Peter Nittka, Chef des Bauträgers P-hochzwei Massivhaus, hier bei einem Richtfest im Technopark, plant eine Millioneninvestition in Heeren-Werve. © Marcel Drawe/Archiv
Millionenprojekt für Heeren-Werve

Gegen den Leerstand: Neue Wohnhäuser statt Schandfleck mitten im Ort

Schon seit Jahren steht der ehemalige „Plus“-Markt in Heeren-Werve leer. Peter Nittka hat eine Lösung für das Problem gefunden – auch für die benachbarte ehemalige Gaststätte „Märkische Stuben“.

Aus dem Technopark in Kamen kommen ein Plan für die Beseitigung einer städtebaulichen Schmuddelecke in Heeren-Werve: Der ehemalige Plus-Markt und die benachbarte frühere Gaststätte sollen abgerissen werden, um Platz zu machen für drei Wohnhäuser.

Der Architekt Peter Nittka, der mit dem Bauträger P-hochzwei Massivhaus im Technopark ansässig ist, steht hinter dem Vorhaben. Der Projektentwickler erwarb zuerst das Grundstück des leer stehenden Lebensmittelmarkts. Erst jetzt konnte er sich das Gebäude der ehemaligen Märkischen Stuben sichern. „Nächste Woche bekomme ich die Schlüssel“, erzählt Nittka.

Dadurch, dass er das ehemalige Vereinslokal dazugewonnen hat, kann das Bauvorhaben größer ausfallen als zunächst geplant. Statt eines Sechsfamilienhauses passt auf das nun zusammenhängende Eckgrundstück ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 14 Eigentumswohnungen. Damit ist das Areal noch nicht ausgefüllt, sondern es werden südlich davon noch zwei Doppelhäuser entstehen „In dem Mehrfamilienhaus gibt es seniorengerechte Wohnungen, in den Doppelhäusern können junge Familien einziehen“, erklärt Nittka das Konzept.

Rechts die Märkische Straße, links die Straße „Zum Mühlbach“: So sollen die Häuser für das Eckgrundstück aussehen.
Rechts die Märkische Straße, links die Straße „Zum Mühlbach“: So sollen die Häuser für das Eckgrundstück aussehen. © P-hochzwei Massivhaus © P-hochzwei Massivhaus

Positives Signal aus dem Rathaus

Vor rund zwei Wochen stellte der Architekt seinen Entwurf im Rathaus vor. „Man hat uns signalisiert, dass wir das so realisieren können“, sagte Nittka. Mit einem Gesamtvolumen von rund 5,4 Millionen Euro handelt es sich um eine herausragende Investition für den Stadtteil, die zuletzt nur durch das Seniorenwohnprojekt an der Westfälischen Straße übertroffen wurde. Der Bauantrag soll in Kürze gestellt werden, mit einem Baustart ist im Sommer zu rechnen, sobald die Altbauten abgerissen sind. Der Bauherr peilt eine Fertigstellung des Mehrfamilienhauses bis 2023 an.

Zwei Etagen plus Staffelgeschoss

Kamens Stadtplaner Uwe Liedtke ließ bei einer Präsentation der Pläne am Donnerstagabend im Planungsausschuss keine Zweifel aufkommen, dass das Vorhaben kommen wird, und sprach von einer „positiven Entwicklung“. Statt Leerstand eine Nutzung mit Wohnungen, städtebaulich und architektonisch ansprechend. „Wir erwarten, dass das Bauvorhaben so beantragt werden wird, wie wir es Ihnen heute zeigen“, sagte Liedtke und stellte eine Baugenehmigung der Stadt Kamen in Aussicht. „Ich sehe aus heutiger Sicht keinen Hinderungsgrund.“ Auf Nachfrage erklärte er, dass das Mehrfamilienhaus mit rund zwölf Metern Höhe und einer als Staffelgeschoss ausgeprägten dritten Etage nicht höher werde als Gebäude im Umfeld.

Der ehemalige Plus-Markt und die benachbarte Gaststätte „Märkische Stuben“ stehen seit Jahren leer. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Tiefgarage mit Lademöglichkeit für Elektroautos

Einen Eindruck davon, wie das Mehrfamilienhaus aussehen wird, vermittelt ein Neubau, der in Kamen-Mitte steht. Der Bauträger hat vor einigen Jahren ein Objekt am Standort des ehemaligen DRK-Heims an der Kämerstraße errichtet. Das Heerener Gebäude umfasst 14 Eigentumswohnungen zwischen 65 und 98 Quadratmetern und insgesamt 1120 Quadratmetern Wohnfläche. Die Bewohner können Autos in der Tiefgarage parken und elektrisch aufladen, mit dem Fahrstuhl nach oben fahren und sich auf Balkon oder Dachterrasse sonnen. Geheizt wird mit Erdwärme, die Energieeffizienz des Gebäudes soll den „KfW 55“-Standard erfüllen.

Die Doppelhäuser werden über eine Privatstraße erschlossen, hier eine Ansicht aus Südwesten.
Die Doppelhäuser werden über eine Privatstraße erschlossen, hier eine Ansicht aus Südwesten. © P-hochzwei Massivhaus © P-hochzwei Massivhaus

Begrünte Flachdächer

Ein Abrissbagger wurde bereits gesichtet, und Gerüchte über das Bauvorhaben führten zu ersten Anfragen beim Bauträger. Wann die Vermarktung startet, kann Architekt Nittka noch nicht sagen. Für die Doppelhäuser gebe es bereits ernsthafte Interessenten. Die vier Wohneinheiten werden durch eine Privatstraße erschlossen, die von der Straße „Zum Mühlbach“ abgeht. Auch hier fällt viel Grün auf den Plänen auf. „Das ist nicht einfach eine Farbe“, sagte Stadtplaner Liedtke. „Das wird wirklich begrünt“. Das gilt für das Flachdach des Mehrfamilienhauses ebenso wie für die Garagen der Doppelhäuser.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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