Kaum ist die Sonne weg, öffnen die GSW in Kamen das Freibad. Darüber müssen die Betreiber selbst schmunzeln - doch eher war laut GSW eine Öffnung unmöglich. Ab Montag geht es los.

Kamen

, 04.06.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Montagmorgen um 7 Uhr ist für viele das lange Warten vorbei: Dann öffnet das Kamener Freibad endlich wieder seine Tore und startet mit Verspätung in die Saison. Doch ein Freibadbesuch, wie man ihn kennt, wird es wegen der Corona-Pandemie mit Sicherheit nicht.

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Freibad Kamen öffnet wieder unter Corona-Auflagen

Ohne Online-Registrierung geht es nicht

Die wichtigste Neuerung für alle, die ins Freibad wollen: Eine Online-Anmeldung und Reservierung vor dem Gang zum Freibad ist notwendig. An der Kasse darf nur derjenige den Eintritt bezahlen und herein gelassen werden, der eine jeweilige Zugangsberechtigung für den Tag und das Zeitfenster vorlegen kann.

Nur so, erklären die GSW, könnten die Besucherzahlen wie vorgegeben begrenzt, Warteschlangen vermieden und Informationen im Falle einer auftretenden Corona-Erkrankung schnell genug übermittelt werden. Daher müssen die Freibadbesucher bei der Registrierung, die für maximal fünf Personen gilt, Namen, Adressen, Telefonnummern und Email-Adressen angeben und einer Datenschutzerklärung zustimmen. Freigeschaltet wird das Tool auf der Internetseite www.gsw-freizeit.de schon am Freitag, 5. Juni.

Die Gebäudebereiche, die betreten werden dürfen, müssen in Form einer Einbahnstraße durchlaufen werden.

Die Gebäudebereiche, die betreten werden dürfen, müssen in Form einer Einbahnstraße durchlaufen werden. © Stefan Milk

Bezahlung erfolgt an der Kasse - auch bargeldlos

Die Bezahlung der wegen der Beschränkungen verbilligten Eintrittsgelder, vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder, erfolgt an der Kasse, wo die über das Internet erhaltene Zutrittsberechtigung vorgelegt werden muss. Die Bezahlung kann bar, per Karte oder auch über Geldwertkarte, Gutschein oder Freikarte erfolgen. Gebucht werden kann ein Freibadbesuch jedoch maximal drei Tage im Voraus, und dann auch nur für Zeitfenster.

Aber auch der spontane Besuch ist möglich. „Wir haben eine Ampel auf der Seite, die mit grün, gelb oder rot Licht anzeigt, ob noch Platz im Freibad ist. In der Anfangsphase sind nämlich maximal 350 Leute gleichzeitig auf dem Gelände zugelassen. Spielt sich alles gut ein, kann die Zahl erhöht werden. Denn zum Vergleich: An guten Tagen der Vergangenheit waren bis zu 1500 Besucher zeitgleich da. „Das wird hier also ganz gemütlich werden und gut verteilen“, ist Marcus Müller, Centerleiter Bäder bei den GSW, überzeugt.

Einen ganzen Tag ohne Pause im Freibad zu verbringen, das geht in Corona-Zeiten derzeit allerdings nicht. „Wir haben den Tag in drei Zeitblöcke eingeteilt“, erklärt Marcus Müller. Das erste Zeitfenster reicht von 7 bis 10 Uhr, dann wird das Bad für eine Stunde zur Reinigung und Desinfektion geschlossen. Toiletten, Duschen, Haltestangen an den Zugängen zu den Schwimmbecken: Alles muss sorgfältig geputzt werden. Auch die Mülleimer müssten „öfter“ am Tag geleert werden. Wie „öfter“ vom Gesetzgeber definiert wurde, kann den GSW aber niemand sagen.

Ein Vier-Stunden-Zeitblock für Familien

Das zweite Zeitfenster reicht dann von 11 bis 14 Uhr, bevor wieder gründlich gereinigt wird, und der letzte, längste Block geht von 15 bis 19 Uhr. Dieser Vier-Stunden-Block soll vor allem Familien zur Verfügung stehen, die erfahrungsgemäß länger im Bad bleiben wollen als die Frühschwimmer, die ihre Bahnen ziehen.

Die schwarzen Linien, die sonst am Beckenboden die Bahnen markieren, dienen in Corona-Zeiten den Schwimmern als Orientierungshilfe und Leitlinie im Wasser, um den richtigen Abstand zum Schwimmer auf der Gegenbahn halten zu können.

Die schwarzen Linien, die sonst am Beckenboden die Bahnen markieren, dienen in Corona-Zeiten den Schwimmern als Orientierungshilfe und Leitlinie im Wasser, um den richtigen Abstand zum Schwimmer auf der Gegenbahn halten zu können. © Stefan Milk

Auch für die gelten strenge Regeln. Die Bahnen sind strikt getrennt, auf der einen Linie im Fliesenboden geht es hin, auf der anderen zurück. „Nur so ist der Abstand der Schwimmer zueinander ausreichend groß“, erklärt GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl. Pro abgeteiltem Feld dürfen maximal 25 Personen ins Wasser - und damit langsame Schwimmer den schnelleren nicht ins Gehege kommen, gelten auf den abgeteilten Bahnen unterschiedliche Schwimmgeschwindigkeiten. Wie das in der Praxis funktionieren wird, muss die Zeit zeigen.

Der Sprungturm wird in der Anfangsphase der Wiedereröffnung noch gesperrt bleiben, bis sich das Treiben im Wasser eingespielt hat. Auch die Nutzung der Rutsche wird erst einmal nicht möglich sein.

Der Sprungturm wird in der Anfangsphase der Wiedereröffnung noch gesperrt bleiben, bis sich das Treiben im Wasser eingespielt hat. Auch die Nutzung der Rutsche wird erst einmal nicht möglich sein. © Stefan Milk


Spaß-Angebote bleiben erst einmal gesperrt

Rutsche und Sprungturm bleiben erst einmal geschlossen, ebenso sind die Sitzbänke abgesperrt. Die Beckenränder sollen nur auf dem Weg ins Wasser und von dort zurück betreten werden. Für Familien sollen im höher liegenden Teil Liegebereiche ausgewiesen werden. Alle anderen sollen sich auf den weitläufigen Liegeflächen verteilen.

Dass ausgerechnet zur Freibaderöffnung das Wetter umgeschlagen ist, darüber können auch die GSW nur Scherze machen. Aber eine frühere Öffnung sei beim besten Willen nicht möglich gewesen. Abseits der organisatorischen Probleme, die sich nach der spontanen Öffnungsgenehmigung ergäben hätten, hätten auch die alten Bäder in GSW-Hand nochmals einen Strich durch so manche Rechnung gemacht. Bei der Reinigung der Becken wären in Kamen Schäden an den Fliesen aufgetreten, erklärte Müller. Und die mussten erst behoben werden. Die Auflagen hätten einiges Kopfzerbrechen erfordert, doch man wolle als Betreiber alles tun, um eine Ansteckung im Bad zu verhindern, erklärte Jochen Baudrexl, der nun froh ist, wirklich öffnen zu können: „Kinder und Jugendliche sind hier mit Sicherheit besser aufgehoben als am Kanal oder an anderen Gewässern, wo sie sonst schwimmen gehen würden.“

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