Für Unterricht in Corona-Zeiten: Hunderte neue Laptops für Schüler und Lehrer

dzDigitalisierung an Schulen

Durch einen Großeinkauf von Laptops für Lehrer und Schüler will Kamen bei der Digitalisierung von Schulen den nächsten Schritt gehen. Dazu kommen interaktive Displays fürs Klassenzimmer.

Kamen

, 09.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Computer an statt Hefte raus: Die Schulen bekommen eine bessere Ausstattung für digitales Lernen. Die Stadt Kamen will 200 interaktive Tafeln für Klassenräume und über 1030 Endgeräte für Schüler und Lehrer bestellen. Dazu kommt der abschließende Ausbau der Schulnetzwerke. Das Gesamtvolumen der Investitionen in die Digitalisierung beläuft sich auf rund 2,43 Millionen Euro.

Die Kamener Schulleiter haben dem Vorhaben der Stadtverwaltung bei einem Gespräch mit Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) am vorigen Dienstag zugestimmt. Sie besprachen dabei die nächsten Schritte bei der Digitalisierung der Schulen durch Mittel aus dem sogenannten Digitalpakt von Bund und Ländern sowie aus dem Corona-Sofortprogramm des Landes NRW.

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Interaktive Tafeln sind ein mächtiges Werkzeug für den Unterricht. Dabei kann es es sich um große berührungsempfindliche Bildschirme handeln, die praktisch für Präsentationen sind.

Jede Schule besitzt bereits mindestens ein solches Display und hat es ausgiebig getestet. Nach der Testphase ist nun die Entscheidung für die Anschaffung von 200 interaktiven Displays gefallen. „Wir konnten genau gucken, was wir brauchen“, sagte Bürgermeisterin Kappen.

In welchen Räumen die Displays installiert werden, ergibt sich aus einer Liste, die die Schulen in den kommenden Wochen erstellen. Die Stadtverwaltung bereitet eine Anschaffung der interaktiven Tafeln per Ausschreibung vor. Im nächsten Jahr könnten die Geräte dann zumindest teilweise noch vor den Ferien in Betrieb gehen. „Wir wollen das zügig umsetzen, möglichst noch vor allen anderen“, sagte Kappen.

Schulen

Was die Digitalisierung bringt

  • Der sogenannte Digitalpakt beschert den Schulen Investitionen u.a. in digitale Endgeräte und interaktive Tafeln mit einem Volumen von 2,1 Millionen Euro, davon 1,9 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln und 200.000 Euro Eigenanteil der Stadt.
  • Das Corona-Sofortprogramm des Landes bringt knapp 325.000 Euro, davon 32.870 Euro Eigenanteil, für 650 digitale Endgeräte für Schüler. Dazu kommen 190.000 Euro für 380 mobile Endgeräte für Lehrer.
  • Schon länger bekannt ist, dass 2020 im städtischen Haushalt 675.000 Euro für die Anschaffung von Hard- und Software eingeplant sind, darunter „Klassenraumlaptops für alle Schulen“ für 230.000 Euro und interaktive Displays für 140.000 Euro.

Welche Endgeräte werden bestellt?

Neben den 200 interaktiven Displays sollen noch 650 Endgeräte für Schüler und 380 für Lehrkräfte her. Gemeint sind damit Laptops oder Tablets. Eine Projektgruppe aus Vertretern der Stadtverwaltung, die den Digitalisierungsprozess begleitet, wird klären, welche Geräte das sein sollen.

Bereits im Juni 2019 hatte der Schulausschuss beschlossen, dass bei den Internetzugängen, bei der Ausstattung mit elektronischen Geräten und Systemen sowie bei Lernprogrammen „möglichst einheitliche Standards und kompatible Geräte und Systeme“ zum Einsatz kommen sollen.

Die 650 Schülergeräte sind für diejenigen Kinder und Jugendlichen bestimmt, „die in ihrer häuslichen Situation nicht auf technische Geräte zurückgreifen können“. Damit sind auch Fälle gemeint, in denen Kinder in armen Haushalten keinen eigenen Computer haben. Das ist aber gerade in Corona-Zeiten wichtig, wenn es zu Fernunterricht kommt.

Die Umsetzung des Digitalpakts beschäftigt Rat und Verwaltung nicht erst seit der Pandemie. Damit das Geld fließt, müssen Medienkonzepte und technisch-pädagogische Einsatzkonzepte nachgewiesen werden. Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme, die im Juni 2019 bekannt wurde: Demnach besitzen die zehn städtischen Grundschulen und weiterführenden Schulen 630 PC und 140 Laptops. Dazu kommen 65 Beamer, 22 interaktive Whiteboards und 16 interaktive Displays. Zur Einordnung: Rund 4700 Schüler und 360 Lehrer gehen täglich an den elf Schulstandorten ein und aus. Alle Schulen sind ans Internet angebunden, aber nicht alle haben schnelle Leitungen. Nicht jeder Klassenraum hat einen Netzwerkzugang.

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Welche Voraussetzungen fehlen noch?

Die Hauptschule sowie alle Grundschulen sind laut aktuellem Zwischenstand mit den entsprechenden Netzwerken und WLAN ausgestattet. Am Gymnasium baue die Stadt den Netzanschluss aktuell im Zuge der Sanierung aus, im Schulzentrum mit Gesamtschule und Fridtjof-Nansen-Realschule sei eine „Verdichtung der WLAN-Zugangspunkte“ sowie zusätzlich der flächendeckende Ausbau des kabelgebundenen Netzwerkes vorgesehen.

Der Anschluss aller Schulen ans Glasfasernetz sei ebenfalls geplant. „Wir können den Digitalunterricht an allen Standorten sicher gewährleisten“, versicherte die Bürgermeisterin bei dem Treffen mit den Schulleitern. Bei der Digitalisierung komme man mit großen Schritten voran.

Die Schulleiter haben immer wieder betont, dass es mit Technik allein nicht getan ist: Es braucht Verstärkung bei der IT-Unterstützung. Die Bürgermeisterin will die Schaffung zusätzlicher Stellen aus städtischen Mitteln prüfen, fordert aber Unterstützung vom Land. „Es kann nicht sein, dass Lehrkräfte das nebenher machen. Ich würde mir wünschen, dass das Land Stellen für den Support zur Verfügung stellt.“

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