Die Abrissbagger knabbern Stück für Stück die historische Gutshof-Fassade auf. Mit dem Bauernhof Schulze-Bergcamen geht ein Stück Südkamen verloren. Dafür entsteht ein neues Baugebiet.

Kamen

, 28.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es knirscht und kracht in Stein und Gebälk: Die Abrissbagger des Abbruchunternehmens Linkamp aus Anröchte haben damit begonnen, an der historischen Fassade des Bauernhofs Schulze-Bergcamen zu knabbern. Südkamen verliert mit Krach und ohne Ach ein prägendes Gebäude. Der nicht unter Denkmalschutz stehende Gutshof mit seiner imposanten Fachwerkfassade wird abgerissen. Der Gebäudekomplex stand seit etwa zehn Jahren leer. Der Verfall hatte bereits eingesetzt.

Ein letztes Leuchten der Fachwerk-Fassade: Geplant ist, das Areal für neue Wohnbebauung zu entwickeln. Ob Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser gebaut werden, steht noch nicht fest.

Ein letztes Leuchten der Fachwerk-Fassade: Geplant ist, das Areal für neue Wohnbebauung zu entwickeln. Ob Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser gebaut werden, steht noch nicht fest. © Stefan Milk

Neues Baugebiet wird jetzt von der WFG entwickelt

Wie berichtet hat die Südkamener Landwirtefamilie, die aus dem Ort weggezogen ist, das etwa 10.000 Quadratmeter große Grundstück samt dem landwirtschaftlichen Gebäudekomplex, das aus Haupthaus und Scheune besteht, an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) veräußert. Die vorbereitenden Arbeiten hatten sich als aufwendiger erwiesen als geplant. Der Auftakt für den Abbruch hatte sich deswegen etwas verzögert. Fristgerecht waren auf dem mehrere tausend Quadratmeter großen Areal bis Ende März bereits Rodungsarbeiten ausgeführt worden.

Das Gelände an der Südkamener Straße, das 10.000 Quadratmeter groß ist, wird von der WFG marktreif gemacht und dann wieder veräußert.

Das Gelände an der Südkamener Straße, das 10.000 Quadratmeter groß ist, wird von der WFG marktreif gemacht und dann wieder veräußert. © Stefan Milk

Neue Wohnhäuser nur auf dem Gutshof-Areal und nicht auf Feldern

Geplant ist, das Areal für neue Wohnbebauung zu entwickeln. Ob Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser gebaut werden, steht noch nicht fest. Denn das Gelände wird von der WFG lediglich marktreif gemacht und dann wieder veräußert. An einen Investor, der dann auch seine Vorstellungen verwirklichen darf. Die neuen Wohnhäuser sollen aber lediglich auf dem 10.0000 Quadratmeter großen Hofgrundstück, das von Südkamener Straße und dem Buschweg abgegrenzt wird, entstehen und nicht auf der benachbarten Ackerfläche. Es handelt sich also längst nicht um eine Größenordnung, wie die WFG beispielsweise im Interkommunalen Gewerbegebiet Unna-Kamen bearbeitet hat, als sie auf den dortigen Feldern dem Einzelhandels-Riesen „Woolworth“ eine Ansiedlung ermöglichte.

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Neue Toplage für das Wohnen in Kamen

In der Nachbarschaft laufen bereits Bauarbeiten. Dabei handelt es sich um vorbereitende Arbeiten für die Südkamener Spange. Obwohl die Bahnlinie und die neue Verkehrsachse nicht allzu weit entfernt sind, ist das neue Baufeld mit naturnaher und innenstadtnaher Lage wohl eine Toplage für künftiges Wohnen in Kamen. Die an der Grundstücksgrenze verlaufende Südkamener Straße, die dort jetzt noch Westicker Straße und Dortmunder Allee verbindet, wird zur Sackgasse umfunktioniert. Wann erste Mieter bzw. Eigentümer auf dem Hof-Areal einziehen können, darüber gibt es zurzeit noch keine Prognosen. Denn das Verfahren, den ehemaligen Bauernhof für eine Wohnbebauung zu erschließen, steht erst ganz am Anfang.

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Mehrere Baugebiete in der Entwicklung

Zurzeit befinden sich so viele Baugebiete in der Entwicklung wie lange nicht mehr. Insgesamt gibt es etwa 400 Interessenten für Baugrundstücke in Kamen, die bei der Stadt gelistet sind.

Klimaschutzsiedlung: Wohnen im Einklang mit der Natur südlich des Dorfs Methler. Vermarktet werden Grundstücke für 30 freistehende Häuser, zwei Doppelhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs bis acht Wohneinheiten. Die Grundstücke sind zwischen 300 und 600 Quadratmeter groß. Die Vermarktung soll im Herbst beginnen. 105 Interessenten stehen zurzeit auf der noch offenen Liste, die im Rathaus geführt wird. Wer sich um ein Grundstück bewerben will, kann sich telefonisch oder per Email ans Rathaus wenden (siehe Anhang).

Wohnen am Fluss: 90 Grundstücke stehen auf dem 6,3 Hektar großen Grundstück zur Verfügung. Erwartet wird, dass darauf 100 bis 140 Wohneinheiten entstehen. Mehr als zwei Geschosse, sprich Erd- und Obergeschoss, sind nicht erlaubt - bis auf ein zusätzlich ausgebautes Dach. An allen vier Seiten wird das Areal von der Natur abgeschirmt. Die Erschließung ist ab 2021 geplant, die Vermarktung der Grundstücke ab 2022. Auch hier wird eine Liste mit Interessenten im Rathaus geführt.

Heimstraße: Der geplante Bauplatz auf dem Sportplatz des SuS Kaiserau ist knapp zwei Hektar groß und liegt unmittelbar an der Ecke Heimstraße/Germaniastraße. Einem Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt 2017 zufolge könnte sich das Areal für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt eignen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit der UKBS. Das Planverfahren steht erst am Anfang. Bis es konkreter wird, können noch zwei Jahre vergehen.

Die Liste mit Interessenten für Wohngrundstücke in Kamen wird in der Abteilung Liegenschaften geführt. Ansprechpartner ist Christoph Watolla unter Tel. (02307) 1481300 und über die Email-Adresse christoph.watolla@stadt-kamen.de .
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