Wenn Fische weinen: Feuerwehr beugt großem Sterben vor

dzTechnopark-Teiche: Wenig Sauerstoff

Große Hitze, hohe Wassertemperaturen. Der Sauerstoffgehalt in den Technopark-Teichen ist so stark gesunken, dass der Fischbestand gefährdet ist. Wenn Fische weinen, greift die Feuerwehr ein.

Kamen

, 13.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Fische können nicht weinen. Aber sie hätten allen Grund dazu. Denn der Sauerstoffgehalt in den Teichen auf dem Gelände des Technoparks ist soweit gesunken, dass ein Fischsterben droht.

Am Freitag, 16. August, soll das verhindert werden. Dann werden die Fische umgesiedelt. Mithilfe der Feuerwehr, der Angelfreunde des Fischereivereins Lünen und von Michael Prill, Fischereiberater des Kreises Unna.

Wenn Fische weinen: Feuerwehr beugt großem Sterben vor

Beim Elektrofischen wird festgehalten, welche Arten im Gewässer vorkommen und wie groß die Exemplare sind. © Stefan Milk

Etwa 1000 Exemplare nur in den oberen Teichen

Prill, der auch regelmäßig an Körne, Mühlbach und Seseke den Fischbestand kontrolliert, machte jetzt die Probe aufs Exempel in den drei Teichen am Technopark, die nicht nur Naherholungsfunktion haben, sondern auch als Löschwasserreserve für Notfälle dienen.

Der Sauerstoffgehalt und die Sauerstoffsättigung, so das Ergebnis, könnten bald nicht mehr ausreichen. „Besonders in den beiden oberen Teichen ist der Fischbestand exorbitant hoch“, so der Fischerei-Experte Prill.

Nach seiner vorsichtigen Einschätzung handelt es sich um etwa 1.000 Exemplare, die überwiegend aus Giebel und Goldfischen bestehen. „Zusätzlich sind einige große Koi- und Graskarpfen zu sehen, die mit einer Größe von 40 bis 60 Zentimetern schon recht kapital sind“, äußert er nach der Ortsbesichtigung.

Wenn Fische weinen: Feuerwehr beugt großem Sterben vor

Zu wenig Sauerstoff unterm Förderturm: In den Teichen droht ein Fischsterben. © Marcel Drawe

Technopark: Wasserspiegel wird auf 40 Zentimeter abgesenkt

In einer konzertierten Aktion mit Feuerwehr und Angelfreunden wird am Freitag, 16. August, dem Fischsterben der Kampf angesagt. Geplant ist, den Wasserspiegel auf 40 Zentimeter abzusenken - das Wasser wird dabei so vorsichtig abgepumpt, dass kein Fisch zu Schaden kommen soll.

Über eine sogenannte Elektrobefischung soll der Bestand reduziert werden. Die gefangenen Fische sollen in andere Gewässer gesetzt werden. Beim Elektrofischen werden die Fische kurz betäubt und mit einem großen Kescherring gefangen, der an einer langen Stange befestigt ist.

Wenn Fische weinen: Feuerwehr beugt großem Sterben vor

Durch einen Stromstoß werden die Fische leicht betäubt, sodass ihre Art und Größe bestimmt werden kann. Kurze Zeit später sind sie wieder quietschfidel und tauchen ab. © Stefan Milk

Elektrofischen: Durch Stromstoß leicht betäubt

Es handelt sich nicht um einen normalen Kescher, sondern um einen Elektrokescher, der Strom ins Wasser abgibt. Ein Generator, der den Strom erzeugt, wird als Schaltkasten dabei auf die Brust geschnallt.

Durch den Stromstoß werden die Fische in den Kescher gelockt, leicht betäubt und nicht getötet: Eine als sanft geltende Art des Fischfangs, die vor allem zur Bestandserhebung und zur Analyse von Fischartenvorkommen genutzt wird. Prill hat damit zahlreiche Arten, etwa 20, in den heimischen Flüssen nachgewiesen. Vor allem die Anzahl von Schmerlen ist hoch.

Große Bestände gibt es von Dreistachligen Stichlingen, Döbeln, Blaubandbärblingen, Quappen, Gründlingen, Haseln, Ukeln und Zwergstichlingen. Es gibt auch Hechte, Aale, Rotaugen, Barben, Bitterlinge und Groppen. Und sogar Bachforellen.

Reinigung der Teiche, bevor neues Wasser kommt

Die gibt es im Fischteich freilich nicht. Sind die Techno-Fische erst einmal gerettet, rückt eine Fachfirma an, die die drei Teiche reinigt. Die Selbstreinigungskraft derlei kleiner Gewässer ist beschränkt.

Durch die Wärme bilden sich Algen schneller. Vermehren sie sich zu stark, rauben sie den Fischen buchstäblich die Luft zum Atmen, was als Eutrophierung bezeichnet wird; also allen Grund zum Weinen.

Nach dem Hausputz fließt neues Wasser in die Teiche, bis die bisherige Füllhöhe wieder erreicht ist. Und dann würden wohl nur noch Freudentränen kullern, wenn Fische das könnten...!

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