Für Mega-Logistik Abriss beantragt und Busse bestellt

dzAuf dem neuen Arvato-Gelände

Der Abbruch der ehemaligen Metro-Hallen an der Henry-Everling-Straße steht bevor. Zum Nachbargelände, wo das Unternehmen Arvato 1000 Mitarbeiter beschäftigen will, sollen mehr Busse rollen.

Kamen

, 06.11.2018, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zuwachs für das Mega-Logistik-Projekt am ehemaligen Kettler-Gelände, wo die Bertelsmann-Tochter Arvato eine riesige Halle für die Verteilung von Bestellungen aus Onlineshops errichtet hat: Auch das Nachbargelände, auf dem jetzt noch die Hallen des Einzelhandelskonzerns „Metro“ stehen, soll nun für die Arvato-Logistik erschlossen werden. „Uns hat ein Abbruchantrag erreicht mit dem Ziel, dort einen Neubau zu errichten“, berichtete der Beigeordnete Uwe Liedtke am Montagabend im Planungs- und Straßenverkehrsausschuss. Die Neubaupläne liegen der Stadt noch nicht vor.

Unterdes laufen unter Hochdruck die Vorbereitungen, das nahezu betriebsfertige Arvato-Gelände für den Regelbetrieb fit zu machen. Bis Ende kommenden Jahres könnten dort etwa 1000 Kräfte arbeiten, die auch Bus und Bahn nutzen sollen. Dazu wird eine neue Taktung der an der Henry-Everling-Straße stoppenden Buslinien vorbereitet, außerhalb des zurzeit gültigen Fahrplans, wie Stadtplaner Matthias Breuer berichtete. „Die jetzige Taktung entspricht nicht mehr künftigen Anforderungen“, sagt er. Auf dem Betriebsgelände laufe die Arbeit nicht nur über eine Fünf-Tage-Woche, sondern auch an den Samstagen. Außerdem gebe es einen Mehrschichtbetrieb bis 23 Uhr.

VKU taktet neu

Weil Arvato plane, im Februar den jetzigen Testbetrieb zu verlassen, sollen für die zahlreichen Mitarbeiter kurzfristig neu getaktete Busverbindungen eingerichtet werden – über einen sogenannten „Vorlaufbetrieb“, der ab Januar gilt und erst später in den Nahverkehrsplan übergehen soll. Zurzeit werden die Details in Zusammenarbeit mit der VKU, dem Kreis Unna und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) ausgearbeitet, wo auch ausgehandelt wird, wie und auf wen die Mehrkosten für die zusätzlichen Busse verteilt werden. „Auch Arvato wirkt daran mit – die Firma ist sehr daran interessiert, dass es für seine Mitarbeiter eine bessere Anbindung gibt“, so Breuer, der die ersten Entwürfe bereits gesichtet hat.

Dichtes Nahverkehrsnetz

Arvato sieht vor allem außerhalb der Hauptverkehrszeiten Schwierigkeiten mit der Anbindung seines Geländes. Die Stadtverwaltung hat den Hinweis der Firma in ihre Stellungnahme zur Neuaufstellung des Nahverkehrsplans für den Kreis Unna aufgenommen. Dort werden allen Anregungen – auch der umliegenden Kommunen – gesammelt, um das Nahverkehrnetz noch dichter zu stricken und auf infrastrukturelle Veränderungen wie an der Henry-Everling-Straße zu reagieren.

Die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, so heißt es in der Stellungnahme der Stadt, sei eines der Hauptziele in der Planung von Busverkehren. Eine Prüfung von neuen Busangeboten sei bei einem Interesse von 50 Prozent der Beschäftigten vorgesehen, heißt es. Ziel sei es zudem, auch das benachbarte interkommunale Gewerbegebiet Unna-Kamen, für das die Erschließungsarbeiten zurzeit laufen, in den Fokus zu nehmen.

  • Arvato bezeichnet sich selbst als „Full-Service-Dienstleister für die namhaftesten Marken der Welt“.
  • Der Unternehmenszweig Arvato SCM Solutions, der nach Kamen kommt, betreibt nach eigenen Angaben weltweit über 90 Distributionszentren mit mehr als 1,2 Mio. Quadratmetern Lagerfläche.
  • Bekannte Partner sind zum Beispiel die Modemarken Marc O’Polo, Esprit, Tommy Hilfiger, C&A, Levi’s und H&M.
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