Feinstaubwolken an der Werver Mark: Hilferuf erreicht Arnsberg

dzKampf gegen zu viel Lastverkehr

An der B1 gilt ein temporäres Durchfahrtsverbot für große Lkw, das ausgeweitet werden soll. Das wäre auch an der Werver Mark sinnvoll, wie ein Anwohner sagt, der gegen schlechte Luft kämpft.

Kamen

, 04.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Erste Teilerfolge für Peter Streich, der gegen die Lkw-Flut auf der Werver Mark kämpft. Sein Anliegen hat jetzt sowohl die Bezirksregierung Arnsberg als auch die Landesbehörde „Straßen.NRW“ erreicht. Der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke, der die Angaben des 57-jährigen Anwohners weiterleitete, erwartet laut Streich eine Antwort in etwa zwei Monaten. Streich hatte zuvor die Einwohnerfragestunde zweier städtischer Ausschüsse im Rathaus genutzt, um seine Beobachtungen zu schildern.

„Das ist hier wie im Tollhaus“

Lange Staus, zähflüssiges Geschiebe und enervierendes Gedränge auf der Werver Mark vor allem rund um den Verkehrskreisel Heerener Straße/Lenningser Straße. „Das ist hier wie im Tollhaus!“, hatte Streich bei einem Ortstermin mit unserer Redaktion gesagt. Nunmehr hatte er einen Termin im Rathaus, wo er die Situation mit Uwe Liedtke, dem zuständigen Dezernenten, besprach. Auf zwei Ebenen will Streich die Dauerbelastung durch Verkehrslärm und Feinstaub angehen: Über Feinstaubmessungen, die die Bezirksregierung Arnsberg veranlassen kann. Und über verkehrslenkende Maßnahmen, die ein temporäres Durchfahrtsverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen zur Folge haben. „Ein Durchfahrtsverbot wie auf der B1 durch Dortmund, das zwischen 18 und 6 Uhr gilt“, sagt Streich mit Blick auf die benachbarte Großstadt. „Man sieht an diesem Beispiel: Es geht selbst auf einer Bundesstraße, wenn man will.“ Dort soll das temporäre Durchfahrtsverbot nach einem Entscheid des Umweltausschusses im März nun sogar ganztägig ausgeweitet werden.

Ein Vielfahrer, der weiß, wie es auf Straßen zugeht

Peter Streich ist am Dienstag wieder auf der Autobahn, als ihn der Anruf unserer Redaktion erreicht. Der Vielfahrer weiß eigentlich, wie es auf den Straßen zugeht. Und deswegen ist er davon überzeugt, dass auf der Werver Mark viel zu viel Verkehr liegt. „Es ist einfach Wahnsinn. Das hat apokalyptische Züge. Vor allem, wenn die Autobahnen bei Staus umfahren werden. Dann geht hier nichts mehr“, verweist er auf Rückstau-Schlangen von Heeren bis Bönen und auch in die Gegenrichtung nach Unna. Streich ist ebenso überzeugt, dass die geforderten Feinstaubmessungen über den erlaubten Grenzwerten liegen. „Schon sonntags abends, 23 Uhr, fahren hier die ersten Lastwagen durch. Da kann mir keiner erzählen, dass die schon irgendeinen Betrieb ansteuern. Die waren irgendwo geparkt und gehen wieder auf die Strecke.“

Schwere Lastwagen im Sekundentakt

Wer auf der Werver Mark tagsüber das Geschehen verfolgt, kann Streichs Kritik nachvollziehen. Fast im Sekundentakt rollen schwere Laster der Logistik- und Speditionsunternehmen vorbei. Bei einem Termin mit unserer Redaktion hatte sich Streich eine kleine Strichliste gemacht und ca. sieben Laster pro Minute gezählt. Hochgerechnet kommt er auf circa 5.000 Lkw am Tag. Er glaubt, dass die Anzahl an Fahrzeugen, die bei den jüngsten Verkehrszählungen bei täglich etwa 12.000 lagen, deutlich höher ist. Die Situation könnte sich seit der Zählung im Jahr 2015, als 11.012 Fahrzeuge den Ort durchfuhren, tatsächlich verändert haben. Wie sehr, das will der Anwohner jetzt wissen. „Wir brauchen Fakten.“

Die Werver Mark

Etwa 12.000 Fahrzeuge täglich

  • Die Werver Mark ist im Jahr 2005 und 2006 aufwendig umgestaltet worden. Die lang gestreckte Straße, die zu hohem Tempo verführte, war mit zwei Kreiseln ausgestattet worden, dazu ist der Straßenquerschnitt gefälliger gestaltet worden, um mehr Lebensqualität zu schaffen.
  • 1500 Tonnen teerhaltiges Material sind bei dem Rückbau abtransportiert worden. Etwa 2,1 Millionen Euro hatte der Umbau damals gekostet.
  • Während bei der amtlichen Verkehrszählung des Landes NRW im Jahr 2010 genau 11.780 Fahrzeuge gezählt wurden, waren es fünf Jahre später an einem Tag 11.012 Kraftfahrzeuge. Davon betrug der Schwerverkehrsanteil 4,93 Prozent (542 Fahrzeuge), während 2010 7,6 Prozent (895 Fahrzeuge) registriert wurden.
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