Ex-Freibad erlebt Schritt für Schritt eine Metamorphose

07.10.2018, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-Freibad erlebt Schritt für Schritt eine Metamorphose

Devin, Lennox und Fabian (v.l.) begutachten die Bilder, die die Pfadfinder bei ihren vergangenen Aktionen gemacht haben. Der Stamm „Gralsritter“ sorgt für die Wiederbelebung des einst beliebten und wichtigen Freizeitstandorts an der Heerener Straße.Sarad © Borys Sarad

Von Niklas Mallitzky

Schwimmen könnten wir hier immer noch, allerdings nur im überfluteten Keller“, scherzt Dirk Westermann vom Pfadfinder-Stamm „Gralsritter“. Seit vergangenem Mai hat der Verein auf dem Gelände des ehemaligen Freibads Stellung bezogen. Noch wirke hier alles wie eine große Baustelle, findet Westermann. „Aber wir arbeiten stetig weiter an dem Gelände.“

Die Wege sind noch improvisiert, überall wuchern wild Pflanzen aus dem Boden. Trotzdem hat sich einiges getan, seitdem die Pfadfinder das Gelände an den Heerener Sportplätzen übernommen haben. Am Samstag lud der Verein die Öffentlichkeit ein, um sich selbst ein Bild von dem zu machen, was aus dem alten Freibad geworden ist. „Das ist natürlich besonders für die Heerener spannend“, weiß auch Westermann. „Mit der Schließung des Freibads war damals ja auch einiger Unmut verbunden. Jetzt wollen viele sehen, was wir hier anstellen.“

An die frühere Nutzung der Fläche erinnert hier jedenfalls kaum noch etwas. Die Schwimmbecken wurden alle ausgebaut und zugeschüttet. In der Nähe des Eingangs führt ein Weg weit hinein ins Gelände bis hin zur früheren Liegewiese. Noch ist es nur komprimiertes Erdreich, Schotter soll in Zukunft das Bewegen von Bollerwagen vereinfachen. „Mit den Bollerwagen transportieren wir auch unsere Zelte“, berichtet der erste Vorsitzende Niclas Eckmann. „Für die ist auf der Liegewiese natürlich viel Platz.“

Spielplatz, Volleyballfeld

Am rechten Rand des Weges ist eine leere Fläche, auch die haben die Pfadfinder schon von Unkraut befreit. Dort soll ein Spielbereich für Kinder entstehen, mit Sandkästen und Schaukeln. Angekommen auf der Liegewiese, sticht das Beachvolleyballfeld ins Auge. Es wirkt, als wäre es seit 2011 unberührt geblieben. Rasen überwuchert den Sand, eine Birke wächst im Zentrum der Spielfläche. Tatsächlich haben die Pfadfinder auch dort schon Hand angelegt und die Hälfte des Rasens entfernt. Auch Westermann sei verwundert gewesen, erinnert er sich. „Eigentlich mussten wir nur den Rasen anheben und den Sand wieder heraus schütteln.“ Am Samstag stehen dort auch die Zelte des Vereins, die auch gemietet werden können. In den großen Zelten könne man sogar Feuer machen, erklärt Eckmann, auch wenn man danach wie geräucherter Lachs riechen würde.

Auch für andere Gruppen

Die Pfadfinder sind zufrieden mit ihrem neuen Gelände, das in Zukunft auch noch anderen Gruppen und Vereinen zur Verfügung stehen soll. In den kommenden Monaten sollen dann auch Dinge wie Sanitäranlagen folgen, Testgrabungen für Rohrleitungen haben die Pfadfinder schon durchgeführt. „Wir haben hier viel Platz“, findet Westermann. „Außerdem liegen wir weitab von Wohnhäusern, stören also niemanden mit Lärm oder dem Rauch von Lagerfeuern.“

Problem Vandalismus

Nur ein Problem gebe es, berichten die Pfadfinder und das ist Vandalismus. Schon mehrfach hätten sich Unbekannte nachts Zutritt zum Gelände verschafft. Beschädigungen am Dach eines Unterstandes und ein abgerissenes Waschbecken waren die Folgen. Auch das Holzlager sei umgeworfen worden, erinnert sich Westermann. Wie sie sich in Zukunft davor schützen können wüssten sie bisher noch nicht genau, fährt er fort. „Wir könnten zum Beispiel versteckte Wildkameras einsetzen.“

Bis zum Winter wollen die Pfadfinder noch einige Wochenenden in die Aufbereitung des Geländes investieren. Eckmann hofft, bis Mitte nächsten Jahres alle Arbeiten abgeschlossen zu haben. „Da wir das meiste selbst machen, sind genaue Angaben schwierig.“

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