Feuerwehr hält sich in Kleingruppen fit – Eine Infektion wäre fatal für die ganze Stadt

dzAllzeit bereit

Nur in Kleingruppen können die Kamener Feuerwehrleute derzeit ihr lebenswichtiges Können erhalten und vertiefen. Übungen und andere Treffen in Zugstärke wären viel zu gefährlich.

von Werner Wiggermann

Kamen

, 18.07.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Samstag sind „Knoten und Stiche“ angesagt: Basis-Wissen und -Können für den Feuerwehrnachwuchs, der sich in Methler jetzt erstmals wieder auf künftige Rettungsaufgaben vorbereitet. Erstmals nach vielen Wochen der durch Corona bedingten Auszeit. Die galt übrigens – bis auf die glücklicherweise nicht sehr häufigen echten Einsätze – auch für die erwachsenen Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr. „Seit Mitte Juni“, berichtet Frank Rost von der Kamener Feuerwehr, „üben wir jetzt wieder in kleinen Gruppen.“

Keine Spur von „Lockerung“

Mit dem großen Thema „Lockerung“ haben diese Übungsstunden allerdings wirklich nichts zu tun. Nicht nur, weil es bei der Feuerwehr immer den ernsten Hintergrund gibt, Menschen in extremen Notsituationen zu retten und sich daher für andere selbst in Gefahr zu begeben. Dafür bleiben die Frauen und Männer „allzeit bereit“ – und das können sie nur, wenn sie selbst gesund sind. Eine Infektion untereinander wäre wirklich fatal. „Die Einsatzfähigkeit muss unbedingt aufrecht erhalten bleiben“, betont Volker Rost. Als ein unverzichtbares Stück Sicherheit für alle Kamener und auch für die Nachbarn, wie der Gefahrgut-Großeinsatz vor wenigen Wochen in Bönen zeigte. Die komplette Kamener Feuerwehr war dabei im Einsatz. Eine Situation, die so oder so ähnlich immer wieder auftreten kann und massiven Personaleinsatz erfordert.

Übung am Pertheszentrum: Die Arbeit unter Atemschutz muss immer wieder trainiert werden.

Übung am Pertheszentrum: Die Arbeit unter Atemschutz muss immer wieder trainiert werden. © Marcel Drawe

Können kann verfallen

Fit müssen sie also bleiben und außerdem natürlich auch bestens ausgebildet. Das im Ernstfall überlebenswichtige Wissen und Können „kann allerdings verfallen“, erklärt Volker Rost. Deshalb müsse man immer wieder üben; damit jeder Handgriff sitzt. Zum Beispiel beim Thema Atemschutz, das jetzt bei drei kleinen Einsatzgruppen im Löschzug Mitte wieder einmal auf dem Dienstplan stand und steht.

Ein strenges Hygienekonzept strukturiert die Übungseinheiten mit. Wo immer es geht, wahren die übenden Feuerwehrleute den 1,50-Meter-Sicherheitsabstand untereinander; wo es nicht geht, tragen sie einen Mund-Nasen-Schutz, was in einigen Situationen wirklich zusätzlich schweißtreibend wirkt.

Mehr Fahrzeuge rücken aus

Übungen und Dienstbesprechungen in Zugstärke bleiben nach wie vor tabu. Maximal zehn Leute lernen und trainieren in den Disziplinen „Gerätekunde“ oder „kleinere Löscheinsätze“. Nur im Ernstfall kooperieren natürlich alle. Nachdem sie übrigens mit deutlich mehr Fahrzeugen ausrücken als vor Corona. Um auch dann möglichst viel Abstand halten zu können: „Wo sonst neun Aktive sich den knappen Platz im Fahrzeug teilten, sind es jetzt nur noch fünf“, erläutert Volker Rost. Am Einsatzort sei man aber mit ebenso vielen Kräften präsent wie früher, versichert er.

Einsatzübung der Jugendfeuerwehr. Auch für den Nachwuchs beginnen jetzt wieder die Ausbildungsstunden.

Einsatzübung der Jugendfeuerwehr. Auch für den Nachwuchs beginnen jetzt wieder die Ausbildungsstunden. © Stefan Milk

Kinderfeuerwehr kommt später

Und nach dem Muster „getrennt üben, gemeinsam effektiv sein“ funktioniere auch die Ausbildung beim Nachwuchs. In kleinen Gruppen beginnt jetzt wieder die Ausbildung. Ganz oben auf dem Dienst- und Lehrplan steht die Auseinandersetzung mit dem Hygiene-Konzept, danach geht‘s an die „Knoten und Stiche“.

Solche handwerklichen Fähigkeiten wären sicher auch mal ein Ziel für die in allen Kamener Zügen geplante Einrichtung einer Kinderfeuerwehr. Im Januar war man noch fest entschlossen, mit der Nachwuchsförderung noch früher einzusetzen. Die Vorbereitungen wurden jäh durch die Coronakrise gestoppt. Aber nicht für immer, verspricht Volker Rost. „Es wird kommen“, ist er überzeugt.

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