Bücherschrank in Heeren-Werve quillt fast über – Unangebrachtes wird aussortiert

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Der neue Bücherschrank im Heeren-Werver Zentrum droht fast schon überzuquellen. Die Regeln aber werden beachtet und es gibt erste sehr positive Nutzer-Bewertungen.

von Werner Wiggermann

Heeren-Werve

, 15.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ein Herzenswunsch ist in Erfüllung gegangen“ – der euphorische Kommentar einer Leserin zeigt, dass der neue öffentliche Bücherschrank im Heeren-Werver Zentrum richtig gut ankommt vor Ort. Die Idee war ohnehin überzeugend: Ein Buch, das man selbst schon gelesen hat, kostenlos und einfach für andere zur Verfügung zu stellen, das kann und sollte eine Win-win-Situation hervorrufen: Freude beim Schenkenden und beim beschenkten Leser.

Vor knapp zwei Wochen wurde der öffentliche Bücherschrank im Rahmen des Heeren-Werver Stadtteilgangs praktisch in Betrieb genommen. Schon jetzt zeigt sich, dass das Leseangebot sehr schnell zunimmt: Krimis und Bildbände vor allem füllen die Regale. Schon stehen die Druckwerke in mehreren Reihen. Fast schon ein Überangebot, dem begegnet werden müsste.

„Bürger für Bürger-Vorstand wird wöchentlich kontrollieren

Betrieben und im Auge behalten wird der Schrank vom Heeren-Werver Sozialwerk „Bürger für Bürger“, das das geförderte Projekt zusammen mit dem Stadtteilmanagement auch an den Start gebracht hat. Einmal wöchentlich will der „Bürger für Bürger“-Vorstand die Entwicklung im Schrank kontrollieren, erklärt Vorsitzender Herbert Ritter.

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Da geht es zum einen darum, dass keine unerwünschten Inhalte beworben werden: Hetze gegen Migranten würde ebenso aus dem Schrank genommen wie antisemitische oder pornografische Literatur. Aber auch Bücher, die sich trotz bester Spenderabsicht zu Ladenhütern entwickeln, würden irgendwann entsorgt. Zu einer Bewertung einzelner Bücher und der Nachfrage nach ihnen sei es aber jetzt noch viel zu früh, betont Ritter.

Mangel an Ehrenamtlern

Durchaus erwünscht wäre es, wenn Leser auch ihre Erfahrung mit den entnommenen Büchern mit anderen Nutzern teilen würden. Solche Prozesse anzuregen oder zu steuern, überfordere das Sozialwerk – zumindest gegenwärtig, bedauert Herbert Ritter.

Ohnehin sei der Kreis der aktiven Ehrenamtler bei „Bürger für Bürger“ vor allem coronabedingt schmerzlich geschrumpft. Mehrere ältere Mitglieder hätten sich verständlicherweise wegen des zu großen Risikos zurückgezogen. Gebraucht würden neue Mitglieder, die zum Beispiel Besuchsdienste oder Einkäufe übernehmen könnten.

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Auch die Ansprechzeiten im Büro seien kaum noch im gewohnten Umfang zu managen – gut, dass es da das Stadtteilbüro mit seinem rührigen Manager Jakob Hamborg gebe. Dort landen immer wieder Anliegen von Mitbürgern, die ihren Verein oder Verband gerade nicht erreichen können. „Ein echter Segen für alle Vereine im Ort“, lobt Herbert Ritter das Stadtteilprojekt.

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