Für Sanierung der Kleinschwimmhalle soll es doch Fördermittel geben

dzBäder-Diskussion

Für die von einer Bürgerinitiative geforderte Sanierung des Heerener Schwimmbads besteht offenbar doch Aussicht auf Fördermittel der Landesregierung. Vor einem Jahr hieß es: Es gibt keine.

Kamen

, 19.12.2018, 13:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Kamen kann im Fall einer Sanierung des Heerener Schwimmbads auf den Fördertopf „Soziale Integration im Quartier“ hoffen. Die vom NRW-Bauministerium veröffentlichten Förderbedingungen sowie die Liste der bereits bewilligten Projekte zeigen: Auch Geld für Lehrschwimmbecken ist prinzipiell drin.

Die ostwestfälische Gemeinde Hüllhorst liefert ein Beispiel: Für 2017 bewilligte die Landesregierung 774.000 Euro für die Sanierung des von zahlreichen Vereinen genutzten Lehrschwimmbeckens der Grundschule Oberbauerschaft in Hüllhorst. Die Parallelen sind auffällig: Auch die Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve im Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule wird von Vereinssportlern und Schülern genutzt. Der Investitionsbedarf beläuft sich dort auf 2,4 Millionen Euro (Stand: 2014).

Kamen muss vor einem Antrag aber erst die Frage beantworten, ob ein Ganzjahresbad („Kombibad“) in Kamen-Mitte neu gebaut wird oder ob vorhandene Bäder saniert werden. Die Ratspolitiker, die das entscheiden müssen, warten auf einen Kostenvergleich, den sie bei der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben haben und der Anfang 2019 vorliegen soll. Eine Bürgerinitiative in Heeren-Werve macht unterdessen weiter Druck für den Erhalt der Kleinschwimmhalle, der im Fall eines Kombibad-Neubaus wahrscheinlich die Schließung droht.

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Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) bestätigt, dass die Prüfung der alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für die Varianten „Neubau“ oder „Sanierung“ läuft. Für die Neubau-Variante liegen seit der Präsentation der Kombibad-Pläne Anfang November bereits aktuelle Zahlen vor, für die Variante „Sanierung“ werden die Zahlen gerade auf Basis des sogenannten Constrata-Gutachtens, einer vor vier Jahren präsentierten technischen Bestandsaufnahme, aktualisiert.

Für Sanierung der Kleinschwimmhalle soll es doch Fördermittel geben

Auszug aus dem 2014 präsentierten Constrata-Gutachten über den Investitionsbedarf der Kamener und Bergkamener GSW-Freizeiteinrichtungen.

Die Ausschau nach Fördertöpfen versteht die Bürgermeisterin ebenfalls als Teil des Auftrags. „Selbstverständlich wird für die Umsetzung auch die Beantragung von Fördermitteln geprüft. Dies geschieht parallel, um keine Zeit zu verlieren“, erklärte sie. „Welche Fördermittel hier zum Tragen kommen, hängt stets von den inhaltlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen ab“, so Kappen. Es finde ein intensiver und regelmäßiger Austausch mit den Fördermittelgebern statt, „um aktuelle und künftige Fördermöglichkeiten ausschöpfen zu können“.

Dass Aussicht auf Fördermittel besteht, ist zumindest bezogen auf die Heerener Kleinschwimmhalle neu. Denn noch vor der Landtagswahl 2017 hatte die Heerener Bürgerinitiative vom heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Weiß die Auskunft bekommen: „Nach Prüfung des Sachverhalts kann ich Ihnen mitteilen, dass es leider keine Fördermittel des Landes zum Erhalt der Kleinschwimmhalle gibt.“ Schon damals waren Forderungen laut geworden, der damalige Bürgermeister Hermann Hupe (SPD) solle Fördermöglichkeiten prüfen. Dazu sah Hupe aber zum damaligen Zeitpunkt keinen Anlass.

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Die neue Bürgermeisterin geht davon aus, dass das Ergebnis der Prüfung „in den ersten Wochen nach dem Jahreswechsel vorliegen“ wird. „Hieran anschließen werden sich ein interfraktioneller Workshop, die Gespräche mit den Schulen und Vereinen sowie eine Einwohnerversammlung“, so Kappen. Termine nannte sie nicht. Es sei allen Beteiligten bewusst, welche Tragweite die bevorstehende Entscheidung für die Stadt Kamen haben werde. Deshalb sei es auch wichtig, die Entscheidungsfindung auf einen breiten Konsens zu stellen sowie möglichst viele Betroffene einzubinden. „Vorstellbar ist daher, den Beschluss über das weitere Vorgehen in einer Sondersitzung des Rates zu treffen, die in der ersten Hälfte des kommenden Jahres stattfinden könnte.“

Für den Fall, dass für ein Badprojekt noch ein diesjähriges Förderprogramm angezapft werden soll, wird die Zeit vor einer Ratsentscheidung wohl knapp. Die Antragsfrist für den Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ läuft Ende Februar 2019 ab, eine Neuauflage ist aber nicht ausgeschlossen.

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Virtueller Rundgang durch das geplante Kombibad in Kamen-Mitte

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