Nach Feuer im Flüchtlingsheim: Bewohner jetzt in anderen Unterkünften

dzAm Mausegatt in Kamen

Nach dem technischen Defekt, der den Brand ausgelöst hat, werden die Bewohner in andere Unterkünfte gebracht. Der Schaden beträgt 10.000 Euro. Einen Einsatz gibt’s auch an der Lessingstraße.

Kamen

, 30.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Großalarm an der städtischen Flüchtlingsunterkunft am Mausegatt. Als am Samstagabend, 19.15 Uhr, die Rettungskräfte und Polizei wegen einer „unklaren Feuermeldung“ alarmiert werden, gibt es nach einigen Nächten mit Brandstiftungen an Autos und Abfallbehältern ungute Vorahnungen, die sich glücklicherweise nicht bestätigen. Es handelt sich, wie sich später herausstellt, offenbar um einen technischen Defekt im Obergeschoss, wo dichter Rauch aus dem Fenster einer Wohnung tritt (wir berichteten).

Nach Feuer im Flüchtlingsheim: Bewohner jetzt in anderen Unterkünften

Der Löschzug Kamen-Mitte und die Löschgruppen Methler und Westick sind vor Ort.

Löschangriff erfolgreich

Die Kamener Feuerwehr, die Augenblicke später vor Ort ist, baut umgehend einen Löschangriff auf, während ein Mann, ein 38-jähriger Iraker mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung notärztlich versorgt wird und vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wird – er erleidet glücklicherweise keine schwere Verletzung. Nicht nur er, sondern auch alle anderen Bewohner haben das Gebäude bereits verlassen.

Der Löschangriff, der bereits läuft, wird mit einem Trupp unter Atemschutz und einem C-Rohr vollzogen. Ein weiterer Atemschutztrupp kontrolliert unterdes das restliche Gebäude. Wie sich herausstellt, brennt in der betroffenen Wohnung ein Sicherungskasten. Die Flammen werden mithilfe eines Kohlendioxidfeuerlöschers gelöscht, was binnen weniger Augenblicke gemeistert wird. Offenbar, so ist am Einsatzort zu hören, waren an der Elektroverteilung schlichtweg zu viele Geräte angeschlossen, was zu einer Überlastung geführt hat. Die Brandsachverständigen der Polizei müssen nun die Details noch auswerten, bis das endgültige Ergebnis feststeht.

Nach Feuer im Flüchtlingsheim: Bewohner jetzt in anderen Unterkünften

Die Feuerwehr baut vom Eingangsbereich einen Löschangriff auf.

Andere Unterkünfte

Nach Ende der Löscharbeiten wird das Gebäude mit einem Hochleistungslüfter belüftet, um den Rauch zu vertreiben. Nicht nur die betroffenen Zimmer, sondern auch benachbarte Wohnungen sind durch den Brand vorübergehend unbewohnbar geworden. „Mehrere Bewohner werden in Ersatzunterkünften untergebracht“, meldete die Kreispolizei am Sonntag.

Zusätzlich wird durch den Notdienst der Gemeinschaftsstadtwerke Kamen-Bergkamen-Bönen (GSW) der Strom abgestellt. Nach Abschluss der Aufräumarbeiten übergibt die Feuerwehr die Einsatzstelle der Polizei und einem städtischen Mitarbeiter, der sich auch um die Unterbringung der Bewohner kümmert. Der Einsatz der Feuerwehr ist nach anderthalb Stunden beendet. Der Sachschaden wird auf 10.000 Euro beziffert.

Für die Dauer des Einsatzes ist die Lünener Straße im Bereich zwischen Jet-Tankstelle und Lüner Höhe in beide Richtungen vollständig gesperrt. Es entsteht dadurch ein kleiner Rückstau, viele Fahrzeugführer wenden und suchen sich einen anderen Weg.

Einsatz auch an der Lessingstraße

Mit der Meldung „ausgelöster Rauchmelder, Wohnung verraucht“ wurden der Löschzug 1 der Feuerwehr Kamen und die hauptamtliche Wache bereits in der Nacht zu Samstag, 0.19 Uhr, zu einem Mehrfamilienhaus an der Lessingstraße gerufen. „Bei Eintreffen am Einsatzort konnten Brandgeruch und der Alarmton eines Rauchmelders aus einer Wohnung im dritten Obergeschoss des Hauses wahrgenommen werden“, heißt es im Bericht der Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte bauten umgehend einen Löschangriff mit einem C-Rohr auf und verschafften sich Zutritt zu der Wohnung. Wie sich herausstellte, war ein vergessenes Essen auf dem eingeschalteten Herd in der Küche die Ursache für die Rauchentwicklung.

Die Bewohnerin der Wohnung wurde durch die Feuerwehr ins Freie geführt und dem Rettungsdienst übergeben. Sie wurde vorsorglich mit dem Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, berichtet die Feuerwehr. Die Kräfte der Feuerwehr lüfteten zunächst die verrauchte Wohnung und übergaben die Einsatzstelle anschließend der Polizei. „Der frühzeitige Alarm des Rauchmelders hat hier sicherlich wieder einmal Schlimmeres verhindert“, so die Feuerwehr in ihrer Einsatzbilanz.

Der nächtliche Einsatz war nach etwa 45 Minuten beendet.

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