Fischskelett und Plastikflasche: Traumatische Erlebnisse im Kampf gegen Plastikmüll

dzAktionsgruppe kämpft weiter

Das Aktionsbündnis „Gegen Plastikmüll“ setzt den Kampf fort. Bis nach Gambia in Afrika langt der Arm der Aktionisten. Sie zeigen einen vermüllten Strand, den eine Kamenerin fotografiert hat.

Kamen

, 07.09.2019, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fischskelett und Plastikflasche: Ein vermüllter Strand im westafrikanischen Gambia. Hier könnte auch Plastikmüll aus Kamen gelandet sein, der zuvor verschifft worden ist, bevor er ins Meer gekippt wurde. Julia Otten, Studentin aus Methler, hat die Szene bei einer Reise aufgenommen und an Umweltberaterin Jutta Eickelpasch geschickt.

Die hatte im Rahmen der Anti-Plastikmüll-Aktion ihres Bündnisses zum Fotowettbewerb aufgerufen. Bis zum 1. September hatten Kamener die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen.

Julia Otten hat den Wettbewerb nun gewonnen. Schonungslos zeigt sie, wie der Müll der Wohlstandsgesellschaft Paradiese dieser Welt zerstört.

Fischskelett und Plastikflasche: Traumatische Erlebnisse im Kampf gegen Plastikmüll

Jutta Eickelpasch hat das Aktionsbündnis gegen Plastikmüll geschmiedet. Statt Plastiktüten nutzt sie Stoffbeutel, auch für den Obsteinkauf. © Stefan Milk

Einweg-Plastikhandschuhe in Italien ein Problem

Julia Otten hat nicht zum ersten Mal einen Wettbewerb der Verbraucherzentrale gewonnen. Doch das ist lange her, erinnert sich Verbraucherschützerin Eickelpasch. „Das war 1995 als ich meinen allerersten Malwettbewerb gestartet habe. Damals war Julia noch ein Kind.“

Für Eickelpasch hat die junge Frau aus Methler ein perfektes Beispiel geliefert, wie Plastikmüll die Umwelt zerstört. Eickelpasch selbst hat ein weiteres Negativbeispiel parat - aus ihrem Urlaub in Italien. Zwar nutze dort fast niemand mehr Plastiktüten. Dafür aber Plastikhandschuhe, die als Einwegprodukt für das Einpacken von Obst verwendet werden. „Überall lagen diese hauchdünnen Plastikhandschuhe. Nicht nur auf Parkplätzen der Supermärkte, sondern sogar an den Stränden.“

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Wie man Einwegmüll vermeidet

Aktionsbündnis will den Kampf vor Ort weiterführen

Das Aktionsbündnis will den Kampf vor Ort weiterführen. Am Dienstag stand das Aktionsbündnis mit Klimaschutzmanager Tim Scharschuch auf dem Wochenmarkt, um weiter dafür zu werben, weniger Plastiktüten zu verwenden und auch Obst in wiederverwendbare Stoffbeutel zu füllen.

Eickelpasch, die die Initiative in diesem Jahr gegründet hat, ist zufrieden mit den ersten Ergebnissen. „Dieses Jahr ist sehr viel passiert. Das Thema ist angekommen, nicht nur bei den Verbrauchern, auch bei den Händlern.“ Das kann man auch in der Stadt beobachten: An vielen Obst- und Gemüseständen werden bereits Mehrweg-Beutel angeboten.

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Traumatisiert über die Auswirkungen des Plastikmülls

Weitere Aktionen sind geplant. Wie eine Fahrt zum sogenannten „Unverpackt-Laden“ in Bochum.

Und ein Abend im Kommunalen Kino, wo in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis der Film „Grüne Lunge“ gezeigt werden soll. Er folgt auf den Film „Plastic Planet“, der im Kommunalen Kino schon für Nachdenklichkeit gesorgt hat. Der Kinodokumentarfilm von Regisseur Werner Boote zeigt die Gefahren von Plastik und generell synthetischer Kunststoffe in ihren verschiedensten Formen und ihrer weltweiten Verbreitung. Der 99 Minuten lange Film ist schon 2009 erschienen. Die Reaktionen, wie Eickelpasch schildert, seien intensiv gewesen. Einige Zuschauer schilderten, dass sie fast traumatisiert gewesen wären von den Bildern, die zeigen, wie sehr der Plastikmüll die Welt verändert.

Beim Wochenmarkt am Dienstag soll weiteres Problembewusstsein geschaffen werden, damit in Kamen künftig weniger mit Plastik eingekauft wird. Eickelpasch: „Es tut mir fast körperlich weh, wenn ich sehe, dass einige immer noch Plastiktüten verwenden.“

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