Unsere Redakteurin Claudia Pott testet festes Haarshampoo im Rahmen einer Aktion des Kamener Aktionsbündnisses gegen Plastik. © privat
Teil 1

Festes Haarshampoo im Test: Was taugen die Seifenstücke wirklich?

Festes Shampoo für die Haare ist im Trend und soll zudem umweltfreundlich sein. Unsere Redakteurin nimmt an einer Testreihe teil – um herauszufinden, ob festes Shampoo etwas taugt.

Vom flüssigen Duschgel habe ich mich schon verabschiedet, wenngleich das eine ziemliche Umstellung war. Statt Plastik-Tuben hängen in unserer Dusche kleine Säckchen mit Seife. Sie schäume ich auf oder benutze sie gleich als Schwamm. Die Seife hält viel länger als Duschgel und reinigt genau so gut.

An meine Haare lasse ich allerdings nur mein alt bewährtes Shampoo – in Flüssigform. Hinzu kommen Kur und Feuchtigkeitsserum. Ansonsten wären meine Haare kaum zu bändigen. Ich habe eigentlich Locken, aber die bekämpfe ich tagtäglich. Lange Rede, kurzer Sinn: An festes Haarshampoo, von dem es immer mehr Sorten gibt, habe ich mich bislang nicht herangetraut.

Praxistest des Aktionsbündnisses gegen Plastik in Kamen

Das ändert sich nun, denn ich nehme an einem Praxistest des Aktionsbündnisses für Plastik in Kamen teil. Das Aktionsbündnis startet immer wieder Aktionen, lädt zu Veranstaltungen ein und informiert über das Thema Umweltschutz. Man kann sich entweder berieseln lassen und das Bündnis nur durch ein Abo des Newsletters unterstützen. Oder man macht aktiv mit.

Das Mitmachen ist in diesem Fall sehr unkompliziert, denn man tut etwas, das man ohnehin tun muss: Haare waschen. Nur eben nicht mit flüssigem Shampoo, sondern mit einem festen. Besser gesagt zwei festen, denn jeder Proband vergleicht zwei Sorten miteinander.

Ich teste ein festes Shampoo der Marke Guhl und eines von Schauma. Beide sind in Papier verpackt und das soll auch der größte Vorteil sein: Es wird kein Plastik mehr verwendet. Zudem sollen sich die Haarseifen etwas länger halten. Das geht aus dem Testbericht der Stiftung Warentest hervor. Die Informationen gab es nebst Bewertungsbogen und Shampoo von der Umweltberaterin Jutta Eickelpasch, die das Bündnis vor zwei Jahren ins Leben rief.

Fünf Tipps für eine besser Ökobilanz bei der Haarwäsche

Interessant ist auch, dass die Ökobilanz vom festen Shampoo nur glänzt, wenn man das Haarwaschen nicht mit einbezieht. Denn vor allem das Wasser, das bei der Haarwäsche verbraucht wird und die Energie, um es zu erhitzen, schaden der Ökobilanz enorm – ganz egal, welche Konsistenz das Shampoo hat.

Die fünf Tipps der Stiftung für eine bessere Ökobilanz lauten:

  • 1. Wasserhahn beim Einschäumen zudrehen (spart etwa zehn Liter Wasser)
  • 2. Warm spülen statt heiß (Spart etwa 20 Prozent Energie)
  • 3. Weniger Shampoo verwenden (vor allem beim flüssigen übertreibt man schnell)
  • 4. Sparduschkopf anschaffen (spart noch einmal rund acht Liter Wasser)
  • 5. Auf die Verpackung achten: Festes Shampoo in Papierpackung oder flüssiges Shampoo in einer Flasche aus recyceltem Plastik.

Wer auch Lust auf Aktionen wie solche Praxistests hat und sich über das Thema Umweltschutz informieren möchte, erreicht das Aktionsbündnis gegen Plastik unter [email protected].

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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