Fleischerei Flechsig aus Kamen verlagert Produktion nach Bergkamen

dzWirtschaft

Der Verkauf bleibt, aber die Produktion geht: Die Fleischerei Flechsig aus Kamen zieht wegen Renovierungsarbeiten an ihrem Stammsitz für sechs Monate nach Bergkamen. Eine Rückkehr ist aber nicht sicher.

von Stefan Milk

Kamen

, 21.02.2020, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Umzug zu organisieren und durchzuführen, ist eine Aufgabe. Yvonne und Dirk Flechsig müssen an diesem Wochenende mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Aufgabe unter verschärften Bedingungen absolvieren. Die Fleischerei Flechsig zieht um. Der Grund dafür ist, dass im Produktionsbereich der Fußboden saniert werden muss. Der Verkauf und der Gastronomiebereich an der Oststraße bleiben unverändert in Betrieb.

„Wir werden mit unserer Fleischerei für sechs Monate nach Bergkamen-Heil ziehen“, sagt Dirk Flechsig. Der Fleischermeister ist froh, dass er in dem früheren Biofleisch-Zerlegebetrieb an der Ökologiestation ein perfektes Ausweichquartier gefunden hat. Durch den Erweiterungsbau wurden dort die Räume frei, die Flechsig jetzt ermöglichen, seinen Betrieb „umzusiedeln“.

Die Küche, in der Agnes Rohrbeck arbeitet, bleibt am Stammsitz in der Fleischerei Flechsig an der Oststraße in Kamen.

Die Küche, in der Agnes Rohrbeck arbeitet, bleibt an der Oststraße in Kamen. © Stefan Milk

An diesem Wochenende wird der Maschinenpark in Kamen ab- und in Heil wieder aufgebaut, ab Montag soll dort die Produktion fortgesetzt werden. Auf etwa 80 Quadratmetern produzieren Fleischermeister Flechsig und vier Mitarbeiter rund 1000 Kilogramm Wurst pro Woche und verarbeiten etwa 1,5 Tonnen Fleisch. Das kommt zum größten Teil aus dem Zerlegebetrieb in Heil. Diese Anlieferung verkürzt sich ab der kommenden Woche dramatisch, dafür müssen die fertigen Fleisch- und Wurstprodukte dann nach Kamen und in die Filiale nach Weddinghofen transportiert werden.

Ob die Fleischerei von ihrem Ausweichquartier in Bergkamen nach Kamen zurückkehrt, ist nicht sicher.

Ob die Fleischerei von ihrem Ausweichquartier in Bergkamen nach Kamen zurückkehrt, ist nicht sicher. © Stefan Milk

Die anstehende Bodensanierung an der Oststraße könnte auch eine langfristige Verlagerung der Produktion ergeben. „Wir haben hier keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr, müssen schon gelegentlich improvisieren. In Heil könnten wir noch weitere Flächen anmieten, außerdem könnten wir dort mit dem Biofleischbetrieb Synergieeffekte nutzen,“ erläutert Flechsig seine möglichen Zukunftspläne. „Wenn wir Mettwurst räuchern, ist die Räucherkammer manchmal nur halb gefüllt. Wenn wir Kochschinken herstellen, ist es ähnlich. Da könnten wir gut mit den Kollegen nebenan zusammenarbeiten.“

Wichtig ist dem Fleischermeister dabei aber seine Eigenständigkeit: „An der Qualität unserer Produkte, unseren Spezialitäten und Gewürzen wird der Umzug nichts ändern. Unsere Kunden werden es an keiner Stelle spüren, dass ihre Produkte in Heil und nicht an der Oststraße hergestellt werden.“

Gabi Garn (mit Dirk Flechsig) rollt Mittagessen aus der Küche ins Restaurant.

Gabi Garn (mit Dirk Flechsig) rollt Mittagessen aus der Küche ins Restaurant. © Stefan Milk Stefan Milk

Und dort an der Oststraße bleiben ja auch große Teile des Unternehmens und die Mehrzahl der 22 Mitarbeiter. Yvonne Flechsig und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort weiterhin Fleisch und Wurstwaren verkaufen und ihre Mittagsgäste bewirten. Die Küche für den Mittagstisch und der Partyservice werden ebenfalls nicht umziehen.

Ob die eigentliche Fleischerei an die Oststraße zurückkehrt, ist noch offen. „Wir haben die Räume in Heil angemietet mit der Option, diesen Vertrag zu verlängern. Wir werden ab der kommenden Woche sehen, wie es funktioniert und später entscheiden. In jedem Fall bleiben wir aber an der Oststraße“, betonen Yvonne und Dirk Flechsig ihre Verbundenheit mit dem Kamener Stammsitz.

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