Dorothea und Hubert prosten sich in ihrem Wohnmobil zu. In Deutschland bieten mittlerweile Hunderte Restaurants sogenannte Wohnmobil-Dinner an. Dabei nehmen die Gäste ihre Gerichte in ihrem in der Nähe des Restaurants geparkten Wohnmobil zu sich. Man kann aber zum Teil auch Wohnmobile für Dinner mieten. © picture alliance/dpa
Wohnmobil-Dinner

Fast wie im Restaurant: Abendessen im gemieteten Wohnmobil aus Kamen

Bis Restaurants wieder öffnen, kann es noch dauern. Essen zum Abholen ist da nur ein kleiner Trost. Doch es gibt noch ein andere Möglichkeit: Das Wohnmobil-Dinner. Ein Kamener Unternehmen macht mit.

Beim Restaurant- oder Cafébesuch geht es zwar auch um Köstlichkeiten für den Gaumen, aber vor allem auch um die Atmosphäre und die Geselligkeit. Gemeinsam mit lieben Personen speisen und danach bei einem Glas Wein quatschen ohne sich Gedanken um das Abräumen des Tisches oder den Abwasch zu machen. „Quality Time“ kann man das auch nennen.

Diese besonderen Stunden fehlen vielen Menschen aktuell schmerzlich. Natürlich kann man sich im Restaurant Essen zum Mitnehmen abholen und das ist auch löblich, denn die Branche blutet. Aber das Essen aus Pappschalen, das gar nicht mehr ganz warm sein kann, wenn man zu Hause angekommen ist, kommt an das Restauranterlebnis nicht heran. Auch, weil man wie jeden Abend zu Hause isst, wo man schon den ganzen Tag gehockt hat.

Reisemobile Brumberg vermietet Wohnmobile für Wohnmobil-Dinner

Wer endlich mal wieder einen Tapetenwechsel zum Abendessen braucht, für den gibt es eine schöne Möglichkeit: Das Wohnmobil-Dinner. Bei diesem Angebot, das in der Pandemie immer beliebter wird, essen die Restaurantgäste im Wohnmobil, werden aber bedient wie im Restaurant. „Man genießt den Service eines Restaurants im eigenen Fahrzeug“, sagt Kai Brumberg.

Reisemobile Brumberg aus Kamen stellt Wohnmobile für Wohnmobil-Dinner zur Verfügung. Melanie Smets zeigt ein Wohnmobil, das für solche Abendessen gemietet werden könnte. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Die Gäste sitzen drinnen und die Gerichte werden durchs Fenster gereicht. Schön: Es sind Gerichte auf richtigen Tellern, die wieder mitgenommen werden und nicht im Müll landen müssen.

Der Inhaber des Kamener Unternehmens „Reisemobile Brumberg“ kennt den Trend längst. Anfangs waren es Wohnmobilbesitzer, die mit ihren eigenen Fahrzeugen die Restaurants angesteuert haben und im Auto speisten. Daraus wurde schnell eine Geschäftsidee und mittlerweile können auch Nicht-Camper ein Wohnmobil-Dinner mieten. Es gibt Restaurants, bei denen man die Wohnmobile für ein Essen reservieren kann.

Kamener Wohnmobile stehen vor Restaurants in der Region

Brumberg hat zwei Wohnmobile für solche Dinner vermietet: Am Restaurant zur Soester Börde bei Werl und an Melles Restaurant in Lippetal (Reservierungen unter Tel. 02923 5169738) stehen seine Mobile. Kunden fahren dort hin, setzen sich in das frisch desinfizierte Wohnmobil und essen auswärts. Der Tapetenwechsel, der Service und das Grüßen der Gäste in den anderen Wohnmobilen ist eine Abwechslung zum Lieferdienst und erinnert schon fast an einen richtigen Restaurantbesuch.

Brumberg vermietet seine Wohnmobile eigentlich für einen längeren Zeitraum für Urlaubsreisen, aber aktuell ist das Verreisen nicht möglich. Deshalb stellt er Mobile für solche Dinner bereit, plant aber auch kürzere Vermietungen, damit die Kunden sich selbst aussuchen können, wo sie ihr Dinner essen möchten, denn in vielen Restaurants ist das mittlerweile mit dem „eigenen“ Wohnwagen möglich.

Wohnmobile könnten bald auch vor Kamener Restaurants parken

Brumberg kann sich vorstellen, ein Auto ab nachmittags bis zum nächsten Morgen für solche Zwecke zu vermieten. Der Unternehmer würde sich zudem freuen, wenn seine Wohnmobile auch vor Restaurants in Kamen stehen würden, damit dort gespeist werden kann.

Er möchte noch einmal mit der Stadt ins Gespräch kommen. Aus ersten Ideen wurde bislang nichts, „aber jetzt sind ja Erfahrungen da und der Trend breitet sich aus“, sagt Brumberg. Vielleicht können Kamener bald wieder vor Ort auswärts essen – beinahe wie früher. Aber nur beinahe.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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