Ex-Bürgermeisterkandidat Hoffmann will auch ohne sicheren Listenplatz in den Rat

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Ex-CDU-Fraktionschef Heinrich Kissing war lange raus und will wieder zurück in den Stadtrat. Ex-Bürgermeisterkandidat Jan Hoffmann möchte erstmals rein. Dazu muss er ein Duell mit dem Bundeswehr-Kollegen Oliver Syperek gewinnen.

Kamen

, 24.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle 20 Wahlkreise, das waren 20 Siege: Die SPD konnte bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren alle Direktmandate in Kamen gewinnen. Das will die CDU bei der nächsten Kommunalwahl am 13. September nicht zulassen und der SPD einzelne Wahlkreise entreißen. Sollten die Christdemokraten dieses Wahlziel verfehlen, wäre nur jenen CDU-Leuten ein Einzug in den Stadtrat sicher, die die vorderen Plätze auf der CDU-Reserveliste besetzen.

Zehn Plätze, die als sicher gelten

Die ersten zehn Plätze der Reserveliste können unter der Annahme, dass die CDU wie im Jahr 2014 wieder zehn Ratssitze holt, aber keinen Wahlkreis direkt gewinnt, als sicher gelten. Angeführt wird die Liste von Fraktionschef Ralf Eisenhardt, ihm folgen seine vier Fraktionskollegen Ralf Langner, Rainer Fuhrmann und Wilhelm Kemna. Erst auf Platz 5 taucht kein amtierendes Ratsmitglied auf, aber ein ehemaliges. Heinrich Kissing, langjähriger Fraktionschef, strebt ein Comeback im Stadtrat an. Auf den weiteren Plätzen folgen die Ratsmitglieder Susanne Middendorf und Rosemarie Gerdes, bevor auf Platz 8 der erste potenzielle Ratsneuling erscheint: Oliver Romeo. CDU-Ratsherr Dietmar Wünnemann startet auf Platz 9 vor Helga Psolka, die bislang nicht im Stadtrat war.

Mitmischen, statt an der Seitenlinie zu stehen

Heinrich Kissing ist Vorsitzender Ortsunion Mitte/Südkamen und möchte das politische Geschehen im Stadtrat nicht länger von der Seitenlinie kommentieren, sondern mitmischen. Dazu findet er nun offenbar durch seinen Ruhestand wieder Zeit. Oliver Romeo auf Listenplatz 8 ist mit 29 Jahren der jüngste CDU-Kandidat mit guten Aussichten auf einen Ratssitz unter dem angenommenen Szenario. Der Historiker ist Beisitzer im Stadtverbandsvorstand und Mitglied in der Ortsunion Kamen-Mitte/Südkamen. Dort hat auch Helga Pszolka, eine 61 Jahre alte Diplompädagogin, ihre politische Heimat.

Politisches Duell unter Bundeswehr-Kameraden

Ein relativ bekannter Name taucht nur auf Listenplatz 21 auf: Jan Hoffmann, früherer Kamener Bürgermeisterkandidat und Sprecher der regionalen Werte-Union, einem Zusammenschluss im rechten Parteiflügel. Der 52-Jährige verfügt damit über keine Absicherung, falls er als Direktkandidat im Wahlkreis Nr. 1 in Heeren-Werve sieglos bleibt. Ein besserer Listenplatz war für den Heerener nicht drin, weil Ralf Eisenhardt und Wilhelm Kemna als weitere Heerener gesetzt sind.

Hoffmanns Wahlkreis Nr. 1 verspricht ein spannendes politisches Duell unter Bundeswehr-Kameraden, dessen Ausgang schwer vorherzusagen ist. Während Berufssoldat Hoffmann im Verteidigungsministerium in Bonn arbeitet, ist sein konkurrierender SPD-Kandidat, der Kfz-Mechanikermeister Oliver Syperek, im Bereich des Personalmanagements bei der Bundeswehr beschäftigt, derzeit in einem Nato-Quartier in Münster. Sowohl für Hoffmann als auch für Syperek wäre es das erste Ratsmandat.

Die CDU hat ihr Team für die Kommunalwahl, bestehend aus den 20 Direktkandidaten sowie 27 Kandidaten auf der Reserveliste, am 8. Juni bei einer Versammlung in der Stadthalle Kamen aufgestellt.

Reserveliste der CDU Kamen: 1. Ralf Eisenhardt, 2. Ralf Langner, 3. Rainer Fuhrmann, 4. Wilhelm Kemna, 5. Heinrich Kissing, 6. Susanne Middendorf, 7. Rosemarie Gerdes, 8. Oliver Romeo, 9. Dietmar Wünnemann, 10. Helga Pszolka, 11. Michael Bierhoff, 12. Andreas Sude, 13. Sarah Grüneberg, 14. Carsten Schriefer, 15. Marco Korte, 16. Sascha Tiefenbach, 17. Kim Christopher Bock, 18. Walter Christoph, 19. Dr. Petra Kleinz, 20. Martin Niessner, 21. Dr. Jan Hoffmann, 22. Ernst-Dieter Standop, 23. Joachim Röhrich, 24. Frauke Friedrichsen, 25. Martin Wilhelm, 26. Kerstin Weingarten, 27. Helmut Krause
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