„Fake News“ über Syrer und Handtaschenraub in Kamen führt zu Strafanzeige

dzErfundene Straftat

Ein Handtaschenraub, der nicht stattfand, und Täter, die es nicht gab: Die Polizei reagiert per Strafanzeige auf einen Facebook-Beitrag, der einen höchstwahrscheinlich erfundene Straftat in Kamen schildert.

Kamen

, 19.09.2019, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Polizei in Unna ermittelt in einem Fall von „Fake News“ aus Kamen. Die Staatsanwaltschaft soll überprüfen, ob ein Beitrag in einer Kamener Facebook-Gruppe den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Das sagte am Donnerstag Bernd Pentrop, der Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna.

Der Beitrag wurde am Mittwoch unter einem weiblichen Pseudonym in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht und dutzendfach kommentiert. Die angebliche Verfasserin behauptet, dass eine Freundin am Dienstag gegen 11 Uhr vor dem Einkaufszentrum „Kamen Quadrat“ von drei syrischen Männern überfallen wurde. Auf eine Nachfrage der Redaktion, ob die Begebenheit wahr sei, reagierte die Erstellerin des Beitrags nicht. Die Polizei nimmt an, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt. Denn bislang liegt weder eine Strafanzeige vor noch haben sich mögliche Zeugen gemeldet.

„Wir erstatten eine Strafanzeige“, sagte Polizeisprecher Pentrop. Es liege nun an der Staatsanwaltschaft zu überprüfen, ob durch den Beitrag ein Tatbestand wie Volksverhetzung, erfüllt sei. Ausschließen konnte die Polizei eine Anzeige wegen des Vortäuschens einer Straftat. Dieses Delikt setzt eine Täuschung gegenüber einer Behörde voraus, was bei einem Beitrag in einem sozialen Netzwerk nicht gegeben ist.

Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine Gruppe oder Bevölkerungsteile wegen seiner Zugehörigkeit dazu beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird laut Gesetz mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

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