inklusive TV-Kanalinspektionswagen). Als weitere Investitionen zu nennen sind die Sanierung der Stadtentwässerungs-Villa am Rathausplatz und die Errichtung einer weiteren Fahrzeughalle auf dem Bauhof für die neuen Fahrzeuge, was zusammen etwa eine Million Euro kostet. Ein Gesamtpaket sicherlich für leistungsfähige Kanäle. Aber auch gegen den nervigen Gullydeckel-Klack.

Klack-klack! Gegen klappernde Gullys und wackelnde Trittstufen

Ein neuer Regenwasserkanal an der Nikolaus-Otto-Straße führt Niederschläge zum Mühlbach.

Die aktuellen Kanalbaustellen

Wacholderstraße, Ericaweg, Binsenweg: Die Arbeiten liegen laut Bernd Neuhaus, Technischer Leiter der Stadtentwässerung, gut im Zeitplan, wie er im Betriebsausschuss am Montagabend erläuterte. Der Kanalbau der seit Juli 2017 laufenden Arbeiten ist abgeschlossen, auch die Hausanschlüsse sind fertig. Jetzt werden noch Versorgungsleitungen gelegt. Außerdem fehlt noch die letzte Asphaltschicht, auch Verschleißschicht oder Deckschicht genannt. „Die wollen wir aus einem Guss herstellen, damit es keine Nähte gibt, durch die Nässe und Frost eindringen kann“, so Neuhaus. Im Mai bzw. Juni soll die Kanalbaumaßnahme beendet werden.

Nikolaus-Otto-Straße, Westfälische Straße: Dort gibt es zeitlichen Verzug des Regenwasserkanals, weil sich der Untergrund als schwierig erwies, unter anderem durch alte Fundamente, Mauerwerk und Stahlbeton. Durch klebenden Boden ist die Straßenoberfläche nun so uneben, dass sie durch ein Abfräsen nivelliert werden muss. Bevor die Arbeiten im Mai abgeschlossen werden, soll über die Wintertage, an denen die Arbeiten ruhen, bisherige Sperrungen wie an der Nikolaus-Otto-Straße, abgeräumt werden, damit sie befahrbar ist, beispielsweise für den Anlieferverkehr des Pflegeheims.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neubau im Kamen-Karree

Welches Restaurant hätten Sie gern? L‘Osteria-Modelle wie aus der Speisekarte

Hellweger Anzeiger Das hat Folgen

Abkürzung Baustelle: Autofahrer ignorieren die Sperrung der Bergkamener Straße

Hellweger Anzeiger Aus für Kettcar-Hersteller

Kettler-Mitarbeiter im Outlet-Store ernüchtert: „Das ist einfach Scheiße“

Hellweger Anzeiger Deutsche Bahn

Seil statt Schranke: Am Bahnübergang an der Südkamener Straße hakt‘s nicht zum ersten Mal

Hellweger Anzeiger Interessentenliste wächst

Im Rathaus klingelt das Telefon Sturm: So wird das neue Baugebiet vermarktet

Meistgelesen