Für umweltbewusste Radfahrer: Die Plastiktour de Ruhr

Station in Kamen

Eine Radtour zum Thema Plastikmüll, die durchs Ruhrgebiet führt, macht Station in Kamen. Nicht, weil es dort so viel Müll gibt, sondern weil man sich dort viele Gedanken zu dem Thema macht.

Kamen

, 05.06.2019, 09:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für umweltbewusste Radfahrer: Die Plastiktour de Ruhr

Ein Hinweis mit einem durchgestrichenen Einwegbecher hängt an einem Bauzaun. Auf die Spuren des Plastikmülls begeben sich die Teilnehmer einer Radtour, die auch in Kamen halt macht. © dpa

Jetzt kommt richtig Bewegung in die Diskussion um Plastikmüll, und zwar buchstäblich: Eine dreitägige Radtour, die unter dem griffigen Leitmotiv „Plastiktour de Ruhr“ steht, führt auch nach Kamen. Am Mittwoch, 12. Juni, macht der Tross der umweltbewussten Radfahrer Station an der Kirchstraße, um sich von Umweltberaterin Jutta Eickelpasch auf den neusten Stand über das neu gegründete Aktionsbündnis gegen Plastikmüll zu bringen. Start der Veranstaltung ist an dem Tag um 14 Uhr am Bahnhof in Lünen. Nach 23 Kilometern Fahrtstrecke endet die Tagesetappe in der Kamener Verbraucherzentrale. Zuvor besichtigt die Gruppe auf dem Lippewerk in Lünen zwei Kunststoffrecyclinganlagen des Entsorgers Remondis.

Das Problemfeld Plastik ist nicht weit weg

„Plastik überall, in der Küche, im Kinderzimmer, im Auto, am Arbeitsplatz, selbst im Urlaub am Strand finden sich Kunststoffe in allen Farben und Formen. Das Problemfeld Plastik in der Umwelt befindet sich nicht nur weit weg, sondern auch vor unserer eigenen Haustür“, heißt es in der Ankündigung, die Mitarbeiter des Forschungsprojekts „PlastikBudget“ des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) formuliert haben. Die kostenlose Fahrradtour führt vom 12. bis 14. Juni durch die Städte Lünen, Kamen und Bochum sowie Dinslaken und Oberhausen.

Zweiter Tag startet in Bochum

Am zweiten Tag startet die Tour am Bahnhof in Bochum (Ausgang Innenstadt). Die Tagestour hat eine Strecke von 20 Kilometern und endet um 19 Uhr. „Wir besuchen einen Unverpackt-Laden in Bochum, in welchem wir mit dem Inhaber über die Motivationen, Ziele und Möglichkeiten sprechen, die hinter dem Prinzip stecken“, so der Veranstalter. Auch die individuellen wie auch marktfähigen Chancen und Grenzen zum unverpackten Einkaufen sollen in einem zusätzlichen Vortrag, gehalten von einer studentischen Projektgruppe, am Beispiel eines Zero-Waste-Startups illustriert und diskutiert werden. Abschließend kehren die Radler in die Ruhr-Universität Bochum ein. Dort werden die Wissenschaftler des Projekts „PlastikBudget“ ihre Arbeiten vorstellen.

Dritter Tag führt nach Dinslaken

Am 14. Juni, dem dritten Tourtag, ist Treffpunkt um 11 Uhr am Bahnhof Dinslaken in Höhe der Fahrradwache. Das Ende ist für ca. 17 Uhr geplant bei einer Gesamtstrecke von 17 Kilometern. Auf dem Technikum des Klärwerks Emschermündung in Dinslaken erfahren die Teilnehmer zunächst, wie Kläranlagen mit Mikroplastik umgehen und welche innovativen Möglichkeiten es gibt, Mikroplastikeinträge zu messen und zu reduzieren. Im Anschluss daran fährt die Gruppe nach Oberhausen und macht Halt am Fraunhofer Institut „Umsicht“, dem Projektpartner des PlastikBudget-Projekts. Die Fahrradtour endet mit einem Besuch des LVR-Industriemuseums und einer Führung durch die Ausstellung „nützlich & schön – Produktdesign von 1920 bis 1940“.

Plastiktour de Ruhr

Anmeldungen auch für einzelne Tage

  • Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Anmeldungen sind auch für einzelne Tage möglich. Anmeldungen über Mail unter stefan.schweiger@kwi-nrw.de.
  • Veranstaltet wird die Plastiktour de Ruhr vom Projekt Plastikbudget, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird und gemeinsam von „Fraunhofer UMSICHT“ und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) durchgeführt wird.
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