Fundstücke, die im Rathaus vor sich hingammelten

dzFörderverein feiert 20-jähriges Bestehen

Seit 20 Jahren setzt sich der Verein „Freunde und Förderer des Museums der Stadt Kamen“ für das Haus der Kamener Stadtgeschichte ein. Beim Festakt am Samstag ist auch Ministerin Ina Scharrenbach dabei.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 09.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist ein Grund zum Feiern: Der Förderverein des Hauses der Kamener Stadtgeschichte wird 20 Jahre alt. 134 Mitglieder waren bei der Gründung des Vereins am 8. Juni 1999 dabei, zurzeit sind es immer noch rund 120. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, ist unter den rund 40 Gästen, die den runden Geburtstag im Haus der Kamener Stadtgeschichte am Samstagabend feiern.

In ihrer Rede betont Scharrenbach, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für ein Archiv und Museum wie das in Kamen sei. Orte wie dieser seien die Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne, fährt die Landespolitikerin fort.

Heute hat sich das Haus der Kamener Stadtgeschichte etabliert, doch bis es soweit war, mussten die Mitglieder des Fördervereins hart kämpfen. Denn zu Zeiten der Gründung des Vereins gab es das Museum und Stadtarchiv noch gar nicht. Dr. Renate Weskamp ist die Vorsitzende des Vereins und gehört zu den Mitbegründern. Sie erinnert sich noch gut an die Anfangszeit: „Wir hatten eine Vielzahl an historischen Fundstücken, die einfach im Rathaus-Keller vor sich hingammelten. Zudem waren die Stücke nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.“ Daran musste sich etwas ändern, doch wohin mit den vielen Exponaten? Mit dem Umzug der Stadtbücherei ins Alte Rathaus am Markt im Jahr 1999 wurden die Räumlichkeiten des ehemaligen Amtsgerichts frei, die Idee eines Archives und Stadtmuseums nahm Form an.

Auch der ehemalige Stadtarchivar Hans-Jürgen Kistner ist bei den Feierlichkeiten am Samstag dabei und erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. „Die Daueraustellung von der Germanenzeit bis zur Zeit des Bergbaus gab es damals noch nicht.“ Auch der Saal, in dem heute Sonderausstellungen Platz finden, sei damals noch nicht genutzt worden.

Der Rundgang, der von den Germanen bis zum Bergbaustollen führt, wurde erst unter dem neuen Leiter des Museums, Robert Badermann, eröffnet. „In drei Vitrinen stellen wir zudem interessante Dinge aus“, so Baderman. „Momentan zum Beispiel eine Ausstellung zu historischen Polizeimützen.“ Was er und seine Mitarbeiter ausstellen wollen, müssen sie ganz genau planen, erklärt er: „Wir haben hier nur sehr begrenzten Platz für all die Dinge, die im Magazin lagern.“

Der Förderverein will seine Arbeit weiterführen, auch heute noch unternehmen die Mitglieder einmal im Jahr einen gemeinsamen Ausflug. Außerdem wollen sie Geld für einen Scanner sammeln, der für historische Schriften geeignet ist. Denn die Sammlungen von alten Tageszeitungen sind mittlerweile zu brüchig und verfallen, als dass sie ausgestellt werden könnten. „Mit einem passendem Scanner könnten wir solche schriftlichen Relikte wieder zugänglich machen“, illustriert Badermann. Allerdings sind solche Geräte auch sehr teuer, besonders die darin verbauten Kameras, auch der Museumsleiter weiß das: „Deswegen sind das alles bisher nur Überlegungen.“

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