Fahrgeschäfte mit viel PS locken auf den Severinsmarkt - mit vielen Bildern

dzKirmes in der Innenstadt

Der Severinsmarkt lockt mit Fahrgeschäften der Superlative. PS-Protze und Schwergewichte sollen die Besucher anlocken, negative G-Kräfte treiben Adrenalinjunkies bis an ihre Belastungsgrenze.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 20.10.2019, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu lang, zu breit, zu schwer - wenn Marcel Markus die „Rocket“ von einem Standort zum nächsten transportieren will, muss er besondere Vorkehrungen treffen. Das Fahrgeschäft des Schaustellerbetriebs „Hartmann und Söhne“ wiegt 63 Tonnen, also braucht Markus Begleitfahrzeuge, die den Transport absichern.

Die Rocket ist eine moderne Mischung aus Schiffschaukel und Frisbee. Vier Stützen halten hier den Schaukelarm, an dem die Fahrgastträger installiert sind. Diese rotieren um den Schaukelarm.

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Impressionen vom Severinsmarkt

20.10.2019
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Der Severinsmarkt in der Kamener Inenstadt lockte die Besucher. Die großen Fahrgeschäfte waren bei allen beliebt die den Nervenkitzel suchten.© Borys Sarad
Nathan mit Papa Adam Walochu besuchte die Kirmes.© Borys Sarad
Bernardo, Rico, Andi und Fredi versuchen ihr Glück an der Losbude.© Borys Sarad
Ilona und Violetta verkaufen Süßes, von Lebkuchenherzen bis zu gebrannten Mandeln.© Borys Sarad
Dietmar und Evelyn nehmen etwas Leckeres von der Kirmes mit.© Borys Sarad
Auch die traditionellen Fahrgeschäfte machen vielen Spaß.© Borys P. Sarad
Viele bewunderten die rasanten Fahrgeschäfte auch aus sicherer Entfernung.© Borys P. Sarad
Eine einsame Runde um Kinderkarussell.© Borys Sarad
Für manches Fahrgeschäft war schon etwas Mut und ein stabiler Magen notwendig.© Borys Sarad

Der schnelle Wechsel ist belastend

Im Höchststand erreiche die Rocket eine Höhe von 24 Metern erklärt Markus. „Das ganze wird von einem Motor angetrieben, der 150 kW leistet.“ Zum Vergleich: 150 kW entsprechen einer Leistung von rund 204 PS. Vier Minuten dauert eine Fahrt, danach werde es unangenehm für die Besucher, so Markus: „Der schnelle Wechsel von positiven auf negative Beschleunigungskräfte ist besonders belastend.“

Der Severinsmarkt ist eine der Traditionsveranstaltungen in der Kamener Innenstadt, die jedes Jahr wieder tausende Besucher anzieht. Während viele der Schausteller mit dem Auftakt am Freitag noch zufrieden waren, macht sich am Samstag Ernüchterung breit. Der Dauerregen vertreibt am Nachmittag die Besucher.

Fahrgeschäfte mit viel PS locken auf den Severinsmarkt - mit vielen Bildern

Die Kirmes und ihre Fahrgeschäfte boten wie immer eine bunte Glitzerwelt. © Borys P. Sarad

„eXtrem“ ist das höchste Fahrgeschäft der Kirmes

Während das Fahrgeschäft „eXtrem“ mit 33 Tonnen nur rund die Hälfte des Gewichts der Rocket auf die Waage bringt, ist der Propeller der unangefochtene Sieger, was die maximale Höhe betrifft. Rund 44 Meter hoch steigen die Fahrgastträger in die Luft, und rotieren dabei noch vertikal um die eigene Achse.

Melvin Bengel gehört zur Schaustellerfamilie Deinert-Bengel und kümmert sich mit Schwester Santana um das Fahrgeschäft. Auch der Propeller erreicht hohe Beschleunigungswerte mit einer Leistung von 55 kW, also rund 75 PS. Bei der Fahrt werden die Fahrgäste mit einer Geschwindigkeit von unfassbaren 120 Km/h durch die Luft gewirbelt werden.

Daniela (16) und ihr Freund Marc (17) blicken ehrfurchtsvoll auf den riesigen Propeller „Eigentlich mag ich ja so rasante Karussells“, sagt die 16-Jährige. „Aber das hier ist schon sehr krass.“

Fahrgeschäfte mit viel PS locken auf den Severinsmarkt - mit vielen Bildern

Gertrud Kreft-Wendler gehört zur Familie Wendler, die eines der Fahrgeschäfte auf der Kirmes betreibt. © Borys Sarad

Kettenkarussell noch fast original wie vor 80 Jahren

Beim Schwanenflieger von Günther Hornig geht es deutlich gemächlicher zur Sache. Das Kettenkarussell, auch als Kettenflieger bezeichnet, feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. 1965 hat Hornigs Großvater den in Stuttgart gebauten Kettenflieger gekauft und zum ersten Mal den Severinsmarkt besucht. 80 Prozent der Teile seien noch Original, verrät Hornig: „Nur den Holzmast mussten wir wegen der TÜV-Bestimmungen irgendwann gegen einen Stahlmast tauschen.“

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Beim Besuch am Samstagnachmittag auf dem Severinsmarkt waren Regenschirm und Kapuze unerlässlich. © Borys P. Sarad

Am Abend wird die Geisterbahn noch gruseliger

David Arend hat eine Attraktion, die ganz ohne Motoren auskommen. „Freitag der 13.“ heißt das Geisterlaufgeschäft, durch das die Besucher selbst gehen können. Doch auch Arend hat einen Superlativ zu bieten, denn die bunte Leuchtreklame besteht aus 2600 einzelnen LEDs. Im Inneren erwartet die Besucher alles, was einen in Angst versetzen kann: Von der Decke hängen blutige Säcke mit mysteriösem Inhalt, Skelette stellen sich einem in den Weg. Auch Live-Akteure sind Teil der Show. „Am Nachmittag sind wir natürlich mit Blick auf die Kinder etwas weniger grausam“, meint Arend. „Am Abend ziehen wir die Schraube des Schreckens für die Jugendlichen dann an.“

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