Fahrer verurteilt, weil er nach einem Crash seinen Namen nicht herausrückt

dzStrafprozess um Unfallflucht

Ein Mann verursacht einen Unfall mit einem Firmenwagen – und verlangt dann, dass der Fahrer des beschädigten Autos doch die Aufschrift des Firmenwagens abschreiben kann. Reicht das aus?

von Jana Peuckert

Kamen

, 21.11.2018, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ist es eine strafbare Unfallflucht, wenn der Unfallverursacher dem Geschädigten keine Daten von sich gibt, sondern stattdessen erklärt, der andere könnte ja sein Nummernschild notieren und die Angaben zu seiner Firma vom Dienstwagen abschreiben?

Der Richter im Amtsgericht Kamen beantwortet diese Frage am Mittwoch mit „Ja“. Auf der Anklagebank saß ein 79 Jahre alter Mann aus der Nähe von Bonn. Er war am 28. Mai mit seinem Dienstauto auf der A1 Höhe Kamen unterwegs. Als die Spuren sich von zwei auf eine verengten, zog der Angeklagte herüber, touchierte einen Pkw und beschädigte dessen Spiegel (Schaden: 604 Euro). Der Unfallgegner kam daraufhin mit Papier und Stift auf den 79-Jährigen zu, um dessen Daten aufzuschreiben. Das verwehrte der Angeklagte jedoch, verwies lediglich auf die Aufschrift seines Wagens und fuhr davon. Er sei davon ausgegangen, dass das ausreiche, ließ der Angeklagte am Mittwoch über seinen Verteidiger erklären. Der Vorsitzende belehrte ihn eines Besseren, denn auf dem Wagen hätten lediglich ein Name und eine Internetadresse gestanden. Ob es sich dabei um den Fahrer handelte, konnte der Unfallgegner nicht wissen. Der Geschädigte gab im Zeugenstand an, der Angeklagte habe behauptet, der 51-Jährige sei ihm reingefahren. Das könne aber gar nicht sein, so der Zeuge, da er nämlich gestanden und eine Lücke gelassen habe. Am Ende bekam der 79-Jährige das erste Urteil in seinem Leben: 1500 Euro Geldstrafe.

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