Für mehr Solarstrom: Stadt Kamen durchforstet ihre Vorschriften

Redakteur
Viele Hausbesitzer in Kamen interessieren sich für Solaranlage. Oft verbieten städtische Vorschriften, sie auf dem Dach zu installieren.
Viele Hausbesitzer interessieren sich für Solaranlage. Oft verbieten städtische Vorschriften, sie auf dem Dach zu installieren. © Marcel Drawe (Archiv)
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Manch ein Kamener Immobilienbesitzer möchte auf seinem Dach eine Solaranlage installieren, aber darf es nicht. Die Stadt verbietet es ihm, zum Beispiel durch den Denkmalschutz oder eine Gestaltungssatzung, die das ursprüngliche Aussehen von bestimmten Siedlungen erhalten soll.

Doch vor dem Hintergrund des Klimawandels und vor allem der durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Energiekrise hat im Rathaus jetzt ein Umdenken eingesetzt. Das geht aus einer Vorlage hervor, die der Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt für die Sitzung des Planungs- und Stadtentwicklungsausschusses an diesem Donnerstag (18 Uhr, Sitzungssaal I im Rathaus) erstellt hat.

Demnach ändert die Stadt jetzt ihre Prioritäten: Die Erzeugung von Energie hat Vorrang vor der städtebaulichen Ästhetik. Daher will die Planungsabteilung der Stadt die diversen Gestaltungssatzungen durchforsten und schauen, ob sich Hindernisse für den Bau von Solaranlagen beseitigen lassen.

Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass bis zu fünf Satzungen geändert werden könnten. Erste Vorschläge will sie im Herbst machen.

Allerdings ist das Verfahren recht aufwendig: Die Änderung einer Gestaltungssatzung muss der Stadtrat beschließen, vorher ist eine Bürgerbeteiligung notwendig.