Fremde Frau sollte die Shopping-Ausbeute einer Kamenerin (24) zahlen: Gefängnisstrafe

dzGericht Kamen

Eine Kamenerin gönnte sich für 300 Euro Kosmetikartikel im Internet. Doch sie bezahlte nicht selbst, sondern gab fremde Kontodaten an. Das kostet die junge Mutter nun ihre Freiheit.

von Jana Peuckert

Kamen

, 03.09.2020, 12:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Tränen einer 24 Jahre alten Angeklagten im Amtsgericht Kamen kurz vor der Urteilsverkündung konnten den Richter nicht davon abhalten, die sieben Monate Haft wegen Betruges nicht mehr zur Bewährung auszusetzen.

Grund waren unter anderem sechs Vorstrafen meist wegen Diebstahls aber auch wegen Körperverletzung und Drogenbesitzes, die die Frau aus Kamen bereits angesammelt hat.

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Erst Anfang Dezember vergangenen Jahres war die Zweifachmutter wegen Trunkenheitsfahrt verurteilt worden. Gerade einmal 16 Tage später bestellte sie im Internet Kleidung und Kosmetikprodukte im Gesamtwert von knapp 300 Euro. Dabei nutzte sie die Kontodaten einer Frau, bei der sie zuvor etwas im Internet gekauft hatte.

Lebensgefährte nahm Pakete nichtsahnend an

Als Lieferadresse gab sie die ihres Lebensgefährten an. Bei dem hatte sie Ende des Jahres gewohnt, da ihr in ihrer eigenen Wohnung der Strom aufgrund offener Rechnungen abgestellt worden war. Im Gericht gab die Kamenerin zu, den Betrug begangen zu haben. Ihr Freund habe damit allerdings nichts zu tun. Zwar habe er die Pakete in Empfang genommen, wie die Waren bezahlt wurden, habe er aber nicht gewusst, beteuerte die Angeklagte.

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Der neben ihr auf der Anklagebank sitzende 30-jährige Freund bestätigte die Angaben der Frau. Ihn sprach das Gericht am Ende frei. Bei der 24-Jährigen sahen weder der Vertreter der Staatsanwaltschaft, noch der Richter eine Chance auf Bewährung. Dafür, so der Richter in seiner Urteilsbegründung, müsste es eine positive Sozialprognose geben.

Die sehe er im Fall der Kamenerin allerdings nicht. So sei sie zwar zweifache Mutter, lebe aber dennoch nicht in einer, in seinen Augen, stabilen Beziehung. Für eine Bewährung müsste eine mehr als 50-prozentige Wahrscheinlichkeit bestehen, dass die Angeklagte keine Straftaten mehr begehe, erklärte der Richter. „Das sehe ich hier nicht“, machte er deutlich. Die Angeklagte nahm das Urteil entgegen und kündigte an, in Berufung zu gehen.

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