Eine Raucherin zieht an einer Zigarette. Eine Ordnungswidrigkeit, wenn man dies in der Fußgängerzone in Kamen riskiert. © dpa (Symbolbild)

Fürs Rauchen Strafe aufgebrummt: „Ich war richtig sauer.“

Nicole Hupe wird in der Fußgängerzone in Kamen erwischt, als sie dort rauchend ohne Maske steht. Die Bestrafung empfindet sie als zu hart und zahlt die Strafe zunächst nicht. Das kann teuer werden.

Der städtische Ordnungsdienst sieht sich mit Vorwürfen mangelnden Fingerspitzengefühls bei Masken-Kontrollen ausgesetzt. Nun beschwert sich eine weitere Bürgerin – diesmal geht es aber nicht um den Verzehr eines Brötchens oder eines Eishörnchens durch Senioren.

Auch Nicole Hupe findet die Vorgehensweise des Ordnungsdiensts zu hart. Die 47 Jahre alte Verkäuferin bekam eine Verwarnung, weil sie in der Fußgängerzone trotz Maskenpflicht rauchend erwischt wurde.

Nicole Hupe. © privat © privat

„Ich war richtig sauer.“

Nicole Hupe

Die Kontrolleure der Stadt Kamen beließen es nicht bei einer mündlichen Ermahnung, als sie die Kamenerin am 29. Januar an der Adenauerstraße rauchend antrafen. Sie habe nicht gewusst, dass man die Maske nicht zum Rauchen abnehmen dürfe. „Ich war beim Arzt, habe mich neben der Apotheke hingestellt, meine Maske runtergenommen und geraucht“, erzählt Nicole Hupe. „Kein Mensch war um mich herum. Wenn ich gewusst hätte, dass ich nicht hätte rauchen dürfen, hätte ich meine Zigarette schnell weggeworfen, als die Kontrolleure kamen.“

Im guten Glauben rauchte Nicole Hupe weiter – und wurde angesprochen. Später kam Post aus dem Rathaus: 50 Euro Strafe. Letztlich musste sie sogar 78,50 Euro Bußgeld zahlen, weil sie aus Ärger eine Zahlungsfrist verstreichen ließ. „Ich war richtig sauer.“ Zu dem Zeitpunkt, als Nicole Hupe verwarnt wurde, war die Maskenpflicht seit knapp zwei Monaten in Kraft, täglich von 7 bis 22 Uhr.

Zuletzt hatte eine Seniorin (81) dem Ordnungsdienst Schikane-Vorwürfe gemacht. Die Kontrolleure hatten die alte Dame aufgeschrieben, weil sie nach eigener Aussage aus Unwohlsein ein Brötchen gegessen und dafür die Maske abgenommen hatte. Die Stadt verteidigte die Kontrolle als angemessen. Die alte Dame kommt um eine Strafe herum, falls sie mit einem Attest eine Erkrankung nachweist.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer