Auf „Jetzt registrieren“ dürfen auch Menschen klicken, die noch nicht zum Kreis der derzeit impfberechtigten Personen zählen. © Carsten Fischer
Buchungsportal

Frühzeitige Registrierung: So kommen Impfwillige dem Impftermin einen Schritt näher

Impfwillige können eine von mehreren Hürden zum Impftermin bereits vorab nehmen. Im Impftermin-Buchungsportal ist auch noch nicht impfberechtigten Menschen eine frühzeitige Registrierung möglich.

Impfwillige können sich im neuen Buchungsportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) schon frühzeitig für eine mögliche spätere Impfung registrieren. „Die Registrierung und die Buchung müssen nicht zwingend gleichzeitig erfolgen“, stellte KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo auf Anfrage klar. Das schließt offenbar auch die Möglichkeit ein, dass sich Impfwillige bereits registrieren, obwohl sie erst später impfberechtigt sind.

Registrierung und Terminbuchung sind in dem Buchungsportal zwei verschiedene Schritte. Wer sich registriert, legt damit ein Benutzerkonto an. Aus einem vorhandenen Konto heraus lassen sich dann entweder sofort oder später Impftermine buchen. Mit dem Anlegen eines Benutzerkontos ist also noch keine automatische Buchung eines Impftermins verbunden. Vergleichbar ist das mit einem Online-Shop, in dem man sich zunächst durch Eingabe seiner persönlichen Daten als Kunde registriert, aber noch nicht sofort Ware bestellt.

Allerdings gibt es zwischen einem x-beliebigen Online-Shop und dem Impftermin-Buchungsportal mindestens einen Unterschied. Es gibt nur eine „Ware“, nämlich Impftermine, und diese sind mangels ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoffen knapp.

Deshalb dürfen zunächst nur ältere Menschen, derzeit Personen ab 77 Jahre, und Menschen aus bestimmten Gruppen mit besonderer Impfpriorität einen Impftermin buchen. Aber heißt das auch, dass sich keine Impfwilligen aus anderen, jüngeren Jahrgängen im Impfportal registrieren können?

Registrierungsformular für das Impftermin-Buchungsportal. Wer „Ja“ anklickt, bekommt ein Benutzerkonto. „Verboten ist das nicht“, sagt eine KVWL-Sprecherin.
Registrierungsformular für das Impftermin-Buchungsportal. Wer „Ja“ anklickt, bekommt ein Benutzerkonto. „Verboten ist das nicht“, sagt eine KVWL-Sprecherin. © Carsten Fischer © Carsten Fischer

Nein, die Registrierung ist möglich. Wer das Buchungsportal unter der Adresse itm-wl.service-now.com/vam aufruft, landet auf einer Seite mit dem Knopf „Jetzt registrieren“. Der Klick führt zu einem mit „Schritt 1: Ihre Registrierung“ betitelten Formular. Dort ist mit „Ja“ oder „Nein“ folgender Satz zu bestätigen: „Ich bin gemäß den aktuellen Vorgaben des Landesgesundheitsministeriums NRW impfberechtigt.“

Einzutragen sind auch Vorname und Nachname der „impfberechtigten Person“ sowie eine E-Mail-Adresse. Zudem ist ein Passwort zu bestimmen. Wer „Ja“ auswählt und das ausgefüllte Formular absendet, bekommt eine E-Mail. „Vielen Dank, dass Sie sich im Impfterminportal der KVWL registriert haben. Aktivieren Sie bitte im nächsten Schritt ihr Benutzerkonto.“ Es ist dann nur noch ein Klick erforderlich, und das persönliche Benutzerkonto ist aufrufbar.

Diese Seite erscheint, wenn man sich erfolgreich im Impftermin-Buchungsportal registriert hat. © Fischer, Carsten © Fischer, Carsten

Eine Sprecherin der KVWL stellte auf Anfrage klar, dass Registrierung und Buchung nicht zwingend gleichzeitig erfolgen müssen. Auch die frühzeitige Registrierung von Menschen, die noch nicht impfberechtigt sind, ist nach ihren Angaben nicht ausgeschlossen.

„Wer aktuell noch nicht impfberechtigt ist, könnte nun zwar bereits ein Benutzerkonto anlegen, aber noch keinen Impftermin buchen. Im Moment sind nur diejenigen berechtigt einen Impftermin über die Terminplattform der KVWL zu buchen, die 1943 oder früher geboren sind“, betont die Sprecherin.

Das Anlegen eines Benutzerkontos sei den zunächst noch nicht impfberechtigten Personen nicht verboten. Wer es jetzt schon anlege, müsse über die Frage nach der Impfberechtigung mit Ja hinweggehen. „Wir sagen aber: Die Notwendigkeit, sich jetzt schon ein Konto anzulegen, besteht nicht“, sagte die Sprecherin.

Das Buchungsportal war am Karsamstag an den Start gegangen, als zunächst einmalig Hunderttausende zusätzliche Impftermine für die Altersgruppe 60 plus in Nordrhein-Westfalen freigegeben wurden. Das neue Portal erwies sich anders als frühere Systeme als so robust, dass es dem massenhaften Ansturm gewachsen war, und auch als benutzerfreundlicher.

Für Kritik sorgte jedoch die verzögerte Zustellung von sogenannten Registrierungsbestätigungen per E-Mail. Dadurch wurde einigen Nutzern die Buchung von Impfterminen zunächst vermasselt. Die KVWL erklärte dies mit Problemen außerhalb des Buchungsportals bei externen E-Mail-Providern.

Wer die Registrierung also frühzeitig erledigt, bevor er oder sie Impftermine buchen darf, schaltet eine mögliche technische Hürde vorher aus. So geht man möglichem Ärger mit der Technik aus dem Weg.

Wobei die KVWL-Sprecherin Pudlo nochmals betont: „Es ist nicht notwendig, diesen Schritt zu gehen.“ Das Buchungsportal arbeite reibungslos. „Theoretisch kann man das machen, um etwas Zeit zu sparen.“

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1973, aufgewachsen im Sauerland, wohnt in Holzwickede. Als Redakteur seit 2010 rund ums Kamener Kreuz unterwegs, seit 2001 beim Hellweger Anzeiger. Ab 1994 Journalistik- und Politik-Studium in Dortmund mit Auslandsstation in Tours/Frankreich und Volontariat bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund, Lünen, Selm und Witten. Recherchiert gern investigativ, zum Beispiel beim Thema Schrottimmobilien. Lieblingssatz: Der beste Schutz für die liberale Demokratie ist die Pressefreiheit.
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Carsten Fischer
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