Neuer Suppenkoch auf dem Wochenmarkt wünscht sich trotz Corona Tische vorm Stand

dzWochenmarkt Kamen

Der Wochenmarkt in Kamen hat einen neuen Stand: Der Suppenwagen von Mario Schwiderowski. Er kocht seine Suppen jeden morgen frisch und hofft, dass man sie bald auch vor Ort schlürfen darf.

Kamen

, 19.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das ist die beste Graupensuppe, die kenne ich aus Menden“, sagt ein älterer Kunde, bevor er mit seinem Mittagessen den Stand von Mario Schwideroswki verlässt. Aber freilich nicht, ohne vorher mit ihm einen kurzen Plausch zu halten. Denn das gehört für den Neuling auf dem Kamener Markt einfach dazu. „Die Leute haben viel zu erzählen. Man ist Pfarrer, Seelsorger und Verkäufer. Alles in einem.“

Doch bevor die Kamener dem Suppenmeister ihr Herz ausschütten, wird es wohl noch ein wenig dauern, denn Schwiderwoski ist noch in der Phase, in der er überzeugen muss und sich eine Stammkundschaft aufbauen will. Schwiderowski steht erst seit drei Wochen an Markttagen auf dem Alten Markt, gleich am Anfang der Einkaufszone.

Schon jetzt kämen in der Mittagspause Menschen aus den umliegenden Geschäften und Büros, um sich eine Suppe abzuholen. Aber auch ältere Menschen gehörten zu seiner Klientel. „Die nehmen sich die Suppe für zu Hause mit. Man kann sie ein paar Tage im Kühlschrank lassen oder einfrieren“, so der 56-Jährige.

Einfacher kommt man wohl nicht an ein gesundes, frisches Mittagessen.

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Und frisch ist es wirklich, denn Schwiderowski kocht die Suppen in seinem kleinen Wagen vor Ort. Das Gemüse schnibbelt er am Vorabend und stellt es dann kalt, Linsen werden freilich auch einen Tag vorher eingelegt. Aber die Suppe selbst entsteht nur wenige Stunden, bevor sie über die Theke des kleinen Wagens geht.

Auf dem Programm stehen ganz unterschiedliche Suppen, darunter auch immer ein bis zwei vegetarische. Welche Suppen es sind, komme auch auf die Saison an. Bald können die Kunden von Schwiderowski sich auf Grünkohleintopf freuen.

Er verkauft außerdem Frikadellen und Pommes. Was er nicht verkauft, obwohl es auf der Seite des kleinen Wagens steht, sind Reibekuchen. Dass es bei „Claudi‘s Reibekuchen“ keine gibt, liege daran, dass Kamens Markt bereits einen Reibekuchen-Stand hat, erklärt Schwiderowski. Seine Frau Claudia verkaufe zusätzlich zu den Suppen auch Reibeplätzchen auf dem Mendener Markt. Und auch der Sohn ist im Geschäft, er verkauft auf dem Unnaer Markt ausschließlich Suppen.

Der Wochenmarkt in Kamen findet immer dienstags und freitags zwischen 8 und 13 Uhr statt. Es herrscht Maskenpflicht, Speisen dürfen bislang nicht vor Ort verzehrt werden.

Der Wochenmarkt in Kamen findet immer dienstags und freitags zwischen 8 und 13 Uhr statt. Es herrscht Maskenpflicht, Speisen dürfen bislang nicht vor Ort verzehrt werden. © Kevin Kohues

Suppenkoch möchte Tische und Bänke auf dem Alten Markt in Kamen aufstellen

Und wie sind die Schwiderowskis an die Suppen gekommen? Per Zufall. „Unser Freund hat uns seinen Wagen ausgeliehen“. Es machte der ohnehin schon kochbegeisterten Claudia Schwiderowski Spaß und sie startete vor 15 Jahren mit einem eigenen Wagen. Vor drei Jahren stieg ihr Mann ins Geschäft ein und steht seitdem in Schwerte und Kamen auf dem Wochenmarkt.

In Schwerte baut er auch Tische und Bänke vor dem Stand auf – der Corona-Schutzverordnung entsprechend. Das wünscht er sich auch für Kamen, denn wegen der Pandemie müssen seine Kunden die Suppen mitnehmen und dürfen sie nicht auf dem Markt verzehren – was übrigens auch für alle anderen Stände gilt, die Speisen anbieten.

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Er sei jedoch im Gespräch mit dem Marktmeister und hofft, dass er Tische aufstellen darf. Theoretisch möglich wäre das, sagt Stadtsprecher Rüdiger Büscher vorsichtig. Bisher habe die Stadt den Markthändlern aber empfohlen, vom Standverzehr abzusehen, weil sie in solchen Fällen den Schutzbestimmungen in der Gastronomie unterliegen würden.

Sprich: Sie müssten einen abgetrennten Bereich kennzeichnen, an dem Tische im Abstand zueinander stehen. Diese müssten nach jeder Nutzung desinfiziert werden und zudem müsse genau nachgehalten werden, wann welcher Gast an welchem Tisch gegessen hat.

Es wäre ein Aufwand, der nicht unerheblich ist – den Schwiderowski aber gerne auf sich nehmen würde. Genauso wie er bei Schnee und bei über 30 Grad im Stand steht und seine Suppen verkauft. Das ist laut Schwiderowski nämlich genau das, was einen guten Verkäufer ausmacht und Stammkunden schätzen.

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