Freibad Kamen: Schwimmer bleiben fern, weil ihnen das Drei-Stunden-Zeitfenster zu kurz ist

dzSchwimmen in Kamen

Drei Stunden seien „ein Witz“ , findet ein 84-jähriger Kamener. Die Zeitfenster im Kamener Freibad seien zu kurz, er wünscht sich längere Öffnungszeiten. Sein Wunsch könnte in Erfüllung gehen.

Kamen

, 24.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Meine Mitschwimmer kommen gar nicht mehr. Sie sagen, drei Stunden sind ein Witz“. Der 84-jährige Kamener, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, geht fast jeden Morgen im Freibad schwimmen. „Ein bisschen Bewegung mache ich gerne. Das Bad ist angenehm, es ist geheizt. Das finde ich toll“, schwärmt der Rentner.

Und er ist längst nicht der Einzige. Er sitze dort für gewöhnlich mit acht bis neun anderen Hobby-Schwimmern. Normalerweise. Denn seit das Bad nach der Corona-Zwangspause wieder offen ist und wochentags nur noch drei Mal täglich für je drei Stunden öffnet, sitzt der 84-Jährige alleine am Beckenrand und zieht Bahnen in einem Becken, in dem reichlich Platz ist. „Wir sind teils nur sieben, acht Mann im Becken“, schätzt er.

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Er fragt sich, warum die Zeiträume nicht erweitert werden, damit es sich für seine Mitschwimmer wieder lohnt, zu kommen. Auch für Familien wären längere Zeiträume angenehmer, sagt der 84-Jährige. Für Familien würde es zeitlich und auch finanziell kaum lohnen, das Bad für so kurze Zeit zu besuchen. „Andere Bäder haben auch länger auf“, behauptet der Kamener.

Andere Bäder im Kreis Unna öffnen für längere Zeiträume

Und recht hat er. Das Bornekampbad in Unna öffnet täglich von 11 bis 19 Uhr für maximal 680 Menschen. Wenn es zu voll im Becken ist, kann es nur sein, dass die Schwimmzeit begrenzt wird. Das Wellenbad in Bergkamen öffnet zweimal am Tag für vier Stunden und die Schöne Flöte in Holzwickede öffnet von 10 bis 19 Uhr.

Auf Nachfrage erklärt Timm Jonas, Sprecher der GSW, wie es zu den Öffnungszeiten im Kamener Bad gekommen ist: Es sei ein aufwendiges Konzept erstellt worden, das mit den Behörden abzustimmen war. „Wir bemühen uns sehr, der Ansteckungsgefahr in Corona-Zeiten mit vollem Einsatz zu begegnen und Menschen den Badbesuch zu ermöglichen. Dies stößt in der Regel auf Verständnis“, so Jonas.

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Die Besucheranzahl ist trotz höherer Kapazitäten gedrosselt, Besucher müssen vorab unter www.gsw-freizeit.de/ticket-reservierung Schwimmzeiten buchen. „Durch die Zeitfenster und die häufige Desinfektion von Flächen und Installationen ermöglichen wir es einer möglichst großen Zahl von Nutzern, das Bad zu besuchen“, so Jonas.

GSW erstellt ein neues Konzept für das Kamener Freibad

Denn zwischen den Besuchszeiten wird das Bad gereinigt. Der 84-jährige Hobbyschwimmer findet das übertrieben. „Bei 20, 30 Leuten kommt doch gar kein Schmutz auf. Man muss doch vor den Maßnahmen gewusst haben, dass gar nicht so viele Leute kommen. Ich verstehe das nicht.“

Freilich ist er aber offensichtlich sehr dankbar dafür, dass das Bad überhaupt öffnet und er seinem Lieblingssport wieder nachgehen kann. Ihm leuchten die Maßnahmen vor allem mit Blick auf andere Bäder nur nicht so recht ein. „Warum kann man nicht zweimal fünf Stunden öffnen?“ fragt er sich. Und seine Frage scheint bis zu den GSW hinübergehallt zu sein. Man wolle die Entwicklung der Besucherzahlen in den kommenden Tagen bei dem guten Wetter beobachten, sagt Jonas.

Im Zuge der neuen Lockerungen steige aktuell die Kapazität auf 700 Gäste und es finde eine Neukonzeption auf zwei Zeitfenster statt, „was besonders Familien mit dem Wunsch nach Freizeitgestaltungsmöglichkeiten in den Sommerferien berücksichtigt“, so Jonas. Bahn frei also für den 84-Jährigen und seine Truppe.

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