Familie Schulze Vels lebt in einem echten Naturparadies

dzKamens Gärten

Es summt überall im Garten von Elisabeth und Rainer Schulze Vels. Auf der einstigen Hofstelle betreibt die Familie eigentlich das Hobby Pferdezucht, doch der Bauerngarten lockt viele Tiere.

Methler

, 11.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schwalben fliegen ein und aus, vor einigen Tagen lief eine Entenmutter mit neun Küken über den Rasen. Auf der Mauer im Garten sonnte sich ein Feldhase - und beim Pressebesuch läuft ein Maulwurf am Rand des Blumenbeetes entlang. Als wüsste er, wieviel Zeit und Liebe Elisabeth Schulze Vels in ihren Bauerngarten steckt, meidet er die dicht bepflanzten Rabatten. Zwar krabbelt er immer wieder unter dem akkurat gestutzten, handhohen Buchsbaumheckchen her, das das Beet umrahmt, doch die passende Stelle, um sich in die Erde zu graben, findet er letztlich woanders. Und dort kann es Elisabeth Schulze Vels und ihren Mann Rainer nicht stören.


Unter dem gütigen Blick der Pferde

„Hier ist die Natur noch in Ordnung“, sagen sie - und freuen sich, nahezu täglich einen anderen tierischen Besucher in ihrer kleinen Oase entdecken zu können. Dass auch die Pferde immer mal wieder den Kopf aus den halb geöffneten Boxentüren stecken und neugierig zu den Besuchern im Garten starren, vervollständigt das Bild der ländlichen Idylle am Dorfrand von Methler.

Die üppige Blütenbracht reicht bei Familie Schulze Vels von Frühling bis Herbst. Stets blüht etwas anderes.

Die üppige Blütenbracht reicht bei Familie Schulze Vels von Frühling bis Herbst. Stets blüht etwas anderes. © Stefan Milk

Auf der alten Hofstelle betreibt die Famile Schulze Vels eine Pferdezucht als Hobby. Doch die Leidenschaft von Elisabeth Schulze Vels ist der Garten. Früher war der den Kindern vorbehalten, seit fünf, sechs Jahren wird er aber nun zu einem Refugium umgewandelt. Zwischen zwei Bäumen lehnt ein Zaunelement, daran hängen alte Suppenkellen. Die dienen in ihrem zweiten Leben als Vogeltränken.

Insekten sorgen für reiche Obsternte

Der noch junge Apfelbaum, der von üppig blühender Katzenminze umgegen ist, hat so viele Früchte angesetzt, dass Rainer Schulze Vels schon einen Teil entfernte, um den Baum zu schönen. „Wir hätten hier keine Früchte, wenn die Blüten nicht von Insekten bestäubt worden wären“, sagt er - und wertet das als Zeichen für eine intakte Umwelt. Tatsächlich summt es in der nur wenige Meter weiter stehenden Ledice, die viele auch als Johannisbrotbaum kennen, wie in einem Bienenstock.

Nicht nur diese Hummel ist ein gern gesehener tierischer Gast im Garten an Methlers Dorfrand.

Nicht nur diese Hummel ist ein gern gesehener tierischer Gast im Garten an Methlers Dorfrand. © Stefan Milk

Seit dem zeitigen Frühjahr blüht es immer irgendwo im Garten der Familie. Es beginnt mit Schneeglöckchen und geht weiter über Narzissen, Tulpen und Hasenglöckchen. „Ich hab alle Zwiebelgwächse“, sagt sie - und vor allem Allium ist bei den Wühlmäusen beliebt. „Da sieht man immer, wie die nach unten ins Erdreich gezogen werden“, beschreibt Elisabeth Schulze Vels - und das Blitzen in ihren Augen lässt erkennen, dass ihre Tierliebe dann kurz aussetzt.

Die Bartnelken blühen in üppiger Pracht.

Die Bartnelken blühen in üppiger Pracht. © Stefan Milk

Doch ob Greifvögel oder das Nilganspaar, das seit wenigen Wochen immer mal wieder kommt: In der Regel sind die Tiere gerne gesehen. „Das ist eben Natur“, erklärt Rainer Schulze Vels.

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Naturnaher Garten ganz bewusst angelegt

Seine Frau liest viel über naturnahe Gärten und versucht, alles anzupflanzen und umzusetzen, was den Tieren bei ihrem Überlebenskampf helfen kann. Doch gepflegt ist der Garten trotzdem. Der Rasen wird gemäht, die Pflanzen geschnitten und gepflegt. Auch wenn alles pflegeleicht erscheint und die Stauden und Büsche so eng gepflanzt sind, das Unkraut gar keinen Platz hätte, ist viel im Garten zu tun. „Das macht schon eine Menge Arbeit“, weiß Rainer Schulze Vels um die Stunden, die seine Frau im Garten verbringt, um Verblühtes abzuschneiden und Wachsendes zu hegen. Er selbst hilft mit, wenn es an körperlich schwere Arbeit geht.

Der Fingerhut gedeiht besonders gut.

Der Fingerhut gedeiht besonders gut. © Stefan Milk

Gedüngt wird übrigens auch naturnah: Mit Brennnesseljauche, die Elisabeth Schulze Vels selbst ansetzt.

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