Angeblich Fahrerlaubnis, aber keinen Führerschein: Kuriosum bei Unfall auf dem Nordring

dzGerichtsprozess

Es ist ein Kuriosum: Ein Mann hat in Syrien angeblich einen Führerschein gemacht, aber nie ein Dokument bekommen. In Kamen ist er dann in einen Unfall verwickelt und landet vor Gericht.

von Jana Peuckert, Dirk Becker

Kamen

, 25.06.2020, 10:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

In seiner Heimat Syrien, so ein Angeklagter im Amtsgericht Kamen, habe er einen Führerschein gemacht, allerdings kein Dokument dazu bekommen. Und so konnte er nach seiner Ankunft in Deutschland 2016 nicht nachweisen, eine Fahrerlaubnis zu besitzen.

Der Mann tat, was in solchen Fällen zu tun ist: Er suchte eine Fahrschule auf. Einen Führerschein hat der Mann bis heute allerdings immer noch nicht. Grund dafür sind sprachliche Schwierigkeiten.

Und so hätte der 33-Jährige auch am 23. September 2019 nicht fahren dürfen. Er setzte sich dennoch ans Steuer seines Wagens. Auf dem Nordring – schon damals eine Baustelle – bemerkte er zu spät, dass die Fahrzeuge vor ihm langsamer wurden. Der Syrer bremste verzögert und verursachte einen Auffahrunfall.

Angeklagter: „Erste Fahrt in Deutschland“

Bei dieser Gelegenheit kam dann heraus, dass ihm die Fahrerlaubnis fehlt. Der Angeklagte erklärte sein Verhalten: Da es seine erste Fahrt in Deutschland gewesen sei, sei er sehr nervös gewesen, wodurch es zum Unfall gekommen sei. Nach dem Vorfall habe er sein Auto sofort abgegeben.

Das, ein leeres Vorstrafen- und Straßenverkehrsregister sowie sein Geständnis und mit Blick auf die ohnehin schwierige Aufgabe, an einen Führerschein zu kommen, bewegten den Richter dazu, die Geldstrafe auf 360 Euro zu beschränken.

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