Fleißige Bienchen fördern am Bergbauturm Monopolgold zutage

dzVerkauf startet

Corona kann sie nicht bremsen: Die gut 200.000 Mitarbeiterinnen von Heinrich Behrens sind sommertags ständig im Einsatz. Und das mit Erfolg: Der erste Honig ist da - Monopolgold.

Kamen

, 01.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es summt und surrt in der Luft, während Imker Heinrich Behrens gut geschützt eine Wabe aus dem Bienenstand zieht. An ihr kleben hunderte von emsigen Bienen, die seit den jüngsten Wochen wieder unterwegs sind - für einen guten Zweck.

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„Die erste Ernte ist da“, freut sich der Kamener über rund 80 Gläser Honig, die seine Bienenvölker am Monopol-Förderturm eingebracht haben. „Rapshonig bester Qualität mit dem Namen Monopolgold.“ Das Glas kostet sechs Euro. Drei Euro davon gehen an den Förderverein Monopol 2000.

Raps-Honig füllt meist zuerst die Gläser

Drei Wirtschaftsvölker und zwei heranwachsende Ablegevölker sind für Behrens und den Förderverein im Einsatz. „Theoretisch können die schon im Januar Blüten am Haselbaum abernten, doch mit 15 Grad ist es den Bienen zu kalt“, erklärt der Imker. Somit ist der Rapshonig der erste, der zu erwerben ist. Im Juni folgt dann der Lindenblütenhonig.

Monopolgold Monopol 2000 Ulrich Marc, Heinrich Behrens Michael Sonnenburg

Bienenhonig vom Förderturm: Das „Monopolgold" soll auch in diesem Jahr wieder Geld in die Kassen spülen. Fördervereins-Vorsitzendem Ulrich Marc (von links), Imker Heinrich Behrens und Beisitzer Michael Sonnenburg schmeckt´s. © Stefan Milk

Ein Bienenvolk kann in einem Sommer gut 30 bis 40 Kilogramm Honig produzieren - das entspricht in etwas 60 bis 80 Gläsern des flüssigen Goldes. Das ist auch schnell vergriffen, denn allein die Mitglieder des Fördervereins haben bereits Interesse bekundet. Zudem sollen Gläser im September beim „Tag des Denkmals“ verkauft werden, insofern, der denn stattfindet.

Feier zum 20-jährigem Bestehen noch in der Schwebe

Denn: „Unser Seilfahrt-Konzert am 6. Juni haben wir schon absagen müssen“, erklärt Fördervereins-Chef Uli Marc. „Eigentlich wollen wir am 5. September dann unser 20-jähriges Bestehen feiern, doch auch das ist wegen der Corona-Phase noch in der Schwebe“, führt er weiter aus. „Vielleicht wird es eine kleine Feier, mit Abstand und Führungen in kleinen Gruppen. Warten wir es mal ab.“

„Die Kinder waren begeistert und sind sogar von selbst wiedergekommen.“
Uli Marc, Vorsitzender Förderverein

Dennoch runzelt er die Stirn, wenn er an Corona denkt. „Corona macht es uns nicht einfacher. Wir bangen um Fördermittel für unser Bergbau-Denkmal, da künftig wegen der Pandemie vermutlich weniger Mittel zur Verfügung stehen werden. Dabei muss demnächst die Standfestigkeit des Turms überprüft werden.“

Dabei hat der Förderverein mit „Monopol“ doch großes vor. Als außerschulischer Standort soll er Grundschülern zum einen die Bergbaugeschichte und auf der anderen Seite die Bienen- und Insektenwelt näherbringen. Marc: „Wir hatten im Vorjahr schon eine Klasse der Friedrich-Ebert-Schule zu Gast. Die Kinder waren begeistert und sind sogar von selbst wiedergekommen.“

Förderverein Monopol 2000 Ulrich Marc und Michael Sonnenburg

Ulrich Marc (rechts) und Michael Sonnenburg vom Förderverein „Monopol 2000“ freuen sich immer auf Besuch im Förderturm und in der Maschinenhalle. © Stefan Milk

Vor allem über die Schülerinnen und Schüler möchte der Förderverein künftig das Monopol-Gelände wieder beleben. Im Bergbau-Teil können sie die Sprechanlage betätigen oder mit dem Hebezug aktiv arbeiten. Draußen gibt es Infos zu den Bienen. Heinrich Behrens: „Die Klassen geben unseren Königinnen auch die Namen. Und da sind alle immer ganz schnell und mit viel Kreativität dabei wie der Namen Alma von Kamen belegt.“

Der Förderverein „Monopol 2000“ hofft, dass über kurz oder lang wieder reger Betrieb auf der Anlage herrscht. Die Bienen machen es den Bürgern bereits vor.

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