Ein Toter bei Brand in Doppelhaushälfte auf der Lüner Höhe

dzHeinrich-Imig-Straße

Bei einem Feuer in einem Reihenhaus auf der Lüner Höhe ist am Samstagmorgen ein Mensch ums Leben gekommen. Die Feuerwehr entdeckte den Toten, nachdem sie einen Dachstuhlbrand gelöscht hatte.

von Johannes Brüne, Michael Neumann

Kamen

, 22.02.2020, 08:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Feuerwehrleuten und den anderen Helfern war am Samstagmorgen anzusehen, wie sehr sie der Einsatz auf der Lüner Höhe mitgenommen hatte: Nachdem sie einen Dachstuhlbrand in einem Reihenhaus an der Heinrich-Imig-Straße gelöscht hatten, fanden sie einen Toten. Zwei Bewohner des Hauses retteten sich rechtzeitig ins Freie und überstanden den Brand unbeschadet – zumindest körperlich.

Über dem Haus steht ein Feuerball

Das Feuer war am frühen Morgen gegen 6 Uhr ausgebrochen. Nachbarn hatten den Feuerschein gesehen und die Feuerwehr alarmiert. Bereits bei der Anfahrt war Kamens Feuerwehrleiter Rainer Balkenhoff klar, dass er es mit einem größeren Einsatz zu tun bekommt.

Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand in Kamen mit Hilfe der Drehleiter.

Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand mit Hilfe der Drehleiter. © Michael Neumann

Der Dachstuhl der einen Doppelhaushälfte brannte da schon in voller Ausdehnung: „Über dem Dach stand ein Feuerball“, berichtete Balkenhoff nach dem Einsatz. Die Feuerwehrleute gingen mit Hilfe der Drehleiter gegen das Feuer vor, zugleich bekämpften zwei Löschtrupps den Brand im Inneren des Hauses.

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Die Flammen drohen, auf das Nachbarhaus überzugreifen

Parallel dazu musste die Feuerwehr die andere Doppelhaushälfte schützen: Die Flammen drohten auf das Nachbargebäude überzuspringen. Durch eine so genannte Riegelstellung gelang es den Brandbekämpfern, das zu verhindern.

Das Dachgeschoss des brennenden Hauses wurde allerdings weitgehend zerstört. Um Glutnester zu löschen, mussten die Feuerwehrleute einen Teil des Daches abtragen.

Die Feuerwehrleute aus Kamen mussten Teile des Daches abdecken.

Die Feuerwehrleute mussten Teile des Daches abdecken. © Stefan Milk

Sie hatten den Brand zwar relativ schnell unter Kontrolle. Doch das ganze Ausmaß des Brandes wurde ihnen erst bei Nachlöscharbeiten im Dachgeschoss klar: Dort entdeckten sie die Leiche.

Die Identität des Toten konnte die Polizei zunächst nicht sicher klären. Möglicherweise handelt sich um den dritten Bewohner des Hauses, einen jungen Mann, der in dem ausgebauten Dachgeschoss wohnte.

Polizei sucht nach der Brandursache

Auch die Brandursache war am Samstag noch nicht bekannt. Die Polizei begann zwar noch während des Löscheinsatzes mit ihren Ermittlungen. Ein Brandsachverständiger wird sich die Brandstelle genauer anschauen, um herauszufinden, wie das Feuer entstanden ist.

Noch während des Feuerwehreinsatzes begann die Polizei in Kamen mit ihren Ermittlungen.

Noch während des Feuerwehreinsatzes begann die Polizei in Kamen mit ihren Ermittlungen. © Stefan Milk

Die Polizei rechnet aber nicht damit, dass sie noch am Wochenende gesicherte Erkenntnisse erhält. Ein Sprecher der Polizeileitstelle in Unna sagte am Samstagmittag auf Nachfrage, dass Ermittlungsergebnisse wohl frühestens zu Beginn der nächsten Woche vorliegen werden.

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Das Haus ist wohl nicht mehr bewohnbar

Bei dem Feuer wurde die Doppelhaushälfte stark beschädigt. Das Obergeschoss wurde durch die Flammen in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Rauch richtete Schäden an. Im Erdgeschoss hinterließ das Löschwasser Spuren. Den gesamten Schaden, den das Feuer anrichtete, schätzt die Polizei auf mindestens 100.000 Euro. „Das Haus ist wohl unbewohnbar“, sagte der stellvertretende Leiter der Kamener Feuerwehr, Armin Gartmann, am Brandort.

Das Dachgeschoss des Hauses wurde weitgehend zerstört.

Das Dachgeschoss des Hauses wurde weitgehend zerstört. © Stefan Milk

Der gesamte Feuerwehr-Einsatz dauerte rund vier Stunden. Zu dem Brand auf der Lüner Höhe rückten Feuerwehrleute aller drei Kamener Löschzüge aus. Auch Helfer des Deutschen Roten Kreuzes waren im Einsatz. Außerdem kamen die Notfall-Seelsorger des Kreises Unna auf die Lüner Höhe. Sie kümmerten sich um die Hausbewohner.

Die Feuerwehrleute selbst blieben ebenfalls nicht ohne Unterstützung. Ihnen stand das Team der Psychosoziale Unterstützung der Feuerwehr Unna zur Seite

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