Fluglärm im Visier: Stadt sucht den Anschluss

dzMitgliedschaft in Kommission angestrebt

Wenn Flugzeuge vom Dortmunder Flughafen starten oder landen, dann berühren sie meist auch Kamener Gebiet. Deswegen strebt die Stadt nun eine Mitgliedschaft in der Fluglärmkommission an.

Kamen

, 08.11.2018, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn jene Flugzeuge, die vom Dortmunder Flughafen in östliche Richtung starten oder aus dem Osten kommend landen, dann berühren sie meist auch Kamener Gebiet. Nicht nur das ist der Grund, warum die Stadt Kamen nun eine Mitgliedschaft in der Fluglärmkommission anstrebt. Sondern auch die Absicht des Airports, Betriebszeiten und Anzahl der Flüge weiter auszuweiten.

Auf Antrag der CDU-Fraktion beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend einstimmig, jener Kommission beizutreten, in der über Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen diskutiert wird. Mitglieder sind in der Regel die von Fluglärm betroffenen Gemeinden, die Bundesvereinigung gegen Fluglärm, die Luftfahrzeughalter, das Flugplatzunternehmen sowie die von der Landesregierung bestimmten obersten Landesbehörden. Die Stadt Kamen ist bisher nicht dabei.

In 915 Meter Höhe

In etwa 915 Meter Höhe oder – wie der Pilot rechnet – 3000 Fuß hoch sind die Flugzeuge unterwegs, wenn sie über den südlichen Bereich Heeren-Werves und Nord-Lünerns hinwegschweben, niedriger fliegen sie über Wasserkurl hinweg. Damit die Stadt sich aus erster Hand informieren kann, welche Entwicklungen der Flughafenbetrieb nimmt, sei es wichtig, so argumentiert Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhardt, einen Vertreter in das Gremium zu entsenden. „Wir vertreten die Auffassung, dass es in der Verantwortung der Politik liegt, gemeinsam mit den Luftverkehrsbetreibenden, Fluglärm von den Kamener Bürgerinnen und Bürgern fern bzw. auf einem erträglichen Niveau zu halten.“ Es sei für die Zukunft sicher zu erwarten, dass seitens der Betreiber eine weitere sukzessive Entwicklung angestrebt werde. Um in diesem Verfahren die Interessen der anliegenden Städte berücksichtigen zu können und auch entsprechende Informationen in den Verfahren zu erhalten, könne die Aufnahme in die entsprechende Kommission erfolgen. Die Fraktion habe bereits den Fluglärmschutzbeauftragten für den Flughafen Dortmund und der Bezirksregierung Münster, Dezernat 26 Luftverkehr, kontaktiert und die Auskunft erhalten, dass die Stadt Kamen einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen könne.

Routenverlegungen

Die Fluglärmkommission, so führt CDU-Ratsmitglied Karsten Diederichs-Späh aus, habe sich in der Vergangenheit vornehmlich beschäftigt mit Lärmreduzierung in Form von Flugroutenverlegungen, inklusive Hubschrauber, mit der Erneuerung des Instrumentenlandesystems (ILS) und mit Informationen zur Festlegung von Lärmschutzbereichen sowie mit dem jeweiligen Stand zur Betriebszeitenerweiterung des Flughafens. Als Nicht-Mitglied, so die CDU-Fraktion, werde die Stadt Kamen nicht über die Arbeit unterrichtet. „Deswegen halten wir es für geboten, einen Mitarbeiter in die Fluglärmkommission zu entsenden.“

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