Ertappter Einbrecher bittet um Verzeihung

dzGeständnis im Strafprozess

Angeblich war er nur auf der Durchreise und stahl aus Not: Ein 33-Jähriger ist wegen eines Wohnungseinbruchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Am Tatort lief es schlecht für ihn.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 11.10.2018, 17:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer verschafften sich Einbrecher Zutritt zu einem Wohnhaus im Bereich Sesekedamm/Spitzwegstraße in Kamen. Sie waren gerade damit beschäftigt, Beute zusammenzuraffen, als ihnen plötzlich Polizeibeamte gegenüberstanden. Einer der Täter stand nun vor Gericht.

Eine Stunde beobachteten der 33-jährige Mann aus Osteuropa und der gesondert verfolgte Komplize am 20. Juni das Haus, dann schlugen sie zu – und das im wortwörtlichen Sinne. Mit einem Stein zertrümmerten sie eine Fensterscheibe und gelangten so in das Innere. Silberbesteck, eine Kamera und ein Tablet-PC landeten in ihrem Rucksack. Womit die Diebe nicht rechneten: Ein aufmerksamer Zeuge rief die Polizei. Die Beamten konnten die Einbrecher noch am Tatort festnehmen.

Am Donnerstag befasste sich das Unnaer Schöffengericht mit dem Fall und der 33-Jährige legte postwendend ein Geständnis ab, bat die betroffenen Hausbewohner und den deutschen Staat um Verzeihung, präsentierte sich geläutert und beteuerte, dass es ganz bestimmt keine Wiederholung geben werde. Das Ganze sei auch nur deshalb passiert, weil er, aus Frankreich kommend, kein Geld mehr für die Rückfahrt und für Essen besessen habe. „Ich war verzweifelt.“ Und: „Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um hier einen Einbruch zu begehen.“ Er habe vielmehr einen besseren Job als in Frankreich finden wollen. In der Untersuchungshaft sei ihm bewusst geworden, was er getan habe und was er damit seiner Familie angetan habe.

Sicherlich, Geständnis und Einsicht sprachen für den Angeklagten. Allerdings war es die Vergangenheit des 33-Jährigen, die sich deutlich zu seinen Ungunsten auswirken musste und die letztlich auch dafür sorgte, dass er die zuletzt erbetene Chance nicht erhalten konnte. Der junge Vater war nicht nur bereits einschlägig vorbestraft, sondern hatte wegen Eigentumsdelikten auch bereits mehrfach in seiner Heimat im Gefängnis gesessen. Von den materiellen und seelischen Folgen für die Geschädigten ganz abgesehen. Der Prozess endete mit zwei Jahren Haft ohne Bewährung. Auch wurde der Haftbefehl wegen Fluchtgefahr nicht aufgehoben.

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