Ex-Mitarbeiter erhebt Vorwürfe gegen Fahrdienst: Frau soll aus Rollstuhl gefallen sein

dzBeschwerdebrief

Anonyme Beschwerdebriefe beschäftigen derzeit die Firma DasDies, eine Tochtergesellschaft der Awo. Verfasser soll ein Ex-Mitarbeiter sein. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen den Fahrdienst.

Kamen

, 28.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Frau, die während einer Fahrt aus dem Rollstuhl gefallen sein soll, Fahrer ohne Personenbeförderungsschein und keine Sicherheitsschuhe im Umgang mit den Rampen: Ein anonymes Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, lässt kein gutes Haar an dem Fahrdienst der Awo-Tochter DasDies Service GmbH.

Das gemeinnützige Integrationsunternehmen deckt zahlreiche Beschäftigungsfelder ab, in denen auch jene integriert werden sollen, die es auf dem Arbeitsmarkt nicht so leicht haben. Das sind zum Beispiel Menschen mit Behinderungen, Langzeitarbeitslose oder Migranten. Sie arbeiten in Radstationen, für den Menü-Service oder auch im Fahrdienst, der seinen Sitz in Kamen an der Unnaer Straße hat.

„Sämtliche Punkte wurden nach Überprüfung der entsprechenden Organisation anstandslos widerlegt. Zusätzlich haben wir rechtliche Schritte gegen den Beschwerdeführer eingelegt.“
Maciej Kozlowski, Geschäftsführer DasDies Service GmbH

Dass bei Letzterem vieles im Argen liege, behauptet nun der anonyme Verfasser eines Briefes. Er schreibt unter anderem, dass erfahrene Mitarbeiter seit einigen Monaten durch unerfahrene Kräfte ausgetauscht würden und Letztere Unfälle verursacht haben sollen. Auch sollen viele Fahrer angeblich keinen Personenförderungsschein besitzen und der Fahrdienstleiter würde Fahrer entlassen, „die nicht nach seiner Pfeife tanzen oder auf Missstände aufmerksam machen“.

Dass der Fahrdienstleiter gar keine Mitarbeiter entlassen dürfe und solche Entscheidungen grundsätzlich „auf Basis der Sachlage und nicht emotional“ getroffen würden, hält Maciej Kozlowski dagegen.

Der Geschäftsführer der DasDies Service GmbH äußert sich auf Anfrage unserer Redaktion ausführlich zu jeder erhobenen Anschuldigung – und erklärt in der schriftlichen Antwort auch genau, wie die Fahrer geschult und eingearbeitet werden. Regelmäßig würden die Fahrer neu geschult und geprüft: in Arbeitssicherheit, Anschnalltechniken, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Erster Hilfe und Fahrsicherheit.

Awo-Tochter geht rechtlich gegen ehemaligen Mitarbeiter vor

Die der Redaktion vorliegende Beschwerde sei nicht die einzige, mit der das Unternehmen sich befassen müsse. In jüngster Zeit habe es vermehrt anonyme Beschwerden gegeben, die ein ehemaliger Mitarbeiter aus Verärgerung über seine Kündigung angekündigt hatte, räumt Kozlowski ein.

„Der Fahrdienstleiter entlässt Fahrer, die nicht nach seiner Pfeife tanzen oder auf Missstände aufmerksam machen.“
Anonymer Beschwerdeführer

Die Anschuldigungen lässt die Firma nicht auf sich sitzen und geht vielmehr öffentlich in die Offensive. „Sämtliche Punkte wurden nach Überprüfung der entsprechenden Organisation anstandslos widerlegt. Zusätzlich haben wir rechtliche Schritte gegen den Beschwerdeführer eingelegt“, schreibt Kozlowski.

Mitarbeiter werden nicht entlassen, sondern neue eingestellt

Den Vorwurf, dass erfahrene Mitarbeiter entlassen würden, weist er deutlich zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Laut Kozlowski habe das Unternehmen sein Fahrdienst-Team nach Geschäftsaufgaben anderer Fahrdienste im Kreis Unna und auch in Hamm aufgrund der Nachfrage sogar erweitert.

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Bevor sie Menschen transportieren, würden die Mitarbeiter eingearbeitet und lernten auch, die Kunden richtig anzuschnallen. Es habe keinen Fahrgast gegeben, der falsch oder gar nicht angegurtet war und deshalb aus dem Rollstuhl gerutscht sei, so Kozlowski. Jeder Fahrer, der im Personenverkehr eingesetzt werde, besitze einen Personenbeförderungsschein. Die Tauglichkeit werde alle fünf Jahre extern neu geprüft.

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Jedes Unternehmen besitze sicher Optimierungsbedarf, schreibt Kozlowski weiter, „dazu gehören auch wir“. In punkto Arbeitsklima und Sicherheit bei Mitarbeitern und Kunden schließe DasDies allerdings keine Kompromisse.

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