Ex-Supermarkt in der Kamener Fußgängerzone leergeräumt – kommt jetzt ein Nachmieter?

dzFrüherer Edeka-Standort

Schon vor eindreiviertel Jahren schloss der Edeka-Markt in der Kamener Innenstadt. Erst jetzt wurden die Supermarkt-Regale und die letzten Einkaufswagen weggeschafft. Der Vorbote für ein Ende des Leerstands?

Kamen

, 19.09.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor wenigen Tagen erschienen Handwerker am ehemaligen Edeka-Markt an der Adenauerstraße in der Kamener Fußgängerzone. In den Räumen des geschlossenen Supermarkts demontierten sie Regale, Kassenanlagen und sonstige Ladenmöbel. Das Inventar, das nach der Schließung am 13. Januar 2018 rund eindreiviertel Jahre zurückgeblieben war, wurde abtransportiert. 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind jetzt komplett leergezogen, wie der Blick durchs dreckige Schaufenster zeigt. Kabel baumeln von der Decke.

Als Vorbote für den baldigen Einzug eines Nachmieters sind die Arbeiten aber wohl nicht zu werten. Weder die Stadt Kamen noch der Immobilienverwalter können einen Erfolg vermelden. „Wir sind in Gesprächen“, sagte Jan Hallerberg von Dreier Immobilien in Dortmund am Donnerstag. Wie konkret und aussichtsreich diese Gespräche sind, bleibt offen.

Podiumsdiskussion zur „Entwicklung des Handels“

Wenn sich die Aufräumaktion in den leer stehenden Räumen nicht als Anzeichen für ein Ende des größten Leerstands der Kamener Fußgängerzone werten lässt, dann als Vorbote auf eine geplante Aktion. Für eine kleine Belebung, wenn auch nur für einige Stunden, wird eine einmalige Veranstaltung sorgen. Für 30. September ist nach Angaben der Stadt Kamen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Entwicklung des Handels“ geplant. Die Gesprächsrunde reiht sich ein in die Kampagne „Gute Geschäfte“, die Anfang Juli mit einer Wanderausstellung im Einkaufszentrum „Kamen Quadrat“ gestartet war.

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„Was kommt nach dem Einzelhandel?“ ist ein Leitthema dieser Schau, die sich mit den Folgen des tiefgreifenden Wandels von Innenstädten auseinandersetzt, der durch den Boom des Online-Handels beschleunigt wird. Die von dem gemeinnützigen Verein „StadtBauKultur NRW“ präsentierte Ausstellung hatte ihre erste Station im ehemaligen „Chisu“-Ladenlokal im „Kamen Quadrat“. Die frühere Modeboutique steht schon seit rund vier Jahren leer.

Optikerin eröffnet an der Kampstraße

Dagegen hat sich gegenüber der 2015 eröffneten Ladenpassage, die auf das leer stehende Hertie-Kaufhaus folgte, eine positive Veränderung ergeben. In den Räumen des ehemaligen Wettbüros an der Kampstraße 6 hat Augenoptikermeisterin und Kontaktlinsen-Expertin Irene Lebrecht ihr Fachgeschäft „Contact Optik“ eröffnet. Die Stadt Kamen hatte die Nutzung der Räume als Wettbüro untersagt und sich deswegen mit dem Betreiber einen Rechtsstreit geliefert. Das Wettbüro zog den Kürzeren – und die Kamener Innenstadt kann nun wieder die seltene Eröffnung eines Fachgeschäfts feiern.

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