FFP2-Masken sind in Apotheken begehrt, aber auch teuer

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FFP2-Masken bieten einen besseren Schutz vor Corona. Die Nachfrage steigt nach einem Beschluss von Bund und Ländern. Auch wenn manche das glauben: Kostenlos geben Apotheken die Masken nicht ab.

Kamen

, 18.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christoph Kalfhaus wunderte sich. Bestimmt zehn Kunden riefen am Dienstag in der Apotheke Am Kämertor an, um sich nach der kostenlosen Abgabe von FFP2-Masken zu erkundigen. Kalfhaus, der in Kamen auch die Westentor-Apotheke führt, musste ihnen antworten, dass es die vergleichsweise teuren Masken nicht umsonst gebe.

Beschluss: 15 FFP2-Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung

Zurück ging die Nachfrage der meist älteren Kundschaft auf einen Beschluss, den die Bund-Länder-Konferenz am Montag gefasst hatte. Demnach sollen besonders gefährdete Menschen, etwa Senioren und chronisch Kranke, für den Winter insgesamt 15 FFP2-Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten übernimmt der Bund, wie nach Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten mitgeteilt wurde. Von den Apotheken war bisher nicht die Rede, auch nicht davon, ab wann der Beschluss umgesetzt wird.

Masken sind hochpreisig, aber auch hochwertig

Auf weitere Einzelheiten warten auch Apotheker wie Christoph Kalfhaus, der die FFP2-Masken zurzeit für einen Preis von 6 Euro pro Stück verkauft. Zuschüsse gibt es dafür bisher nicht, Kunden müssen die Masken selbst bezahlen.

Kalfhaus räumt ein, dass es die Masken woanders auch billiger gebe, aber dafür lege er großen Wert auf Sicherheit und eine Zertifizierung der Masken. „Wir haben Lieferanten, die ehrlich und vertrauenswürdig sind, und deshalb kostet es ein bisschen mehr.“

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Grundsätzlich verzeichnen die Apotheken in Zeiten hoher Infektionszahlen eine steigende Nachfrage nach Hygiene- und Schutz-Artikeln wie Handschuhen oder eben Masken. Kalfhaus verkauft bislang aber vor allem die einfachen Mund-Nasen-Bedeckungen, weniger die hochpreisigen FFP2-Masken.

FFP2-Masken fangen 94 Prozent der Aerosole ab

Bei ihnen handelt es sich zwar ebenfalls um Einweg-Artikel, doch sie sind stabiler und fangen mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft ab. Allerdings gibt es Qualitätsunterschiede, gerade importierte Masken aus China stellen sich häufig als minderwertig heraus, wie jüngst das ZDF-Verbrauchermagazin WISO berichtet hat. Auch Masken aus Apotheken mit gefälschten Prüfsiegeln wurden dabei entdeckt.

Solche minderwertigen Masken gibt es in den Apotheken von Christoph Kalfhaus definitiv nicht.

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Der Apotheker hält die FFP2-Masken für Menschen, die sich aufgrund ihres hohen Alters oder bestimmter Erkrankungen auf keinen Fall mit dem Coronavirus anstecken sollten, tatsächlich für einen wirksamen Schutz.

„Weil sie sehr dicht sind“, so der Apotheker. Sie seien allerdings auch sehr unangenehm zu tragen.

Reichen 15 Masken für den Corona-Winter?

Bleibt noch die Frage, ob 15 vergünstigte FFP2-Masken pro Person, wie von Bund und Ländern beschlossen, einem Betroffenen wirklich über den Corona-Winter helfen. Denn über eine längere Zeit sollte man sie nicht tragen, sagt der Apotheker. Wie bei anderen Masken auch setze mit zunehmender Tragedauer eine Durchfeuchtung ein, die wiederum ein Nährboden für Bakterien ist.

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