Gegen die Wohnungsnot im Wald: Naturfreunde zimmern Mini-Appartements

dzMehr Nistkästen

Wenn die Wohnungsnot im Wald zu groß wird, kommt Hilfe von den Naturfreunden. Sie halten 80 Appartements für jene Singvögel vor, die dann auf die Jagd nach Eichenprozessionsspinner und Co gehen.

Kamen

, 25.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 30 Jahre lang sorgen die Naturfreunde dafür, dass die heimische Vogelwelt auch Unterschlupf findet, falls die Wohnungsnot im Wald zu groß wird. Dass ihre Nistkastenaktion in Zeiten des Klimawandels – mit sich verstärkt ausbreitenden Schädlingen – noch mehr Bedeutung gewinnt, registrieren sie nach Jahren des Einsatzes für den Schutz der Natur durchaus mit Wohlwollen.

Jetzt nutzte der Heerener Naturschutzverein erstmals das „Haus der Bildung“, um die für Februar geplante Aktion vorzubereiten. „Hier haben wir ideale Bedingungen“, so Vorsitzender Heribert Jurasik. Ideale Bedingungen bald auch für Meise, Drossel und Co, die von ihren Hochsitzen Jagd auf Eichenprozessionsspinner und den eher ungenießbaren Buchbaumzünsler machen.

Gegen die Wohnungsnot im Wald: Naturfreunde zimmern Mini-Appartements

Viel Platz für Werkarbeiten, praktische Steckdosenwürfel, die von der Decke hängen und Kabelsalat vorbeugen: Die Naturfreunde Kamen freuen sich über die guten Möglichkeiten für ihre Holzarbeiten. © Stefan Milk

In den Vogel-Appartements steckt viel Arbeit

Etwa ein Dutzend Naturfreunde hat sich im Werkraum an der Bergstraße zusammengefunden, um Bretter zu sägen und die kleinen Vogel-Appartements zusammen zu setzen.

Noch haben sie ihre Stichsägen und Akkuschrauber selbst mitgebracht. In Zukunft müssen sie das wohl nicht mehr tun. Denn die großen Maschinen, die früher die Käthe-Kollwitz-Schüler nutzten und nach der Schließung abgegeben wurden, sollen zur Volkshochschule zurückkehren. „Dann ist das hier ideal. Besser als im Vereinsheim“, so Jurasik.

Gegen die Wohnungsnot im Wald: Naturfreunde zimmern Mini-Appartements

Insgesamt 80 Nistkästen haben die Naturfreunde im Pröbstingholz und auf dem Heerener Friedhof platziert. Künftig könnten es noch mehr werden. © Marcel Drawe

Für den Nistkastenbau Rauspund-Bretter „sägerau“

Für den Bau der Nistkästen benötigen die Naturfreunde Rauspund-Bretter „sägerau“. Das Holz ist unbearbeitet und wird nicht gestrichen, damit die Vögel keine Schadstoffe aufnehmen. „Weil die Nistkästen dauerhaft dem Wetter ausgesetzt sind, müssen die von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden“, berichtet Jurasik. Bei insgesamt 80 Kästen gibt es immer etwas zu tun. 80 Kästen, die sowohl im Pröbstingholz als auch auf dem Heerener Friedhof hängen. Wenn die VHS komplett ausgestattet ist, können sich die Naturfreunde vorstellen, ihre Aktion noch auszuweiten.

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Naturfreunde setzen auch auf Nachhaltigkeit

Bei ihrer Arbeit setzen die Naturfreunde voll und ganz auf Nachhaltigkeit. Deswegen lautet ihre Bitte: „Es wäre toll, wenn Firmen, die mit Holzbrettern und Dachlatten arbeiten, Reste für uns aufbewahren könnten“, so Jurasik. Die Naturschützer aus Heeren würden diese im Sinne des Naturschutzes weiter verarbeiten. „Die Bretter sollten unbehandelt sein, und wir würden die sogenannten Abfallstücke für neue Nistkästen verwenden.“

In diesem Jahr werden die Naturfreunde den Nistkasten-Frühjahrputz voraussichtlich am 7. und 22 Februar durchführen. Wer Interesse hat, an den Aktionen teilzunehmen, kann sich bei Heribert Jurasik, Tel. 02307-41588 melden.

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