Faustdicker Stein aus dem Hinterhalt trifft Auto: Frontscheibe zersplittert bei Tempo 70

dzLebensgefährliche Straftat

Gedankenlose Straftat an der Heerener Straße. Ein faustdicker Stein trifft ein Auto, das mit Tempo 70 unterwegs ist. Die Scheibe des Fahrers aus Unna zerbricht. Die Polizei sucht zwei Jugendliche.

Kamen

, 04.12.2019, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unterwegs auf der Heerener Straße mit Tempo 70. Plötzlich prallt ein faustdicker Stein auf die Windschutzscheibe des Fahrzeugs, die sofort zersplittert. Der 71-jährige Fahrer aus Unna, der Richtung Werver Mark unterwegs ist, bremst mit der zertrümmerten Frontscheibe geistesgegenwärtig und stoppt sein Auto, ohne dass ihm etwas zustößt. Er bleibt trotz des Schreckmoments glücklicherweise unverletzt.

Steinwurf aus einer Böschung an der Bertolt-Brecht-Straße

Der Schock ist groß. Denn er hat zwei Jugendliche erkannt, die an der Böschung in Höhe der Bertolt-Brecht-Straße standen und den Stein geworfen haben. Wer es von den beiden war, kann er der Polizei, die jetzt ermittelt, nicht mehr sagen, so schnell ging alles. Die Tat ereignete sich am Mittwoch etwa um 13.15 Uhr. „Kein Dummejungenstreich, sondern eine lebensgefährliche Straftat“, so Christian Stein, Sprecher der Kreispolizei Unna.

Die Polizei sucht nun die Täter. Die Jugendlichen sollen zwischen 14 und 16 Jahre alt gewesen sein. Die Straftat, die zurzeit noch unter dem Begriff „Aggressionsdelikt“ geführt wird, kann durchaus auch noch anders eingestuft werden. „Denn die Jugendlichen, die nicht mit Wattebäuschchen geworfen haben, sind offenbar gezielt vorgegangen und wussten, was sie taten“, so Stein.

In ähnlichen Fällen Mordkommission gebildet

In der Vergangenheit hat es immer wieder ähnliche Vorfälle gegeben, bei denen Gegenstände auf Autos geworfen wurden. Dabei wurden auch schon Mordkommissionen gebildet, weil davon ausgegangen wurde, dass der Tod von Menschen billigend in Kauf genommen wurde. „In diesem Fall können wir noch keine Bewertung vornehmen“, so Stein, der aber auf mögliche schwerwiegende Konsequenzen für die Täter hinwies. „Das kann nach hinten losgehen - dann geht es um Körperverletzung und möglicherweise noch mehr.“ In diesem Fall sei glücklicherweise niemand verletzt worden.

Jugendstrafen wegen versuchten Mordes

Wegen Steinwürfen auf fahrende Autos an der A7 und der Bundesstraße 200 verurteilte beispielsweise das Landgericht Flensburg im vergangenen Jahr zwei 19-Jährige unter anderem wegen versuchten Mordes zu Jugendstrafen von sechs Jahren. Bei einem anderen Fall, einem Steinwurf von einer Autobahnbrücke auf der A7 bei Harrislee in Schleswig-Holstein, ist im vergangen Jahr eine Frau schwer verletzt worden. Der Stein hatte die Windschutzscheibe des Autos der 58-Jährigen durchschlagen. Der Vorfall ereignete sich an der Autobahnbrücke in der Nähe der dänischen Grenze und der Anschlussstelle Harrislee.

Die Polizei sucht nun zur Tat in Kamen Zeugen. Hinweise nimmt die Wache Kamen unter Tel. (02307) 921 32 20 entgegen.

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