Fußball, Bergbau und ein mysteriöser Mord

dzMord am Hellweg

Ein Mörder treibt sein Unwesen in Kamen, aber zum Glück nur auf dem Papier. Bei der Mord-am-Hellweg-Lesung im Haus der Stadtgeschichte hielt Autorin Kristin Lukas das Publikum in Atem.

von Jan Dreher

Kamen

, 18.10.2018, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der makabere Kommissar Schreck und seine junge, etwas ahnungslose Kollegin Mackenrot suchen die sprichwörtliche Leiche im Keller der Bewohner Kamens.

Hat der Koch der Sportschule mit seiner Bergbauvergangenheit und einem Hang zur Fußballromantik etwas verschwiegen? Zu welchen Schandtaten bewegt der Wechsel eines jungen Spielers aus Gelsenkirchen nach Dortmund die fanatischen Anhänger der Klubs im Ruhrgebiet? Und warum geht ein Kamener Junge überhaupt erst zum FC Schalke und wechselt dann plötzlich zum Erzrivalen Borussia Dortmund?

Alles Fragen, die zum Glück nur hypothetische Bedeutung haben. Denn das Universum, in dem diese Fragen eine Rolle spielen, ist das des Mord-am-Hellweg-Festivals. Für die neunte Auflage der Literaturreihe rund um Kriminalgeschichten fügt Marion Peyinghaus, auch unter ihrem Autorennamen Kristin Lukas bekannt, diesem Universum eine weitere Erzählung hinzu. Zum ersten Mal hört das Publikum am Mittwoch von den Verstrickungen rund um einen jungen Sportler der U23 des BVB, dessen fiktives Leben ein unschönes Ende in den Essensresten der Sportschulkantine Kamen-Kaiserau findet.

Bei den Ermittlungen wühlen die beiden Polizeibeamten, die ein wenig wie ein Verschnitt eines Tatortduos wirken, in der jüngeren Geschichte der Sesekestadt und ein ums andere Mal erklärt Kommissar Schreck mit seinen unpassenden Witzen und seiner verschrobenen Art jungen Kollegin die Welt des Ruhrgebiets der 90er- und 2000er-Jahre. Spannend ist die Geschichte nicht nur wegen dem unerwarteten Ende, sondern auch, weil sie nebenbei ein sorgfältig recherchiertes Bild der Menschen der Region zeichnet.

Als kleinen Aperitif gibt es für die Zuhörer zudem einige Ausschnitte aus Kristin Lukas neuem Buch „Der Zorn, der dich trifft“.

Für alle Fans von Kriminalliteratur, aber auch für jeden, der Lust auf etwas andere Geschichten seiner Heimatstadt hat, war dies ein unterhaltsamer Abend mit Gänsehaut-Effekt.

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